Strengere Waffengesetze - jetzt!
Nach dem Amoklauf von Newtown wird auf Twitter unter den Hashtags #GunControl und #GunControlNow über die Waffengesetze in den USA diskutiert. Die Tweets sind zum Teil sarkastisch bis zynisch. Und auch ein bisschen hoffnungsvoll.
Routine. Das ist eigentlich das letzte, das einem einfällt, wenn man an einen Amoklauf denkt. Was jetzt nach dem Massaker von Newtown im US-Staat Connecticut passiert, ist trotzdem: Routine. Der Amoklauf in der Sandy Hook Elementary School, bei dem der 20-jährige Adam Lanza am vergangenen Freitag 27 Menschen, darunter 20 Kinder, und danach sich selbst getötet hat, ist bereits die 13. Massenschießerei in den USA in diesem Jahr.
Wieder sind alle bestürzt, wieder hält Obama eine Rede, er kämpft mit den Tränen. Und wieder beginnt die Diskussion über die Waffengesetze in den USA. "The same Procedure as every Massacre", tweetete der User @piratenbaer. Das fasst die aktuelle Diskussion ganz gut zusammen. Verfolgen kann man diese unter den Hashtags #Newtown, #PrayForNewtown und #NoWayNRA (National Rifle Association: Nationale Schusswaffenvereinigung, die als Waffen-Lobby für das Waffenbesitzrecht eintritt). Die Tweets erzählen von der Fassungslosigkeit über die Tat, manche User posten die Namen und Fotos der getöteten Kinder, wie @bettaboy123, der jedes Opfer mit einem einzelnen Tweet bedacht hat.

Die Konsequenzen, die die USA aus dem Amoklauf ziehen müssen, werden unter den Hashtags #GunControl und #GunControlNow thematisiert. Beide Hashtags existieren nicht erst seit der Schießerei in Newtown. Den Hashtag #GunControlNow gibt es seit 11. Dezember, als ein maskierter Mann in einer Mall im US-Bundesstaat Oregon um sich geschossen und zwei Menschen getötet hat. Der Hashtag #GunControl beginnt am 10. Dezember mit einem Tweet über eine anarchistische Milizarmee innerhalb des US-Militärs.
Trending Topics sind die "GunControl"-Hashtags erst seit dem Amoklauf in Newtown geworden. Manche User posten Anti-Waffen-Plakate, andere zitieren aus Obamas Rede: "'These Tragedies Must End', Obama Says", twitterte @abarbalich. Einige Tweets enthalten direkte Aufforderungen, wie dieser von @thecrisismag: "#Congress ban assault weapons now!!! Time for talk is over!!!!"

Manche Tweets sind sarkastisch bis zynisch, viele spotten über die Absurdität der US-amerikanischen Waffengesetze, wie @REDmedic87: "It's completely acceptable to have 47 guns in one house hold just for fun." Und @brocky71: "Zwei Pistolen und ein halbautomatisches Gewehr hat in Deutschland nicht mal ein Soldat." Der User @oberlehrer kommentiert die Reaktionen der Waffen-Fans: "Was schließt der Ami aus #Newtown? Weg mit dem Waffenverbot in Schulen -- die Schüler müssen zurückschießen können!"



Auch Marina Weisband (@Afelia), bis Mai politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland, spielt in ihrem Tweet auf den gedankenlosen Umgang mit Waffen in den USA an: "Wir könnten uns einfach nen Sport für Familienväter ausdenken, der Marihuana beinhaltet. Vielleicht wirds dann auch legalisiert." In den USA beteiligen sich viele Prominente an der Diskussion unter den beiden "GunControl"-Hashtags. @MiaFarrow schrieb: "Gun control is no longer debatable- it's not a 'conversation'- it is a moral mandate." Die Schauspielerin wohnt nicht weit weg von Newtown und postete auch Fotos von den Blumen, Kerzen und Kuscheltieren, die vor der Schule abgelegt worden sind. Der US-amerikanische Filmregisseur und Autor Michael Moore (@MMFlint) twitterte: "Too soon to speak out about a gun-crazy nation? No, too late. At least THIRTY-ONE school shootings since Columbine."


Es sind auch User dabei, die den Zusammenhang zwischen dem Amoklauf und der Forderung nach strengeren Waffengesetzen nicht anerkennen, wie @LittleSlav: "Next time I get pulled over for speeding, I'll say my car did it #guncontrol". Sie deutet an, dass nicht Waffen, sondern Menschen mit Waffen schießen. Dennoch sind die USA mit Abstand das Land mit den meisten Toten durch privaten Schusswaffengebrauch. Ein Zusammenhang ist also durchaus naheliegend.
Die Mehrheit auf Twitter spricht sich für strengere Waffengesetze aus. Auch Jeffrey D. Sachs (@JeffDSachs), Direktor des "Earth Institute" an der Columbia University. Er forderte in einem Tweet dazu auf, eine Online-Petition für ein strengeres Waffengesetz zu unterzeichnen: "Let's all sign the petition for gun control. We need to try every approach. Our voices can prevail", schrieb er. Bisher sind erst knapp 150.000 Unterschriften (Stand: 17.12.2012) zusammengekommen.
Zwischen den zynischen Sprüchen liest man heraus, wie unzufrieden viele und besonders junge US-Amerikaner mit den Waffengesetzen sind und wie hilflos sich viele Menschen dort und auf der ganzen Welt fühlen. "Please Obama, grow some balls in your second term and say something, anything about gun control", twitterte der User @DavidYazbek. Wie er bauen viele darauf, dass Obama in seiner zweiten und letzten Amtszeit endlich den Kampf mit der Waffen-Lobby aufnimmt. Denn: Für die 10.000 Menschen, die jedes Jahr in den USA durch Schusswaffengewalt sterben, reichen keine Tränen.

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durch autounfälle werden in dt. hunderte menschen jährlich getötet und keiner kommt auf die idee, autos zu verbieten
DasUntier sagte:
durch autounfälle werden in dt. hunderte menschen jährlich getötet und keiner kommt auf die idee, autos zu verbieten
Bitte erklären Sie mir den Zusammenhang zwischen Autounfall und Amoklauf oder erläutern Sie mir den Unterschied, junger Mann.
DasUntier sagte:
ich bin gegen waffengesetze, man muss wehrhaft bleiben, kein gesetz hat geplante massaker verhindert
durch autounfälle werden in dt. hunderte menschen jährlich getötet und keiner kommt auf die idee, autos zu verbieten
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Name ist bei dir Programm, nheme ich an. Hauptsach was dazu gesagt.
1. Intelligente Menschen wehren sich mit Worten und Fakten - nicht mit Kugeln.
2. Warum hätte sich der Amokläufer gegen GRUNDSCHULKINDER wehren sollen????
131111 sagte:
DasUntier sagte:
durch autounfälle werden in dt. hunderte menschen jährlich getötet und keiner kommt auf die idee, autos zu verbieten
Bitte erklären Sie mir den Zusammenhang zwischen Autounfall und Amoklauf oder erläutern Sie mir den Unterschied, junger Mann.
ich bin Ihnen keine erklärung schuldig,
abgesehen davon, verkehren wir in verschiedenen denkwelten
sie sind gegen das, wofür bin ich und umgekehrt
Lassen wir seine Worte einfach für sich sprechen. ....
Das ist sonst ein typisches Charakteristikum von korrupten Drittwelt-Diktaturen, und deswegen haben die Amis Mordraten, die in Richtung dritte Welt gehen. Deswegen bewaffnen sich Bürger, es gibt Milizen, und eine allgemein militarisierte Zivilwelt. Die Kanone hängt nicht als Werkzeug im Waffenschrank, sondern als Waffe an der Garderobe. Und dann zieht halt soundsooft ein zorniger junger Mann damit los, um sich an der Welt zu rächen, in der er nicht klarkommt.
In der Schweiz, in Kanada, in Skandinavien (?) haben genausoviele Menschen Schußwaffen (auch wenn viele Amis dann gleich fünf haben statt einer). Dort ist aber friedlich. Genauso in New York (die seit 20 Jahren, mit z.T. fragwürdigen Methoden, den Menschen klarmachen, daß die Polizei da ist und kommt), wo die Taten mit Waffeneinsatz in Richtung europäischer Verhältnisse gehen. Und im Gegensatz zu z.B. Washington DC, wo man das nicht macht, und pro Kopf zehnmal soviel passiert.
DasUntier sagte:
ich bin gegen waffengesetze, man muss wehrhaft bleiben, kein gesetz hat geplante massaker verhindert
durch autounfälle werden in dt. hunderte menschen jährlich getötet und keiner kommt auf die idee, autos zu verbieten
Wenn niemand anderes Waffen besäße, hättest also auch Du keinen Grund welche haben zu wollen.
Wer könnte schon sagen, wie viele Massaker wir hier gehabt hätten, hätten wir vergleichbare Waffengesetze?
Im Gegensatz zu Waffen werden Autos nicht dafür gebaut, Menschen und Tiere zu verletzen und/oder zu töten. Und es wird kontinuierlich daran gearbeitet, dass weniger Menschen auf diese weise sterben. - Außerdem sind wohl die allerwenigsten Verkehrsopfer von jemandem mit Absicht über den Haufen gefahren worden.
Ich will damit jetzt nicht die Waffenlobby verteidigen, aber es lohnt sich trotzdem, mal über die Einschätzung von Gefahren nachzudenken.
18.12.2012 - 00:06 Uhr
JoergAuch
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17.12.2012 - 20:11 Uhr
ThomasCrown