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JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

-1

25.01.2013 - 17:32 Uhr
JoergAuch

Digital_Data sagte:
Ich kenne genug Fälle in denen Leute schon daran zu scheitern drohten, die letzte Version schlicht auszudrucken. Und @drolli , dies übrigens mit Word von Microsoft, die selbst Programme zur Versionsverwaltung etc. entwickelt haben und diese einsetzen.

Aber du kennst keine einzige Arbeit und hast daher keine Vorstellung von der Materie.

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

0

26.01.2013 - 13:25 Uhr
drolli

Digital_Data sagte:

...

Schon mal was von Unschuldsvermutung gehört ? Du gehst automatisch davon aus, dass ein trivialer Satz kopiert werden musste. Du gehst nicht davon aus, dass auf einen trivialen Satz mehrere Leute unabhängig von einander kommen.

Digital_Data


Die wahrscheinlichkeit dass du zum gleichen Thema nicht nur zufaellig einen Trivilen Absatz waehlst der in der Struktur absolut identisch mit einer Dir bewiesenermassen bekannten Quelle ist, ist gering. Wahrscheinlichkeiten multiplizieren sich.

Die Nullhypthothese: "Zufaellig aus den Menge der grammatikalisch sinnvollen Saetze zum Thema mit gleicher Aussage gezogen" ist bei einem Satz vielleicht noch wahrscheinlich, bei zwei aufeinanderfolgenden schon weniger und wenn das noch wiederholt passiert dann weisst das auf extrem schlampiges Arbeiten oder auf Absicht hin. Leider empfinden viele genau den Fall - dass man scheinbar aus einer Orginalquelle zitiert b.w.z. behaupte sie in eigenen Gedanken zusammenzufassen - aber in wahrheit ein Review oder eine andere Sekundaerquelle paraphrasiert oder gar abschreibt als eine laessliche Suende. Ich persoenlich fand es immer anstaendig die Formulierung "discussions in [x] regarding [z]" oder zu benuetzen. Ich kenne aber auch Leute die - genau wie Frau Schavan - einen Uebersichtsartikel gelesen haben, und die Schlussfolgerungen dort als eigene praesentiert haben. Das ist ultimativ nervend. In meinem Feld geisterten so diverse Zahlen rum, immer mit dem Verweis auf eine Quelle. Ich habe das nicht verstanden und Leute die das in ihrer Diss zitiert haben gefragt, weil ich die Zahlen so nicht in der Quelle in der behaupteten Allgemeinheit gefunden habe, mit dem Ergebniss dass dann irgenwas kam von eine andere Quelle haette dann konkrete Werte eingesetzt und daraus wuerden sich dann die Zahlen ergeben.

Man betruegt damit gleich dreimal
1) man behauptet Arbeit in einer Art und Weise erledigt zu haben, in der man das nicht getan hat

2) man unterschlaegt die Leistung der Sekundaerquelle

3) man fuehrt den Leser in die Irre. Schliesslich koennte es ja sein dass die Sekundarquelle an der Stelle eine weitere Betrahtung liefert die relevant ist, und dann aber nur einem selbst zur Verfuegung steht.

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Mag ich Mag ich nicht

0

26.01.2013 - 13:48 Uhr
drolli

Digital_Data sagte:
Ich kenne genug Fälle in denen Leute schon daran zu scheitern drohten, die letzte Version schlicht auszudrucken. Und @drolli , dies übrigens mit Word von Microsoft, die selbst Programme zur Versionsverwaltung etc. entwickelt haben und diese einsetzen.


Die Versionverwaltung habe ich angefuehrt als eine gute Arbeitspraxis bei Software, was Du ja als Beispiel fuer Fehler durch aenderung angegeben hast. Aber gute Praxis bei Software (Aebderungsmangement, Qualitaetsicherung) ist vielleciht in deinem Feld nicht so ueblich. Und deswegen gehst du automatisch aus dass ueberall unsauber gearbeitet wird. Ein Teil des Dr. Titel bekommt man aber genau fuer das einhalten bestimmter professioneller Standards in der Forschung

Aber selbst die Selbsternannten Plagiats-Jäger arbeiten genauso unsauber. Sie geben ganze Seiten als Plagiat aus, wo nur zwei Zeilen betroffen sind. Aber es seith natürlich besser aus, wenn man sagen kann, von 10 Seiten sind 5 Seiten betroffen als wenn mans agen muss, von 300 Zeilen sind 30 betroffen.


Die Seitenauflistugn hat durchaus einen Wert. Das uebliche Verfahren dass viele Studenten andwenden ist dass der Kernteil der Arbeit von ihnen slebst kommt, of aber Theorie und EInfuehrung staerker als erlaubt an eine einzelne Quelle angelehnt sind entwertet die Arbeit nicht vollkommen, weil es dann ja noch grosse Bereiche gibt in denen es keinen Hinweis auf Fehlverhalten gibt. Wenn jemand jedoch permanent - sogar im Kern der Arbeit - eine unsaubere Arbeitsweise benuetzt, dann bleibt kein sauberer Teil der Arbeit uebrig. Ein faieres Verfahren waere alle unsauberen Untergliederungebenen zu streichen und zu schauen was uebrig bleibt. Wenn das was uebrig bleibt noch kohaerent Gedanken des Verfasser beschreibt, on mir aus. Wenn man aber nicht mehr zwischen Gedanken des Verfassers und Plagiat trennen kann, dann ist die Arbeit wertlos.

Und dort kommen wir ja genau in das Dilemma. Einen einzelnen Satz als Plagiat zu bezeichnen ist schon sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Gibt man Grammatik und Hauptworte und Verben vor, wie viele mögliche Varianten einen Sachverhalt zu beschreiben bleiben den überhaupt übrig. Ist eine Schlussfolgerung die so trivial ist, dass mehrere unabhängig drauf kommen, überhaupt schützenswert ?


Es geht nicht um den Schutz der Urheberrechte.

Ist es nicht viel mehr so, dass ich eine These aufstelle und diese später durch Aussagen anderer untermauere. Ist die selbst aufgestellte These dann ein Plagiat ?


Nein. Sie ist ga nichts, weil die Arbeit in der Du sie behauptest in dem Moment wo offensichlich falsch zitiert wurde nicht mehr als wissenschafltiche Literatur zaehlt.

Und zur Strafbarkeit. Wenn ich mir meinen Führerschein erschwindelt habe und dann Fernfahrer werde, habe ich dann mein Gehalt betrügerisch erhalten oder habe ich trotzdem eine Leistung erbracht. Niemand wird bezahlt "nur" weil er einen Doktortitel hat. Man erschleicht sich die Stelle aufgrund der Qualifikation, aber man behält sie im Regelfall nur wegen der Leistung.


Leider nein. Die Frage ist letztendlich: War die behauptete Qualifikation relevant fuer den Job? Und ja: einen Doktotitel zu haben ist relevant fuer den Job als Bildungsminister. Schliesslich kann man ja immer fragen: was haette ein bessere Verstaendniss beigetragen? Z.b. verlassen sich die Kunden meines Arbeigebers darauf dass ich Differentialgleichungen mit numerischen Methoden beatbeiten kann - und zwar aus eigener Kraft. Wenn ich das nicht kann oder die DGLs ineffizient loese ist das in Ordnung und das Problem des Kunden. Wenn ich aber grob gelogen habe (z.B. die Simulationen in meiner Dissertation gar nicht selbst angepasst habe), sondern das Programm eines Kollegen benuetzt und als meines ausgegeben haette, dann wuerde ich betruegen.

SchmidtGeorg
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Mag ich Mag ich nicht

-1

27.01.2013 - 05:23 Uhr
SchmidtGeorg

wobei mir doch auffällt-dass man bei Guttenberg von allen Seiten auf ihn einschlug und ihm kriminelle Motive unterschob, bei Frau Schavan ist nur ein kleiner Fehler un dich wette, man wird sie davon kommen lassen, man fürchtet den Zorn der Göttin in Berlin!

drolli
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Mag ich Mag ich nicht

1

27.01.2013 - 12:03 Uhr
drolli

SchmidtGeorg sagte:
wobei mir doch auffällt-dass man bei Guttenberg von allen Seiten auf ihn einschlug und ihm kriminelle Motive unterschob, bei Frau Schavan ist nur ein kleiner Fehler un dich wette, man wird sie davon kommen lassen, man fürchtet den Zorn der Göttin in Berlin!



Der Unterschied ist:
-Was Frau Dr. Schavan abgeliefert hat weisst auf wissenschaftlches Fehlverhalten in dem Rahmen hin der leider ueblich ist/war, zumindest fuer Praktikaberichte, Diplomarbeiten. Und was - leider - auch generell akzeptiert wurde. Ein Doktorand konnte zumindest der Illusion erliegen dass das noch im Rahmen des "selbstaendig angefertigt". Inwiefern das die wissenschafltiche Leistung schmaelert, kann ich nicht beurteilen. Dafuer bracuht die Kommision so lange. Wenn Arbeiten von damals auf dem Niveau bewertet werden wir Frau Schavans Arbeit, dann ist ein nicht verschwindener Anteil der Arbeiten aus der Zeit davon betroffen.

-Was Herr Guttenberg noch oben drauf sattelte war dass es nicht moeglich ist viele komplette seitenlange Textabschnitte zu kopierenohne einen einzigen Gendanken hunzuzufuegen und diese dan gezielt zu manipulieren. Und das quer durch die Arbeit. Da kann man nicht von versehen oder mangelhafter Arbeitsweise sprechen. Jeden, erste recht einem Juristen msus klar sein was er da tut.

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