28.12.2012 - 12:13 Uhr

2 0

27.12.2012 [ZugGeschichten XIV - Durch eine Scheibe in eine dunkle Nacht]

Text: MountMcKinley

Es regnet.

Ich sehe es nicht, doch höre ich die dicken Tropfen an die Fenster des Wagons prasseln.

Wie ein riesiges Walroß welches auf seinem liebsten Platz liegt und sich doch nun entscheidet, ins Wasser zu gleiten, setzt sich der Zug schaukelnd in Bewegung. Schwermütig. Aber bestimmt. Und wie sich das Walroß im Wasser wohl fühlt, so nimmt der Zug immer mehr Geschwindigkeit auf und gleitet schließich mit einer scheinbaren Leichtigkeit durch die nächtliche Landschaft.

Nichts von alledem, was draußen an mir vorbeizieht kann ich sehen. Ich schaue durch eine Scheibe in eine dunkle Nacht. Nur mein Spiegelbild schaut mich mit einem zufriedenen Lächeln an. Im Hintergrund blitzen wie Glühwürmchen immer wieder Lichtpunkte auf, welche gleich darauf wieder verschwunden sind. Und manchmal ist das Aufflammen der Lichter direkt in meinen Augen zu sehen.

Es ist schön, so dermaßen zufrieden und glücklich zu sein, dass man es eigentlich nicht beschreiben kann, sondern einfach nur der Blick durch eine Scheibe in eine dunkle Nacht reicht, um zu wissen, wohin man gehört...



Neue Texte zum Label '2_0_1_2':
Textoptionen
Mehr Texte von
MountMcKinley
Mehr Texte zum Label
2_0_1_2
Text Freunden empfehlen Text drucken Text melden
0 Kommentare
Für diese Funktion musst du eingeloggt sein.

Jetzt-Mitglied

MountMcKinley offline

MountMcKinley

ist jetzt-User und hat diesen Beitrag verfasst.

„De Dosis macht`s, vastehst! Wennst da a Überdosis Leb`n gibst, vareckst. Und wennst da z’wenig gibst, vareckst a. Du muaßt genau des Mittelmaß da'wischen und dann muaßt as genießen!“ (Hans Söllner)