24.12.2012 - Weihnacht
Mittags kommt die letzte E-Mail für mehrere Tage, aus Australien, GW wünscht mir fröhliche Weihnachten. Ich bin ganz aufgeregt, dass sie mir jetzt schreibt, aber auch ratlos, was ich ihr wünschen könnte und sollte, was wann angemessen wäre. Wie verblödet man manchmal ist.Beim Baum anputzen legen wir das wenige Glaszeug, das anzuschaffen ich mich durchgerungen habe, aufs Sofa, und prompt lässt sich das kleine Kind immer wieder mit Anlauf auf die Polster klatschen. Ins Kinderzimmer will es nicht, so richtig helfen kann es irgendwie auch nicht, irgendwann werde ich laut. So funktioniert das also. Richtige Weihnachtsstimmung will bei mir nicht aufkommen, was ich sehr bedaure, es sind einfach zu viele Dinge, die erledigt werden sollten. Übrigens hat das größere Kind sehr zielstrebig die Idee, nicht nur einen Strohstern an die Baumspitze zu hängen, sondern auf der Rückseite noch einen zweiten anzubringen. Daran hatte ich jahrelang nicht gedacht, meine Mutter hat das auch so gemacht, und ich bekomme einen kleinen Schreck, weil das Kind manchmal mit traumwandlerischer Sicherheit Dinge so wie sie macht.
Unterdessen hängt * in der Küche fest, er will was Neues ausprobieren und seine Idee, Bratlinge aus Süßkartoffeln und schwarzen Bohnen zu machen, lässt sich doch nicht so leicht umsetzen. Er ist immer noch erkältet, riecht und schmeckt nichts und ärgert sich, sozusagen blind zu kochen. Anspannung. Die Nachbarin, der ich ein paar Babyklamotten schenkte, hängt uns einen Süßigkeitenbeutel an die Türklinke.
Später kommen die Gäste, dann TW als Weihnachtsmann, der einen Schuh auszieht, aber gleich von den Gästen in die Wohnung gezogen wird. Nun sitzt er da mit einer Wollsocke, ist aufgeregt und schwitzt unter der Verkleidung. Die Kinder sind offen und unbefangen, tragen ihr Verslein vor und fassen Unmengen Geschenke ab, auch wir bekommen irrsinnig viel. Als TW aufbricht, die enttäuschte Frage des größeren Kindes, ob es das jetzt schon war. Es ist übermüdet, da es vor Aufregung keinen Mittagsschlaf machen konnte, und enttäuscht, dass wir seinen größten Wunsch nach etwas sehr Kommerziellem und Gegendertem nicht erfüllt haben. Eigentlich ist es doch doof, dass wir zulassen, dass es so garstige Dinge denkt und sagt, aber ich habe keine Ahnung, wie wir da rauskommen könnten.
Die Gäste bleiben lange, ich kämpfe mit der Müdigkeit. Wir spielen das Memory mit den gemischten Doppeln. Mehrere Mitspieler haben ein ausgezeichnetes Bildergedächtnis und räumen das Feld ab, kriegen aber das Schütteln der Worte nicht hin. Bei mir genau umgekehrt, ich versage jämmerlich, weiß nur, welche Karte ich suchen soll, finde aber nichts, was mich aber gar nicht stört.
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wie waren dann die bratlinge?









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28.12.2012 - 10:56 Uhr
chrinamu