27.12.2012 [ZugGeschichten XIV - Durch eine Scheibe in eine dunkle Nacht]
Es regnet.Ich sehe es nicht, doch höre ich die dicken Tropfen an die Fenster des Wagons prasseln.
Wie ein riesiges Walroß welches auf seinem liebsten Platz liegt und sich doch nun entscheidet, ins Wasser zu gleiten, setzt sich der Zug schaukelnd in Bewegung. Schwermütig. Aber bestimmt. Und wie sich das Walroß im Wasser wohl fühlt, so nimmt der Zug immer mehr Geschwindigkeit auf und gleitet schließich mit einer scheinbaren Leichtigkeit durch die nächtliche Landschaft.
Nichts von alledem, was draußen an mir vorbeizieht kann ich sehen. Ich schaue durch eine Scheibe in eine dunkle Nacht. Nur mein Spiegelbild schaut mich mit einem zufriedenen Lächeln an. Im Hintergrund blitzen wie Glühwürmchen immer wieder Lichtpunkte auf, welche gleich darauf wieder verschwunden sind. Und manchmal ist das Aufflammen der Lichter direkt in meinen Augen zu sehen.
Es ist schön, so dermaßen zufrieden und glücklich zu sein, dass man es eigentlich nicht beschreiben kann, sondern einfach nur der Blick durch eine Scheibe in eine dunkle Nacht reicht, um zu wissen, wohin man gehört...

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