14.01.2013 - 18:30 Uhr

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Omas Grießbrei auf Uromas Tellern

Text: jetzt-redaktion

Gegessen wird immer, aber jeder macht es anders. Beim Kosmoskoch dokumentieren jetzt-User und jetzt-Redakteure jeweils eine Woche lang, was am Abend bei ihnen auf den Tisch kommt. Heute: jetzt.de-Userin pheline

Diese Woche hat sich die jetzt.de-Userin pheline die Mütze des Kosmoskochs aufgesetzt.

Montag:    

Gestern kam der Mitbewohner nach ein paar Wochen Urlaub in Asien wieder zurück. Klassischer Fall von Reisüberfütterung. Deshalb wird als angemessener Willkommensgruß mal so richtig zünftig fränkisch gekocht: Saltimbocca alla romana con finocchio. Heute mit Huhn statt Kalb. Der Salbei kommt vom Balkon (hält die Kälte gut aus), das Brot vom italienischen Bäcker und das Rezept aus meinem Semester in Rom. Dazu: fränkischer Feldsalat mit ein paar Granatapfelkernen auf Oberpfälzer Geschirr von der Uroma, dazu deutscher Weißwein. Soviel Heimat muss dann doch sein.  

Dienstag:
 

...war ich beim Yoga und fühlte mich danach so... ayurvedisch. Es war noch Tofu im Kühlschrank, ich frohlockte. Tofu in Stärke gewälzt und knusprig angebraten, dann ein Misch-Masch von Soja- & Hoisinsauce und am Schluss noch ganz, ganz, ganz viel frisch zerstoßenen schwarzen Pfeffer dazugegeben, nebst frischem Chili und Frühlingszwiebeln. Gericht hat keinen Namen und wurde schnell verzehrt. Getrunken wurde Mangoschorle.  

Mittwoch:
   

Mit zwei Freunden war ich im Bio-Burger-Laden verabredet. Freund 1 kam zu spät. Freundin 2 viel zu spät. Schon vor der Essensbestellung hatte ich ein einsames, großes Glas Wein geleert. Als dann endlich alle versammelt waren, konnte bestellt werden. Zu diesem köstlichen klimaneutralen Burger und den (soviel ich weiß) nicht ganz so moralisch einwandfreien Beilagen trank ich ein bernsteinfarbenes Bier aus der fränkischen Schweiz. Sadd und dsufriedn wankte ich durch die Nürnberger Nacht gen Bett. Was ich noch fragen wollte: Das mit diesem „Bier auf Wein“-Ding.... mal im Ernst. Gibt‘s da Belege? Einen Dank möchte ich zudem dem Kellner aussprechen, der extra für dieses Foto das sonst arg gedimmte Licht im Lokal hochschraubte. Weil Pommes im Blitzlicht is nix.    

Donnerstag:
 

Wenn es draußen kalt ist, sehnt sich die verhuschte Großstadtseele nach Wärme und Geborgenheit. An diesem Abend wurde die Sehnsucht gestillt. Ich hatte nicht nur das Glück, eine wunderbare vietnamesische Pho Bo schlürfen zu dürfen, sondern dies auch noch in Gesellschaft meines nicht minder wunderbaren, soeben von der Arbeitswoche heimgekehrten Freundes zu tun. Zur Suppe: Die Rindssuppe wurde schon am Nachmittag mit ein paar Knochen, Fleisch und vermeintlich asiatischen Gewürzen mehrere Stunden geköchelt. Von da an ist es einfach: Reisnudeln vorkochen, weitere Zutaten schneiden und bereitstellen (hier: Kräuterseitlinge, Frühlingszwiebeln, Pak Choi, Stücke vom gekochten Fleisch, Sojasprossen, Koriander, Thaibasilikumreste vom Balkon, Chili, Limette), alles nach Belieben in die Schüssel schlichten. Schlürfen. Warm werden.        

Freitag:  
Schande. Mit dem oben erwähnten Mann war ich in einem sehr netten Weinlokal essen. Es gab !schon wieder! Burger. Vom Weiderind. Schlemm. Diesmal ohne Fritten, dafür mit Balsamicozwiebeln und Roquefort und Pfälzer Rotwein. Und über all dem inneren und äußeren Glück hab ich das Foto vergessen. Schande.    

Samstag:
 

Ein schöner Samstagvormittag. Nach dem Alibi-Joggen (zweimal Burger, ja, auch ihr macht Euch vielleicht schon Sorgen um mich) wollte ich es mir gerade gemütlich machen, als es plötzlich an der Tür klingelt. Schockschwerenot. So beginnen schlimme Geschichten. Meine ging mehr als glimpflich aus. Die ganze Familie meines oberpfälzischen Mitbewohners der (ja, schon wieder) in den Wochenendurlaub gefahren war, stand vor der Tür und trug nun kistenweise heimische Erzeugnisse herein: Vier Kisten Äpfel, unzählige Gläser mit eingemachtem Obst, Marmeladen, Apfelsaft. Schlaraffenland! Deshalb hab ich das abendliche Gericht um ein Glas Zwetschgenröster herumgebaut. Grießbrei wie bei der Oma. Wasser dazu, Zimtzucker drauf, Uromateller drunter. Ein nostalgisches Mahl.      

Sonntag:
Freitag kein Foto, heute zwei. Ist schließlich Sonntag. Traditionell gibt‘s das Sonntagsessen mittags. Untraditionell wurde heute auf dem Sofa gegessen. Warum? Sonntag ist Doku-Zeit. Auf diversen ersten, zweiten und dritten Sendern wird uns Hochinteressantes über seltsame Meerestiere vor Hokkaido berichtet, die Frage, warum die Dinosaurier nun WIRKLICH ausgestorben sind, beantwortet, oder erklärt, dass die Evolution, die alte lahme Pilsbarversumpfnase, die Warane einfach so mal vergessen hat.    

Voraus: Blumenkohlsuppe. Ausschließlich Blumenkohl drin. Gut gut, und Salz. Dem Blumenkohl ein bisschen Zeit zum sämig werden geben... Währenddessen konnte ich wunderbar den Speck in den Ofen legen und ihm beim knusprig werden zuschauen. Obendrauf noch ein paar Tropfen Mohnöl und ein Stück gebackenen Pilz vom Hauptgang, nämlich dem hier:  

Salat aus Rucola, Petersilienwurzel, Karotte und Navet-Rübchen, obendrauf ein gebackenes Pilzdreierlei aus Austernpilzen, Champignons und Kräuterseitlingen. (Und ich hab den Indien-Hader im Ohr, der im Auto sagt: Wos i scho gern mog sind diese bochana Champignons, so aussabochn, mit Sauce tartare. Früher hob i a sehr gern mögn diesn bochanan Lebakas, aber ez nimmer so. Ez mog i mehr die Champignons. Des hat gwechselt.) Dazu gibt‘s schnell angerührten Joghurtdip mit Brunnenkresse zum Schwammerl reintunken. Das Essen war recht leicht, am Ende hätte ich mich sogar noch bewegen können. Aber: Sonntag ist Doku-Zeit. Teller zur Seite stellen und weiter geht‘s mit Maximilian Schell und den Kreuzrittern.

Auf der nächsten Seite liest du den Kosmoskoch-Fragebogen von jetzt.de-Userin pheline.

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