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ts66
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22.12.2012 - 14:05 Uhr
ts66

JoergAuch sagte:
ts66 sagte:
Als Akademiker verdient man eben im Allgemeinen deutlich mehr als die Nichtakademiker. Um ein plakatives Beispiel zu wählen: Man kann sich fragen, ob die Krankenschwester dem Lehrersöhnchen sein Studium mitfinanzieren muss, der danach ein deutlich höheres Gehalt beziehen wird, als es die Krankenschwester je könnte. Die ja auch nicht in Geld schwimmt.

Deshalb zahlt der Akademiker ja auch bedeutend mehr Steuern, wenn er denn wirklich mehr verdient. Von dem Mehr an Steuern kann sogar die Tochter der Krankenschwester kostenlos studieren. Finde ich sehr vernünftig.


Wobei sich die Krankenschwestertochter natürlich auch entscheiden kann, selber Krankenschwester, oder Taxifahrer zu werden, oder einfach auswandert. Auf der anderen Seite gibt es den 22-semestrigen Studenten, der sein ganzes Leben nicht zurückzahlen wird. (Dafür aber seine von der Allgemeinheit finanzierte Selbstverwirklichung genossen hat.) Und bei der Finanzierung über die Einkommenssteuer werden zusätzlich auch noch alle hinzugezogen, die nie studiert haben, und trotzdem ein hohes Einkommen erzielen.

Wenn die Hochschulfinanzierung so über einen groben Kamm geschert wird, schafft man eben auch viele indivduelle Ungerechtigkeiten. Ich finde, das kann man ruhig mal hinterfragen. Meine Dauerkarte für die Schwimmbäder hier kostet mich im Jahr 350€ und ich gehe 3-4 mal pro Woche schwimmen. Ich fände es bizarr, wenn mein Nachbar, der ähnlich verdient wie ich, aber nie in einem Schwimmbad war, zum gleichen Teil für die Bäderfinanzierung gezogen wird wie.ich. Die Art und Intensität der Nutzung öffentlicher Leistung sollte da schon eine Rolle spielen. Dabei lehne ich Radikalpositionen wie die komplette Individualisierung der Finanzierung ab.


JoergAuch sagte:
Und man kann sich auch fragen, ob die Gesellschaft jeden Scheiß finanzieren muss, der an den Hochschulen so getrieben wird, oder ob man die Betroffenen an der Finanzierung beteiligen sollte.

Und wer entscheidet, was sinnvoll und was "jeder Scheiß" ist?


Das wäre sicher eine interessante Debatte! Ich habe mir da aber auch noch keine Meinung gebildet.

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

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22.12.2012 - 16:10 Uhr
JoergAuch

ts66 sagte:
Auf der anderen Seite gibt es den 22-semestrigen Studenten, der sein ganzes Leben nicht zurückzahlen wird. (Dafür aber seine von der Allgemeinheit finanzierte Selbstverwirklichung genossen hat.)

Der hat sich in ein paar Veranstaltungen mit reingesetzt, die auch ohne ihn gelaufen wären. Das kann man verkraften, und so viele davon gibt es nicht.

Ansonsten muss er von irgendwas gelebt haben. Da kann man kaum von Selbstverwirklichung, finanziert von der Allgemeinheit reden.

ts66
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Mag ich Mag ich nicht

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22.12.2012 - 19:18 Uhr
ts66

JoergAuch sagte:
ts66 sagte:
Auf der anderen Seite gibt es den 22-semestrigen Studenten, der sein ganzes Leben nicht zurückzahlen wird. (Dafür aber seine von der Allgemeinheit finanzierte Selbstverwirklichung genossen hat.)

Der hat sich in ein paar Veranstaltungen mit reingesetzt, die auch ohne ihn gelaufen wären. Das kann man verkraften, und so viele davon gibt es nicht.


Der Zug fährt, auch wenn ich nicht drinb sitze. Und das Schwimmbad steht auch da, auch wenn ich nicht schwimme- Die Band spielt, auch wenn ich nicht ins Konzert gehe. Alles umsonst jetzzt?


JoergAuch sagte:
Ansonsten muss er von irgendwas gelebt haben. Da kann man kaum von Selbstverwirklichung, finanziert von der Allgemeinheit reden.


Wenn das Studium zur Selbstverwirklichung dient?

ZeroDegrees
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Mag ich Mag ich nicht

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22.12.2012 - 19:46 Uhr
ZeroDegrees

ts66 sagte:
Wenn das Studium zur Selbstverwirklichung dient?


Ja, was denn sonst, wenn nicht um Individualbedüfnisse zu stillen und zur Selbstverwirklichung?

Um Grundbedürfnisse, reines Sicherheitsbdedürfnis oder Sozialbedürfnis geht da hauptsächlich nicht mehr.
Um Geld zu verdienen, muss man ja kaum studieren. Und nur wegen dem Geld wird sich keiner zu einem Ingenieursstudium oder Anglistikstudium durchringen. Das muss auch Spaß machen und einem liegen.

Danach gesehen, darf gar kein Studium allgemein finanziert werden - egal wie sinnvoll mancher Studiengang erachtet wird oder nicht.

Dann besteht aber auch die Gefahr, die Unabhängigkeit der Forschung zu verlieren, weil diese dann noch vielmehr auf Gelder der Wirtschaft und anderer Interessengruppen angewiesen sind. Für manchen mag das ok sein... ich möchte das nicht.

JoergAuch
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Mag ich Mag ich nicht

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23.12.2012 - 14:02 Uhr
JoergAuch

ts66 sagte:
Wenn das Studium zur Selbstverwirklichung dient?

Willst du das überprüfen? Und wenn ja wann und mit welchem Ziel? Klingt nach Erbsenzählerei.

Du darfst aber natürlich gerne deiner Uni was spenden, oder z. B. ihrrer Alumnivereinigung beitreten. Die Idee mit der zwangsweisen Nachstudiumabgabe finde ich jedenfalls überflüssig.

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