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SchmidtGeorg
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Mag ich Mag ich nicht

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04.01.2013 - 13:56 Uhr
SchmidtGeorg

Anm: es gibt, auch deutsche Firmen, die ihre Mitarbeiter gerecht bezahlen wollen, scheitern tut dies, weil die örtlichen Behörden dagegen Einsruch erheben, weil dann die anderen ArbeiterInnen, die nicht in dieser Fabrik arbeiten, ebenfalls einen höheren Lohn wollen, als Ausweg wir vielfach eine bessere ärztliche Versorgung, und andere Dinge angeboten, also es ist nicht so, dass nur Ausbeuter rumlaufen !

Schnurz
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04.01.2013 - 13:57 Uhr
Schnurz

apollyon sagte:
Mit dem Unterschied, dass für das gleiche Geld in einem Fall die Näherinnen zwei Jeans nähen müssen, im anderen nur eine. Heißt: Der Stundenlohn ist für die Produzenten höher. Heißt: Bei gleicher Arbeitszeit nehmen sie im Fair Trade Fall mehr Geld mit nach Hause und haben dadurch einen besseren Lebensstandard.


Angenommen der Stundenlohn wäre überdurchschnittlich, dann fließt immer noch nicht mehr Geld in das Land, sondern es verteilt sich nur anders: Wenn der Lohn doppelt so hoch ist, die Arbeitsnachfrage sich aber halbiert (Kauf von einer Fairtrade Jeans statt von zwei Nicht-Fairtrade-Jeans -> geringere Arbeitsnachfrage), dann profitiert die eine Hälfte der Arbeitnehmer und die andere verliert. Im Durchschnitt ändert sich nichts - außer der Ungleichheit.

Allerdings ist es de facto nicht so, dass Fairtrade-Beschäftigte im Schnitt einen höheren Lohn haben. Im Agrarbereich z.B. (Kaffee, Kakao, Bananen) wird zwar ein Mindestpreis garantiert, aber keine Abnahmemenge - also selbst wenn der garantierte Fairtrade-Preis doppelt so hoch ist, die Abnahmemenge sich aber halbiert, steht der Bauer nicht besser da.

Wenn man die Arbeitnehmer besserstellen will, müsste von einem gegebenen Preis ein höherer Anteil an die Arbeitnehmer fließen. Aber auf diesen Verzicht sind Händler und Zwischenhändler nicht bereit, im Gegenteil: Öko- und Fairtrade-Label sind ein Mittel, die höhere Zahlungsbereitschaft wohlhabender Kunden abzuschöpfen, wie es bei Markenklamotten auch der Fall ist.

apollyon
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04.01.2013 - 14:17 Uhr
apollyon

Schnurz sagte:
apollyon sagte:
Mit dem Unterschied, dass für das gleiche Geld in einem Fall die Näherinnen zwei Jeans nähen müssen, im anderen nur eine. Heißt: Der Stundenlohn ist für die Produzenten höher. Heißt: Bei gleicher Arbeitszeit nehmen sie im Fair Trade Fall mehr Geld mit nach Hause und haben dadurch einen besseren Lebensstandard.


Angenommen der Stundenlohn wäre überdurchschnittlich, dann fließt immer noch nicht mehr Geld in das Land, sondern es verteilt sich nur anders: Wenn der Lohn doppelt so hoch ist, die Arbeitsnachfrage sich aber halbiert (Kauf von einer Fairtrade Jeans statt von zwei Nicht-Fairtrade-Jeans -> geringere Arbeitsnachfrage), dann profitiert die eine Hälfte der Arbeitnehmer und die andere verliert. Im Durchschnitt ändert sich nichts - außer der Ungleichheit.

Allerdings ist es de facto nicht so, dass Fairtrade-Beschäftigte im Schnitt einen höheren Lohn haben. Im Agrarbereich z.B. (Kaffee, Kakao, Bananen) wird zwar ein Mindestpreis garantiert, aber keine Abnahmemenge - also selbst wenn der garantierte Fairtrade-Preis doppelt so hoch ist, die Abnahmemenge sich aber halbiert, steht der Bauer nicht besser da.

Schlußendlich wird ein höherer Preis für die gleiche Menge an Zeit- und Ressourceneinsatz gezahlt. Dadurch entstehen weitere Freiräume zur Nutzung von verbleibender Zeit und Ressourcen (z.B. Anbaufläche). Wenn diese sinnvoll genutzt werden können, dann haben die Beteiligten davon auch was. Kann ja Vorteile haben, wenn bei einer Familie nicht alle Kinder miternten müssen, um die Ernährung zu gewährleisten, und statt dessen vielleicht in die Schule gehen können, während nur die Erwachsenen arbeiten.

Wenn dadurch nur die Brachfläche und Arbeitslosigkeit erhöht wird, dann zieht das Modell natürlich nicht.

Wenn man die Arbeitnehmer besserstellen will, müsste von einem gegebenen Preis ein höherer Anteil an die Arbeitnehmer fließen. Aber auf diesen Verzicht sind Händler und Zwischenhändler nicht bereit, im Gegenteil: Öko- und Fairtrade-Label sind ein Mittel, die höhere Zahlungsbereitschaft wohlhabender Kunden abzuschöpfen, wie es bei Markenklamotten auch der Fall ist.


Meines Wissens fließt ein höherer Anteil an die Arbeitnehmer.
Es sind nicht alle Fairtrade-Produkte teurer als vergleichbare Produkte mit niedrigeren Produktionskosten. Das liegt auch daran, dass bei "Standard"-Produkten ein Großteil des Umsatzes Marketing und Markenpflege ausgegeben wird, um sich gegenüber anderen Marken zu differenzieren. Bei Fairtrade ist allein das Siegel ein Differenzierungsmerkmal. Das Geld dafür wird z.T. an die Erzeugerländer weitergegeben. Daher ist der Aufwand für konventionelles Marketing nicht so groß.

Schnurz
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04.01.2013 - 16:19 Uhr
Schnurz

apollyon sagte:
Schlußendlich wird ein höherer Preis für die gleiche Menge an Zeit- und Ressourceneinsatz gezahlt.


Das ist gerade nicht der Fall, wenn man ein Budget X hat und dieses Budget statt für konventionell produzierte Kleidung für im Schnitt teurere Fairtrade-Kleidung ausgibt (d.h. es wird mengenmäßiger weniger gekauft und es werden weniger Menschen beschäftigt - oder der Lohn muss sinken). Wenn man insgesamt einen positiven Effekt erreichen möchte, müsste man das Budget für Kleidung erhöhen.


apollyon
Meines Wissens fließt ein höherer Anteil an die Arbeitnehmer.


In der Theorie ja, praktisch können Sie das nicht nachprüfen. Die Preisgestaltung ist auch bei Fairtrade-Produkten ziemlich intransparent. Und selbst wenn ein höherer Anteil des Preises an die Arbeitnehmer fließt - wenn gleichzeitig die konsumierte Menge aufgrund eines höheren Preises sinkt, dann stellt man die die Arbeitnehmer unter Umständen sogar schlechter.

Wenn Fairtrade genauso teuer oder sogar günstiger als konventionelle Kleidung ist und ein höherer Teil an die Arbeitnehmer fließt - dann profitieren die Arbeitnehmer. Ansonsten gilt: Fairtrade muss nicht "fairer" sein als normaler Handel.

PS: Und "weniger konsumieren" ist die schlechteste Lösung - das zerstört nur Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen ohne Ausbildung. Die Alternativen sind noch schlechter bezahlte Tätigkeiten in der Landwirtschaft, damit ist niemanden geholfen.

addictedToSleep
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-1

04.01.2013 - 19:52 Uhr
addictedToSleep

ich möchte gerne, für die, die nicht std. lang durch die stadt rennen wollen (obwohl ich auch dafür bin, solche läden zu unterstützen) avocadostore.de empfehlen.

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Mag ich Mag ich nicht

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04.01.2013 - 19:52 Uhr
addictedToSleep

äh ja, klickbar: http://www.avocadostore.de/

drolli
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05.01.2013 - 05:56 Uhr
drolli

Um das richtig zu verstehen: In dem Artikel geht es nciht primaer darum wie ich faire Kleidung finde, sondern nur um eine Auflistung an Laeden die dann auch noch kaum Journalistisch verbraemt das fehlen von Zertifizierungen wegreden duerfen. An der Stelle waere doch eine Nachfrage angebracht gewesen.

Ich frage mich ja was man tun muss um an so eine Werbung zu kommen.

SchmidtGeorg
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05.01.2013 - 07:53 Uhr
SchmidtGeorg

im Endeffekt dreht sich alles ums Geschäft, wenn die Waren zu teuer hergestellt oder produziert werden, werden sie kaum abgenommen und solange zB die Trichots der deutschen Fussballnationalerf in D zugeschnitten, dann nach Indonesien geflogen werden , zum Nähen, wenn wie bei der Fussball WM 2006 Bälle benutzt werden, die in Malaysia von Kindern genäht wurden-ist alles Illusdion!

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05.01.2013 - 08:38 Uhr
SchmidtGeorg

drolli sagte:
Um das richtig zu verstehen: In dem Artikel geht es nciht primaer darum wie ich faire Kleidung finde, sondern nur um eine Auflistung an Laeden die dann auch noch kaum Journalistisch verbraemt das fehlen von Zertifizierungen wegreden duerfen. An der Stelle waere doch eine Nachfrage angebracht gewesen.

Ich frage mich ja was man tun muss um an so eine Werbung zu kommen.



eine Zertifikat ist eine ziemlich teure Angelegenheit, können eigentlich nur grosse Firmen bezahlen, dh, der kleine Unternehmer kann sich ein zertifikat garnicht leisten, da sind schnell 10-20.000 US$ fällig, einfach mal bei einer Sportfirma nachfragen, wie das läuft-Zertifikat-Lizenz!

Bangshou
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07.01.2013 - 23:35 Uhr
Bangshou

Meine Prophezeiung:

Irgendwann verkehrt sich auch dieser Gutmenschen-Gewissens-Hype in sein Gegenteil.

Das wird der Zeitpunkt sein, an dem die FDP wieder zweistellige Wahlergebnisse einfahren und Christian Linder Vizekanzler wird.

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