25.12.2012 - 17:12 Uhr

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Es dauert nicht mehr lang.

Text: paulscousine

Vor ein paar Wochen, da gab es einen Jungen. Weit weg von dir, in einer anderen Stadt. Ich weiß noch, dass er mir einen Kuss auf die Wange drückte, bevor er ins Nachbarzimmer ging. Ich weiß, dass ich heißes Wasser aus der Dusche trank, damit die Heiserkeit aus der Stimme verschwindet. Ich weiß, dass ich nicht an dich gedacht habe. Und ich stand am Fenster neben dem eben zur Seite gezogenen Vorhang und habe rausgesehen auf eine fremde Stadt, in der der erste Schnee des Jahres fiel. Der Sommer ist lang vorbei. Zum ersten Mal war das nicht nur ein Satz, den ich sagte, weil ihn jemand hören wollte.

Ich dachte nicht, dass wir uns wiedersehen, doch ein paar Wochen später kam er mich besuchen. An einer Straßenecke habe ich ihn abgeholt. Ich habe ihn in mein Zimmer geführt, ich habe ihm meine Welt gezeigt, ich bin neben ihm eingeschlafen und aufgewacht. Ich bin mit ihm ein Labyrinth im Schnee und einen Fluß entlang gelaufen, durch Bars gestolpert, habe meinen Kopf auf seine Brust gelegt und seinen Herzschlag gehört.

Seit du fort bist, kann ich das: die Momente auskosten.

Aber als er meine Hand in seine nahm, als er fragte, wie ich meinen Freunden von ihm erzählt hatte, als ich morgens aufgewacht bin und bemerkte, dass ich bis zum Rand gerückt war und einen ganzen Meter zwischen uns gebracht hatte, da wusste ich, was anders ist.

Seit du fort bist, kann ich das nicht mehr: jemandem nah sein.

Es war keine Absicht, als wir dich dann getroffen haben. Wir waren auf dem Weg zur nächsten Bar. Du warst rauchen vor dem Club. Was waren wir alle höflich, haben distanzierte Umarmungen und die üblichen Floskeln ausgetauscht. Deine Freunde haben mit mir geredet, du bist nur freundlich lächelnd von einem Fuß auf den anderen getreten. Und ich war froh, als wir endlich weitergehen konnten.

Ich wünschte, ich hätte mehr Genugtuung empfinden können. Wenn es nur etwas gebracht hätte, neben ihm zu stehen und dir zu zeigen, wie weit weg ich schon bin.

Ich warte doch nur darauf, dass du endlich diese Stadt verlässt.
Es dauert nicht mehr lang.



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6 Kommentare
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robinski
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Mag ich Mag ich nicht

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25.12.2012 - 19:20 Uhr
robinski

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felina
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25.12.2012 - 21:01 Uhr
felina

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sunnybunny84
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Mag ich Mag ich nicht

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25.12.2012 - 23:58 Uhr
sunnybunny84

mh

schwindlicht
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-2

26.12.2012 - 06:38 Uhr
schwindlicht

schreiberin
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Mag ich Mag ich nicht

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30.12.2012 - 22:41 Uhr
schreiberin

ach.

heutejetzthier
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Mag ich Mag ich nicht

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06.01.2013 - 21:18 Uhr
heutejetzthier

Hat nicht jeder Schmerz auch eine gute Seite? Lernen wir nicht aus unseren Verletzungen? Ist es nicht etwas harsch sich zu wünschen, dass jemand den man mag, die Stadt verlässt?

Eines Tages wird der Moment kommen, wo auch die wieder die Hand eines anderen Menschen halten kannst und es genauso genießen wirst wie es ist...

Life Is The Art Of Sometimes Holding On And Sometimes Letting Go.

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