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suburbankid
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Mag ich Mag ich nicht

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06.01.2013 - 14:15 Uhr
suburbankid

Paradox_of_Choice sagte:
suburbankid sagte:
und: manchmal hat man auch das gefühl gescheitert zu sein, obwohl alles wunderbar klappt.

Das hat dann aber was von Leiden auf hohem Niveau - im Vergleich zu Leuten, die tatsächlich scheitern.


kommt drauf an. ab wann ist scheitern scheitern? das "wunderbar klappen" bezieht sich eher auf die fremde sicht des eigenen lebens. beispielsweise denken freunde, dass die eine wunderbar zufrieden sei, nette wohnung, gutes studium, netter job, dabei sehnt sie sich nur nach einer intakten beziehung und kriegt das nicht auf die reihe..
das ist nicht unbedingt "leiden auf hohem niveau". ich habe sowie das gefühl, dass das gefühl des scheiterns vor allem ehrgeizige leute betrifft. für diese bricht die welt viel eher zusammen als für solche, die mehr nach dem "mal schauen"-prinzip leben.

und auch das "ich habe doch alles, aber wieso bin ich nicht zufrieden?" kann als scheitern empfunden werden.

Paradox_of_Choice
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Mag ich Mag ich nicht

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06.01.2013 - 16:34 Uhr
Paradox_of_Choice

suburbankid sagte:

Dann, wenn man etwas, das einem persönlich wichtig ist und das man ernsthaft hinzubekommen versucht hat, trotz allem einfach nicht gelingt.
Das kann schon sein, dass die Freunde das, was einem selber grade zu schaffen macht, positiver sehen als man es selbst tut. Andersrum kann es aber auch sein, dass man mit sich selbst vielleicht kritischer ist als mit anderen bzw. sich so auf das 'Unideale' konzentriert, dass man alles andere, was ganz gut läuft, nicht so wahrnimmt oder schätzen kann.

(Zum Leiden auf hohem Niveau wird sowas z.B. dann, wenn die eine sich über die fehlende intakte Beziehung bei jemand anderem beschwert, der diese selbst auch nicht hat und dazu noch keine nette Wohnung/kein gutes Studium/keinen netten Job hat.
Oder andersrum, wenn sich bei der einen, die sich verständlicherweise nach einer Beziehung sehnt, die Freundin laufend über ihre solala-laufende Beziehung beschwert, während sie aber weder selbst was dafür tut noch den Mut hat, sie zu beenden.
Oder wenn sich jemand über einen verpasstes Superprojekt / Aufstiegsirgendwas / Überstunden bei genau dem einen Freund aus seinem Freundeskreis beschwert, der gerade verzweifelt auf der Suche nach einem Job in der selben Branche ist.)

Natürlich hat das mit Ehrgeiz zu tun. Auch mit dieser fehlenden Zufriedenheit, aber die kann man zu einem gewissen Grad lernen. Teils aber auch, wie im Interview angedeutet, ein gesellschaftliches Problem. Ich hoffe, dass wir irgendwann auch wieder großzügiger miteinander umgehen. Man muss auch mal scheitern dürfen, ohne gleich als kompletter Versager abgestempelt zu werden. Schon weil man irgendwann im Leben auch mal Entscheidungen treffen muss, ohne absehen zu können, was sich da entwickelt, und weil nicht alles in unserem Leben allein von uns abhängt.

Vor einer Weile habe ich mal The Conquest of Happiness von Bertrand Russell gelesen. War aber sehr schnell klar, dass es dabei eigentlich nur um genau dieses Problem geht: Leute, die eigentlich alles haben, aber dennoch nicht zufrieden sind.

SchmidtGeorg
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Mag ich Mag ich nicht

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06.01.2013 - 17:26 Uhr
SchmidtGeorg

als Normalbürger ohne akademische Bildung muss ich mich zuerst fragen: was scheitern ist, ok, eine Ehe kann scheitern, aber als Einzelperson wo kann ich scheitern? fehlt mir die Anerkennung im Beruf oder von Freunden ? Scheitern für mich, wäre ein totales Abgleiten , sag ich mal, ein privater SuperGau, aber den gibt es nicht, wenn man normal gestrickt ist und nicht in Selbstmitleid vergeht, es gibt im Leben immer Momente, wos mal garnicht passt, aber deswegen ist man nicht gescheitert. man rappelt sich ja wieder auf , wenn aber die Ansprüche immer höher werden, wenn man nicht mehr zurecht kommt mit sich selbst ist man selber schuld, und gerade gebildete Menschen, sag ich mal, machen sich viel zusehr Gedanken über ihre, oft, Scheinwelt, schon der Verlust eines Statussymbols kann diese zusammenbrechen lassen usw

MarZ12
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Mag ich Mag ich nicht

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09.01.2013 - 15:33 Uhr
MarZ12

positives scheitern. sehr schön...

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teresa-fries

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