18.01.2013 - 18:30 Uhr

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„Ich habe eine Vagina und ich werde sie einsetzen“

Text: teresa-fries - Foto: kleinerdrei.org

Ein weiterer Blog auf dem Feministinnen über die Frauenquote schreiben? Klingt erst einmal nicht sehr innovativ. Doch kleinerdrei.org hat durchaus noch mehr zu bieten.

Angestrichen:
„Solange in Bewerbungsgesprächen Fragen nach der ,Lebensplanung der nächsten zehn Jahre’ und dem Beziehungsstatus an Frauen gestellt werden, als trügen sie ein Schild auf der Stirn, auf dem steht: ,Ich habe eine Vagina und ich werde sie einsetzen’, solange beschämt dieses System Frauen und hindert sie am Aufstieg, weil es sie unter Generalverdacht stellt, eine biologische Disposition zum Nachteil eines Unternehmens zu machen.“

Wo steht das?
Der Satz stammt aus dem Artikel Wenn keiner was sieht, wird keiner böse – Warum die Quote kommen muss, der den irrtümlichen Glauben behandelt, dass die Frauenquote automatisch unterqualifizierte Frauen bevorteilen würde. Die Autorin heißt Juliane Leopold und ist eine von acht Bloggern des neuen Gemeinschaftsprojekts kleinerdrei.org: Ein Blog über Feminismus, Popkultur – und irgendwie auch sonst alles.

„Ein bunter Strauß Popkultur und Herzensthemen von Menschen mit feministischen Haltungen“

Was steckt denn nun hinter „kleinerdrei“?
Liest man die ersten fünf Artikel des neuen Blogs, der seit Montag online ist, weiß man nicht wirklich, wie man ihn einordnen soll. Ein Blick auf die 15 aufgelisteten Kategorien zeigt, dass es hier um vieles gehen soll, was uns interessiert und betrifft – um genau zu sein um alles, was uns interessiert und betrifft: Von „Sex, Sex, Sex“ und „Politik & Gesellschaft“ über „Literatur“ bis hin zu „Konsum“ und „Film und Fernsehen“. Ganz oben auf der Liste aber steht „Feminismus(s)“ und das scheint der gemeinsame Nenner zu sein.

„Der Name stammt, wie ihr vielleicht schon geahnt habt, vom Netzjargon für das Herzsymbol <3 und repräsentiert für uns damit das, worüber wir hier schreiben: Dinge, die uns am Herzen liegen“, erklärt die Bloggründerin Anne in ihrem Eröffnungsbeitrag. Die Idee für den Blog habe sie schon länger mit sich herumgetragen, bis sie sich aufraffte und sich ihre sieben Mitschreiber suchte. Die acht Autoren des Gemeinschaftsblogs, kannten sich hauptsächlich von Twitter, wo viele von ihnen auch anderen Nutzern schon ein Begriff sind: Anne (@marthadear), Caro (@misscaro), Daniel (@phraselnd), Hakan (@hakantee), Juliane (@julianeleopold), Lucie (@autofocus), Maike (@ruhepuls) und Map (@map). Sie alle beschäftigen sich auf ihre Weise mit dem Thema Feminismus und das soll sich in ihren Artikeln widerspiegeln. „Es muss nicht alles im feministischen Kontext stehen“ erklärt Anne, aber ihre Ansichten und Haltungen werde man jedem Artikel sowieso anmerken.

Jeder der Autoren hat seine Spezialgebiete, mit denen er sich beschäftigt und die er auf dem Blog angibt: zum Beispiel Feminismus, Homosexualität oder Nerdkram. Was allerdings nicht hieße, dass sie sich nur dort ausleben dürften. Daniel, der seinen Auftaktartikel über seine Frage „Ich bin schwul – und was soll das jetzt eigentlich heißen“ geschrieben hat, sagt: „Ich könnte morgen einen Artikel über mittelmongolische Kurzprosa schreiben, in dem ich alle davon überzeugen kann, dass das um Welten cooler ist als die letzte Folge ‚Breaking Bad’.“ Die Interessengebiete dürfe man nicht so einseitig sehen, sagt auch Map, es gäbe ja auch feministische, schwule Internetmenschen. Der zweite der drei männlichen Blogger bringt die Idee der Seite schließlich auf den Punkt: „Ein bunter Strauß Popkultur und Herzensthemen von Menschen mit feministischen Haltungen“. Das wäre also geklärt. Bleibt die Frage, ob es so etwas nicht schon gibt.

Aus Amerika kennt man einige Angebote, hinter denen ein ähnliches Konzept steht. „Quasi Feministing trifft Jezebel trifft Rookie Mag trifft Ms. Magazine“, schrieb Anne in ihre erste Mail, damit die anderen sich etwas vorstellen konnten. „Ich lese das gerne, weil solche Magazine und Seiten es schaffen Feminismus und Popkultur zu vereinen“. Genau das fehle aber dem deutschsprachigen Raum, fand die Gründerin von „kleinerdrei“. Denn Themen wie Abtreibung oder die Pille danach würden bei uns ganz anders diskutiert werden als in den USA. Und das nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern.

„Feminismus ist ein Thema, an dem sich auch Männer beteiligen sollten“, findet auch Daniel. Und auch über Homosexualität zu sprechen sei noch immer absolut notwenig. Dabei fasst er „schwul“ als sehr politischen Begriff auf und will auf die tägliche Diskriminierung von Schwulen hinweisen. Gleichzeitig spielt er auch gerne mit den Klischees: „Ich versuche sie mir anzueignen und ad absurdum zu führen, außerdem kann ich sehr gut über mich selbst lachen“.

„Kleinerdrei“ verspricht also eine feministische Sicht auf viele wichtige Themengebiete. Das Ganze aber mit etwas mehr popkultureller Leichtigkeit, als man sie zum Beispiel von der heutigen Mädchenmannschaft gewohnt ist.

Und was erwartet uns nach Frauenquote, Nerdverhalten und Schwulenselbstbild in der nächsten Woche? Anne verrät, dass es um Fernsehkultur, Radiounterhaltung und sexuelle Belästigung auf der Straße gehen wird. Und Daniel verspricht in seinem ersten Artikel heute „mehr Glitter, Drag und Penisse“. Und wenn euch danach immer noch etwas fehlt – die "kleinerdrei"-Blogger suchen bald nach neuen Gastautoren.


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Awesomeness
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Mag ich Mag ich nicht

-1

20.01.2013 - 09:43 Uhr
Awesomeness

Nachtrag: Mädels aufgepasst! (Jungs eigentlich auch)

Wenn Ihr wirklich wissen wollt, wie man als Frau erfolgreich ist und warum Nicht-Quoten-Frauen in der Wirtschaft sehr wohl höhere Posten einnehmen könnten und sollten, steht in dem Buch einer meines größten Mentoren.

"Petra Jenner - Mit Verstand und Herz.
Authentisch und erfolgreich - Führung ist weiblich"

Der Titel ist genauso dämlich wie der Klappentext, aber das Buch ist große Klasse!

Das soll jetzt auch keine Schleichwerbung sein, sondern es ist ein Weg, den man auch als Mann beherzigen kann, wenn man Führungsdefizite ausgleichen möchte!

keos
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.01.2013 - 13:06 Uhr
keos

ich bin mir ja nach wie vor nicht sicher, wie ich entscheiden würde, wenn ich allein sagen könnte, ob es eine quote gibt oder nicht. aber eigentlich nur aus einem grund: weil es ganz, ganz viele leute geben würde (männer und frauen), die frauen, die karriere machen, danach als "quotenfrau" diskreditieren würden. nicht, dass es das nicht jetzt schon gäbe - aber dann hätten sie sogar noch eine grundlage für solche behauptungen.

grundsätzlich ist es nicht so schwierig, finde ich: nach wie vor gibt es zu wenige frauen "ganz oben", und frauen, die karriere machen, haben es schwer - verzichten auf familie, werden beleidigt (nur ein paar stichwörter: hochschlafen, anyone? karrieregeil? mannweib? etc.). das ist nicht in ordnung. ich bin nur nicht sicher, ob es sich mit der quote ändern würde. ändern muss es sich in den köpfen - und im system.

was die quote bringen könnte: mehr frauen weiter oben = mehr frauen, die vom arbeitgeber einfordern, dass sie familie _und_ karriere haben können = vielleicht langsam eine änderung der unsäglichen meinung, es sei nicht möglich, chef-positionen in teilzeit zu erledigen = vielleicht früher oder später auch für die vielen männer, die das möchten, die möglichkeit, teilzeit zu arbeiten, ohne dabei ihre karriere zu gefährden.
in diesem fall müsste man dafür sein, denn es wäre auch für die männer gut.

arbeiten wir also daran, dass die nächste generation ohne barrieren im kopf aufwächst. fördern wir mädchen genauso wie jungen, geben wir mädchen genauso wie jungen mit auf den weg, dass familie haben und dafür lebenszeit einsetzen wichtig ist. denken wir über modelle nach, in denen hausarbeit, kindererziehung etc. nicht mehr einfach unbezahlt und damit selbstverständlich bleiben. sehen wir "hausmänner" und paare, die sich die erziehungsarbeit teilen, nicht als weicheier und hippies, sondern als vorbilder - weniger neid, mehr mut, es selbst zu probieren.

jurette_
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.01.2013 - 13:10 Uhr
jurette_

drolli sagte:
jurette_ sagte:
...
Wo schafft das Betreuungsgeld bitte einen Anreiz zu hause zu bleiben? Das ist so lächerlich niedrig...


Ja, aus deiner oder auch meiner Sicht schon.

Aus der Sicht von einer Kinderpflegerin, die am unteren Ende der Einkommensskala ist (kann also dann durchaus auch ein Brutto-Gehalt < 1000 Euro rauskommen), sieht das schon anders aus. Wenn man 800 EUro verdient von denen netto 500 uebrig bleiben machen 150 Euro+ anstelle von 150 Euro- fuer einen Krippenplatz (z.B. wenn der Mann gut verdient) zu bezahlen dann schon die Differenz zum eh schon kleinen Restverdienst sehr gering. Viele duerften dann versuchen in geringfuegige Beschaeftigungsverhaeltnisse zu gehen.

Im Grunde handelt es sich also um einen Griff in die Sozialkassen und eine Rentenkuerzung fuer schlecht Verdienende.


Genau, weil die Rentenansprüche, die man mit so einem Job unter 1000 EUR brutto verdient, einen ja vor der Alterarmut bewahren.

ich weiß halt auch nicht, ob es das gesellschaftliche Zile sein sollte, alle Frauen so schnell wie möglich wieder zum Arbeiten zu bringen. Sicher sollte es ihnen möglich sein, aber die Entscheidung sollte m. E. doch letzlich bei der Familie liegen.

apollyon
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.01.2013 - 13:57 Uhr
apollyon

ppirat sagte:
apollyon sagte:

Kann gut sein. Ich habe leider noch nie eine Studie gesehen, die Karriere- und Gehaltsentwicklung von Frauen ohne Kinder gegenüber Männern darstellt. (Für Links wäre ich dankbar -- egal mit welchem Ergebnis -- da es mich wirklich interessiert).

Einiges zu dem Thema steht in dieser Studie, die ich ziemlich gut gemacht finde:
[link=http://www.vbw-bayern.de/agv/downloads/5...
]http://www.vbw-bayern.de/agv/downloads/5...

Super, danke!

Sehr erstaunliche Ergebnisse. Teilweise verwirrend. Muss ich erst noch einordnen.

kaya
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Mag ich Mag ich nicht

1

20.01.2013 - 17:10 Uhr
kaya

carohr sagte:
oh nein schon wieder dieser heulsusen Feminismus diese jammerlappen kellerkinderfeministinnen kann ich sowas von nicht ernst nehmen mit ihren langweiligen die welt ist böse weil ich eine frau bin heul heul essays

dann macht was ändert was aber heult nicht nur rum ihr weicheier

wenn ein mann unzufrieden ist dann versucht er es zu ändern und nicht solang rumzuheulen bis man aus mitleid ihm einen heuldochbonus zuschiebt

geht raus ändert was anstatt nur immer frustriert im internet rumhängen


Also der einzige der hier frustriert und jammerlappig klingt bist ja wohl du.

SchmidtGeorg
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.01.2013 - 17:26 Uhr
SchmidtGeorg

heute war AS im Phönix ? Preseclub, also, das steht nicht in Wiki, bevor sie nach Paris ging, wurde sie von ihrem Freund über den Tisch gezogen-eigentlich, ich hab nun nicht das ganze gehört, klingt die Frau doch recht verbittert!

klaks
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.01.2013 - 17:26 Uhr
klaks

carohr sagte:
oh nein schon wieder dieser heulsusen Feminismus diese jammerlappen kellerkinderfeministinnen kann ich sowas von nicht ernst nehmen mit ihren langweiligen die welt ist böse weil ich eine frau bin heul heul essays

dann macht was ändert was aber heult nicht nur rum ihr weicheier

wenn ein mann unzufrieden ist dann versucht er es zu ändern und nicht solang rumzuheulen bis man aus mitleid ihm einen heuldochbonus zuschiebt

geht raus ändert was anstatt nur immer frustriert im internet rumhängen


Oh weh, ich hoffe dem armen Muskulisten krault jemand seine Eier, zur Beruhigung...

Digital_Data
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Mag ich Mag ich nicht

0

20.01.2013 - 18:43 Uhr
Digital_Data

ppirat sagte:
Einiges zu dem Thema steht in dieser Studie, die ich ziemlich gut gemacht finde:http://www.vbw-bayern.de/agv/downloads/5...


Ich finde die unterschwellige Aussage der Studie schon bedenklich.

- Frauen sollten in andere Branchen wechseln. Es wird nicht in Frage gestellt, dass die branchenbezogene Bezahlung fehlerhaft ist und koprrigiert werden müsste.

- Frauen sind bei der Lohnverhandlung kooperativ. Es wird nicht in Frage gestellt, dass die derzeitige Variante der Lohnverhandlung nicht für alle geeignet ist und entweder geändert oder ergänzt werden muss.

Wer hat die Studie gemacht, Männer ?

Entsprechendes gilt für Risikobereitschaft und Wettbewerbssituation. Niemand scheint auf die Idee zu kommen, dass ein System zumindest verbesserungswürdig ist, wenn ein großer Teil der Beschäftigten damit nicht optimal zurecht kommt. Frauen sollen sich gefälligst in dieses System korrekt einfügen ist arg sexistisch, auch wenn nicht direkt so formuliert.

Zwar sollen auch Männer in branchen gehen, die schlechter bezahlt werden, das ist wohl aber eher ein Wunschtraum. Man muss überlegen wie man das System ändert, damit alle gut damit zurecht kommen.

Das Frauen mit einer Unterbrechung stärker vom Gehaltsgap betroffen sind, zeigt absolut eindeutig, dass das System fehlerhaft ist, nicht die Wahl der Frauen.

Gerade wenn man z.B. bei der Berufswahl von geschlechter-stereotypen redet, dann macht man sich arg verdächtig ein selbstverschulden zu unterstellen.

Digital_Data

Dieter_Wondrazil
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Mag ich Mag ich nicht

-3

21.01.2013 - 09:56 Uhr
Dieter_Wondrazil

"Und auch über Homosexualität zu sprechen sei noch immer absolut notwenig. Dabei fasst er „schwul“ als sehr politischen Begriff auf und will auf die tägliche Diskriminierung von Schwulen hinweisen. "
Solche Typen nerven mich ganz gemein. Sie eind schwul. gut. alles klar.
Aber müssen sie das im 5min-Intervall in die Umgebung posaunen? Ich rede doch auch nicht ständig davon, dass ich NICHT schwul bin?
Manchmal habe ich schon das Gefühl, dass es en vogue ist, schwul zu sein.

ThomasCrown
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Mag ich Mag ich nicht

4

21.01.2013 - 10:01 Uhr
ThomasCrown

Dieter_Wondrazil sagte:
Manchmal habe ich schon das Gefühl, dass es en vogue ist, schwul zu sein.


ja, schwule sind zu beneiden. von allen geliebt und bewundert, sie überzeugen durch ihren geschmack und ihre lockerheit, müssen sich nicht mit miesen fußballergebnissen rumschlagen und verbringen die abende lieber mit leckeren vegetarischen eintöpfen und wildem sex im darkroom. eltern weinen vor freude, wenn sich ihre kinder outen, die klassenkameraden stellen sich an, um high-five zu geben, lehrer und vorgesetzte wünschen sich, alle ihre untergebenen seien schwul.
what a wonderful world.

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