31.01.2013 - 18:30 Uhr

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Diaabend in Cool

Text: kathrin-hollmer - Foto: Projecteo

Eine Designagentur hat einen winzigen Diaprojektor entwickelt, der Instagram-Fotos an die Wand schmeißt. Das ist nicht nur eine herrlich altmodische Erweiterung für die Retro-Filter-App, sondern könnte sogar für ein Comeback des Diaabends sorgen.

Wenn jemand sagt „Wir haben so schöne Fotos im Urlaub gemacht, kommt ihr am Samstag zum Diaabend?“, dann ist er entweder 80 oder Darsteller in einem Film aus den 70ern. Dank Flickr, Facebook und Instagram, überhaupt, seit fast nur noch digital fotografiert wird, hört man diesen Satz nicht mehr. Zum Glück. So ein Diaabend ist meistens nur für den Diavorführer unterhaltsam. Für die Zuschauer ist das Ganze ab Bild Nummer 20 vor allem eins: schlaffördernd.  

Benjamin Redford ist da anderer Meinung. Der Produktdesigner arbeitet bei der Londoner Agentur Mint Digital und hat, so die Legende, auf einem Flohmarkt einen alten Rollei-Diaprojektor erstanden, dazu eine Schachtel voller alter Dias. Von dieser Art, Bilder anzuschauen und zu konservieren, war er so angetan, dass er sich vorgenommen hat, dem Diaprojektor zu einem Comeback zu verhelfen. Herausgekommen ist dabei der „Projecteo“, ein streichholzschachtelgroßer, batteriebetriebener Diaprojektor für Instagram-Fotos.  

Der Mini-Projektor "Projecteo".

In den „Projecteo“ passen kleine Plastikscheiben mit jeweils neun Fotos. Die Bilder sucht man sich im Instragram-Account aus und lässt sie auf einem 35mm-Standard-Kodak-Film belichten, danach kommen sie auf die Scheibe und der der „Projecteo“ ins Spiel. Bis zu 80 Zentimeter groß soll das Bild sein, das er an die Wand wirft. Am besten funktioniert er im Dunkeln. In dem Video, das die Agentur zum Launch gedreht hat, sieht das ganz ordentlich aus.

Mint Digital hat bereits den Webdienst Stickygram gegründet, der Instagram-Fotos auf Kühlschrank-Magneten druckt. Ende 2012 hat die Agentur auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ Geld für den Mini-Projektor gesammelt. Noch am selben Tag haben sie die Mindestfinanzierungssumme von 18.000 US-Dollar erreicht. Inzwischen sind mehr als 87.000 Dollar zusammengekommen (Stand: 31.1.2013). Im Februar soll der „Projecteo“ an die ersten Crowdfunder ausgeliefert werden.  



Unterstützer kann man immer noch werden und das Teil für 25 US-Dollar (ohne Versand) vorbestellen. Der Preis für die Scheiben ist noch nicht bekannt, ebenso, wie das mit dem Foto-Nachschub in Europa funktionieren soll. Trotzdem hat der Mini-Projektor Unterstützer auf der ganzen Welt gefunden. Vielleicht, weil er den Instagram-Gedanken mit den Retro-Filtern noch weiter dreht. Statt auf dem Smartphone werden die Fotos altmodisch als Dias gespeichert. Auch optisch erinnert der „Projecteo“ an den Rollei P35.  

Außerdem geht es den Instagram-Fotos inzwischen wie alten Fotoalben oder -schachteln: Wir sehen sie vielleicht noch ein, zwei Mal an, danach verschwinden sie in den Untiefen des Kellerabteils, oder des Instagram-Accounts. Der „Projecteo“ wäre ein Anlass, das zu überdenken. Es muss ja nicht gleich ein Diaabend für alle Bekannten und Verwandten sein, das ist wie mit dem Original Diaabend: Am meisten Spaß hat derjenige, der die Fotos gemacht hat.


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yabadabaduuu
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Mag ich Mag ich nicht

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03.02.2013 - 23:45 Uhr
yabadabaduuu

Uedreissig sagte:
Warum sollte man seine Bilder in guter Qualität auf dem modernen Flatscreen zu Hause zeigen,...

Naja, wären es vernünftig aufgenommene Dias, hätte das mit dem Diaprojektor schon Sinn, an die Auflösung, Schärfe, Dynamik und Farbtiefe kommt (noch, immer noch) kein Flatscreen oder Beamer ran. Das ist natürlich bei schlechten (und noch pseudoschlechter gerechneten) digitalen Bildern mit diesen unsinnigen Minidias hier anders... Aber die will ich auch auf meinem Monitor erst gar nicht angucken...

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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.


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