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alcofribas
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Mag ich Mag ich nicht

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01.01.2013 - 19:24 Uhr
alcofribas

und was genau ist jetzt daran "entlarvend", wenn auf dem Tumblr Meinungsäußerungen wie "ja, es gibt sowas wie zuviele Geschlechtspartner gehabt zu haben" gepostet werden?

anou
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Mag ich Mag ich nicht

0

01.01.2013 - 23:50 Uhr
anou

alcofribas sagte:
und was genau ist jetzt daran "entlarvend", wenn auf dem Tumblr Meinungsäußerungen wie "ja, es gibt sowas wie zuviele Geschlechtspartner gehabt zu haben" gepostet werden?


„entlarvend“ in der hinsicht, dass die bejahung der aussage im gegensatz zu den vorher genannten attributen in der selbstbeschreibung („nice guy“, „treating women with respect“ etc) steht. anders als bei bloßen meinungsäußerungen sehen feminist/innen hier die reproduktion gesellschaftlicher ungleichheitsverhältnisse: in der traditionell geprägten gesellschaft gelten unterschiedliche maßstäbe für mann und frau, eine doppelmoral in der bewertung von sexualverhalten – während eine sexuell freie frau mit vielen unterschiedlichen geschlechtspartnern häufig als „schlampe“ etc beschimpft wird, passiert das sexuell freizügigen männern weitaus weniger, sie gelten im gegenteil sogar oftmals als „frauenhelden“. das wird in der aussage impliziert und in jeder hinsicht wird mit der bejahung der aussage der potentiellen partnerin die freiheit aberkannt, sexuell mit so vielen partner(innen) aktiv zu sein, wie sie möchte und ihr die traditionelle patriarchalische erwartung der gesellschaft entgegen gestellt bzw. aufgedrängt – das gegenteil der vorher proklamierten „netten“ oder „respektvollen“ art.

alcofribas
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4

02.01.2013 - 00:58 Uhr
alcofribas

anou sagte:
alcofribas sagte:
und was genau ist jetzt daran "entlarvend", wenn auf dem Tumblr Meinungsäußerungen wie "ja, es gibt sowas wie zuviele Geschlechtspartner gehabt zu haben" gepostet werden?


„entlarvend“ in der hinsicht, dass die bejahung der aussage im gegensatz zu den vorher genannten attributen in der selbstbeschreibung („nice guy“, „treating women with respect“ etc) steht. anders als bei bloßen meinungsäußerungen sehen feminist/innen hier die reproduktion gesellschaftlicher ungleichheitsverhältnisse: in der traditionell geprägten gesellschaft gelten unterschiedliche maßstäbe für mann und frau, eine doppelmoral in der bewertung von sexualverhalten – während eine sexuell freie frau mit vielen unterschiedlichen geschlechtspartnern häufig als „schlampe“ etc beschimpft wird, passiert das sexuell freizügigen männern weitaus weniger, sie gelten im gegenteil sogar oftmals als „frauenhelden“. das wird in der aussage impliziert und in jeder hinsicht wird mit der bejahung der aussage der potentiellen partnerin die freiheit aberkannt, sexuell mit so vielen partner(innen) aktiv zu sein, wie sie möchte und ihr die traditionelle patriarchalische erwartung der gesellschaft entgegen gestellt bzw. aufgedrängt – das gegenteil der vorher proklamierten „netten“ oder „respektvollen“ art.


wenn ich das richtig mitbekommen habe, lautet die Frage "is there such a thing as having had too many sex partners" - das kann man doch unabhängig von der Sichtweise auf "Ungleichheitsverhältnisse" so oder so bewerten?

Henriettesbimmelbahn
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-1

02.01.2013 - 10:54 Uhr
Henriettesbimmelbahn

alcofribas sagte:
wenn ich das richtig mitbekommen habe, lautet die Frage "is there such a thing as having had too many sex partners" - das kann man doch unabhängig von der Sichtweise auf "Ungleichheitsverhältnisse" so oder so bewerten?

Kann man, aber wenn Du Dir die anderen Statements dieser Loser anschaust, dann wird schon klar dass es nicht so gemeint war.

jetztnamenamejetzt
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5

03.01.2013 - 15:47 Uhr
jetztnamenamejetzt

Apropoz feministische "Analysen".

Ich finde es ja immer wieder aufs Neue überraschend wie von feministischer, "kritischer" Seite Theorien über Theorien aufgefahren werden, um in der kleinsten inhaltlichen Schwierigkeit klassischer Texte (zB Platon oder Aristoteles) den Beweis für die Unnatürlichkeit, Konstruiertheit und "Bösartigkeit" traditioneller/klassischer Ideen übers Menschsein, zu finden.

Während diese "kritischen" Theorien, mit denen die Fundamenete der westlichen, patriarchalischen Kultur "ENTLARVT" und "DEMASKIERT" werden sollen, selbst auf den wackeligsten, theoretischen Fundamenten stehen, die man sich vorstellen kann.

Ob dieses Mangels an Selbstkritik der "Kritiker" sind die "demaskierenden" Analysen auch oft so grobschlächtig und krude.

Henriettesbimmelbahn
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-5

03.01.2013 - 17:09 Uhr
Henriettesbimmelbahn

Das ist selbstverständlich Unsinn. Jede philosophische Überlegung leitet sich von den Grundlagen ab. Jede Theorie hat ein Fundament, man lässt ja in der Physik auch nicht einfach die Relativitätstheorie weg, weil Einstein an irgendeiner anderen Stelle falsch lag.

Was an den feministischen Theorien (welche eigentlich?) "krude" sein soll, hast Du übrigens auch vergessen zu erwähnen. Nice try, Kollege.

Wilberforce
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0

04.01.2013 - 09:40 Uhr
Wilberforce

alcofribas sagte:
und was genau ist jetzt daran "entlarvend", wenn auf dem Tumblr Meinungsäußerungen wie "ja, es gibt sowas wie zuviele Geschlechtspartner gehabt zu haben" gepostet werden?


Zuviele Geschlechtspartner ... wofür? Das ist eine Frage, zu der man eine Meinung haben könnte. Die Generalisierung zielt darauf ab, eine "entlarvende" Anwort zu bekommen.

Allerdings frage ich mich, was hier entlarvt wird. Typen, die mit ihrer "Nettigkeit" hausieren gehen, sind tatsächlich eher verklemmte Machos? Darauf muß man erst mal kommen.

jetztnamenamejetzt
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Mag ich Mag ich nicht

1

04.01.2013 - 13:25 Uhr
jetztnamenamejetzt

Deine Begründung dafür warum mein Einwand "selbstverständlich Unsinn" ist verstehe ich nicht, Kollege_in Henrietteshimmelbahn. Zum einen verstehe ich den Vergleich mit Theorien in der Physik nicht [da man die "Wahrheit" von Theorien in den Naturwissenschaften mit ganz anderen Methoden ermisst als in den Geisteswissenschaften], zum anderen habe ich wirklich nirgendwo behauptet, dass man Theorien "weil sie an irgendeiner Stelle falsch lagen" generell zurückweisen soll.

Dass jede Theorie (wie du behauptest) ein Fundament hat, lasse ich gelten, aber dann stellt sich halt die Frage welchem Fundament man vertrauen soll. Wenn Platon und Judith Butler zu anderen Ergebnissen kommen, weil sie andere theoretische Fundamente haben, stellt sich halt die Frage: Welchem Fundament soll man trauen? …. Es geht also in der Philosophie nicht nur darum, wie du zu behaupten scheinst, das man halt aus "seinem theoretischenFundament" seine Schlussfolgerungen zieht, sondern es geht auch darum mit Mühe und Not herauszufinden welches Fundament das bessere ist.

Und genau dieser kitische Blick auf die eigenen Grundlagen fehlt im gelebten Feminismus oft in unfassbar krasser Weise. Der Blog der Gender-Studies-studierten "Netzfeministin" Nadine Lantzsch ließt sich beispielsweise wie eine Karikatur: Es wird mit religiöser Gewissheit herumposaunt, dass man auf der "richtigen, guten" Seite steht usw. Der Wert der Aufklärung wird bei Seite gefegt, weil Kant "ein weisser, rassistischer Mann" war und so weiter. [Auch wenn sie DA dann wieder zurückruderte]. Das ist ein zB ein relativ extremes Beispiel für die Krudität, Grobschlächtigkeit und den Mangel zur Differenzierung, die man ständig findet.

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