Drauf los schreiben und schauen was dabei rauskommt.
Ich habe seit langer Zeit keine Herzensangelegenheiten mehr aufgeschrieben. Hier und dort ein Gedicht, daneben eine fahrige Zeichnung mit Kugelschreiber und niemals gesund lachenden Gesichtern. Niemals lachen sie so, wie es die Menschen tun, es werden Grimassen mit schiefen Mündern und langen dünner werdenden Lippen, die mehr Wahnsinn als normgeprüften Tatendrang aussagen.Mal setze ich mich des Abends nieder, schreibe ein paar Zeilen, doch nur mit dem Ziel, mich wiederzufinden, weil ich mich an solchen Tagen meist irgendwo verloren habe und den Weg zurück nicht finden kann. Manchmal ist diese Art der Selbsttherapie heilsam, oft ist sie brutal und macht mich beim Durchlesen wütend auf den Autor. Ich gestehe mir gegen mich gerichtete Wut vor andren Menschen selten ein. Ich werde auch nicht gerne laut. Kontrollverlust nenne ich das. Heilsam und wohltuend nennen es andre Menschen. Gegenstände kaputtschlagen, sich dabei selbst verletzen im Überschwall der wütenden Gefühle, vielleicht noch laut brüllend. Ich regle dies schonender. Schließlich geht die Wut in mir nicht von Möbelstücken aus, sondern von mir.
Heute Nacht jedoch bin ich ganz ruhig und fühle mich nicht einmal allein. Ich habe eine alte Decke von mir im Schrank gefunden und mich daran erinnert, wie ich sie als Kind geschenkt bekommen habe. Die Decke ist groß und grau mit weißen Katzen. Und es liegt viel Zuneigung in ihr. Man kann mich für so viel Sentimentalität belächeln, doch wie viel Schutz bieten all die guten Dinge von früher, die man aufgehoben hat, obwohl die Gesellschaft einem etwas andres ins Ohr flüstert.








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14.02.2013 - 23:36 Uhr
TheSunrise