Birchermüesli-Tradition
Gegessen wird immer, aber jeder macht es anders. Beim Kosmoskoch dokumentieren jetzt-User und jetzt-Redakteure jeweils eine Woche lang, was am Abend bei ihnen auf den Tisch kommt. Heute: jetzt-Userin keos.
Diese Woche hat sich jetzt-Userin keos die Mütze des Kosmoskochs aufgesetzt.Ich möchte vorausschicken, dass diese Woche nicht repräsentativ ist für mein Essverhalten, ich bin nicht jede Woche unterwegs und ich esse auch nicht jede Woche teuer im Restaurant. Aber ich fand, ein bisschen Abwechslung könnte nicht schaden. Dabei ist mir leider entgangen, dass meine alte Klein-Kamera keine wahnsinnig großartigen Bilder macht – insbesondere nicht bei schlechtem Licht, und, wie mir zu spät klar wurde, ich esse recht oft bei schlechtem Licht. Für die Fotos möchte ich mich also schon jetzt entschuldigen. So, jetzt aber zum Essen:
Montag:

Der Monsieur findet ja eigentlich, wir würden viel zu langweilig essen für den Kosmoskoch. Beim Versuch, unser Montagabend-Essen auf ein Foto zu kriegen, wird aber schnell klar, dass das vielleicht eine etwas seltsame Mischung aus Lebensmitteln, aber sicher nicht langweilig ist: Reste vom Nudel-Hühnchen-Käse-Gratin, übriggeblieben vom Sonntag, angereichert mit Knoblauchschinken (schmeckt viel besser als es klingt!), dazu Gurkensalat, Tomate, Brot, Käse, Wurst – und selbstgemachter Apfelkuchen. Das Chaos-Essen ist recht typisch für Montag: Was vom Wochenende übrigblieb plus alles, was der Kühlschrank hergibt. Weil es kalt ist, haben wir uns für Tee entschieden.
Dienstag:

An vielen Abenden unter der Woche treffe ich mich mit dem Monsieur am Bahnhof der einen oder anderen Stadt – wir wohnen eine Stunde auseinander. Dann gehen wir häufig gleich einkaufen. Manchmal haben wir Lust, „richtig“ zu kochen, dann gibt es zum Beispiel Fisch (in diesem Fall Goldbutt-Filet), gemehlt, gesalzen, gepfeffert, gebraten. Dazu Salzkartoffeln und Curry-Honig-Zucchini. Tomatensalat, Trauben und Apfelsaft vervollständigen das Menü.
Mittwoch:

Ich bin durchschnittlich alle zwei Monate für zwei, drei Tage geschäftlich unterwegs, meist in Brüssel. Inzwischen kenne ich die Stadt recht gut, lasse mich, was das Kulinarische angeht, aber immer noch gerne von meinen Kollegen überraschen. Brüssel hat diesbezüglich wirklich viel zu bieten! Wir gehen meist als bunt gemischte Gruppe essen, fast jedes Mal weiß jemand einen Ort, an dem wir noch nie waren und den man unbedingt ausprobiert haben muss. Dieses Mal waren Österreich, Frankreich, Belgien, Kroatien, Zypern und die Slowakei mit von der Partie, und das Lokal der Wahl war die „Brasserie Royal“ (die Webseite ist einen Besuch wert!). Dort gibt es alles, was das frittierte Herz begehrt – schlicht das, was man sich unter typisch belgischem Essen vorstellt. Ich entscheide mich für Boulettes à la bière, was überraschend lecker ist – dazu natürlich Frites und Bier, wie meistens: Chouffe, nicht nur wegen des Zwergs. Auf dem Rückweg ins Hotel gehe ich noch bei „Corné Port Royal“ (in den Galeries Royales Saint-Hubert) vorbei und kaufe Schokolade mit karamellisierten Pekannüssen für den Monsieur.
Donnerstag:

Keine kulinarischen Höhenflüge heute. Der Flughafen in Brüssel steht seinen europäischen Kollegen in nichts nach, von Pizza Hut bis Starbucks gibt’s alles – nur meistens nichts, worauf ich Lust habe. Ich gehe direkt zum Gate und bestelle etwas, das sich „Focaccia mit Brie“ nennt – es ist keine Focaccia, es schmeckt, wie es aussieht. Dazu Cola Zero, Paul Auster, Flugverspätung. Bonsoir, Tristesse. Später, der Monsieur hat mich überraschend vom Flughafen abgeholt, die Welt wieder in Ordnung gebracht – wir essen das, was noch zu Hause ist: gezuckerte Getreidekissen in Milch (ich war sehr hungrig!), dazu Saft.
Freitag:

Wir haben frei und brechen schon am Vormittag zu meinen Eltern auf, ein langes Wochenende liegt vor uns. Abends gibt es auf Monsieurs Wunsch hin Papas Birchermüesli, gemäß Selbstdeklaration „das Beste der Alpennordseite“. Dazu Brot, Käse, Schinken aus Südtirol und Tee. Es gibt Dinge, die ändern sich nie. Birchermüesli am Freitagabend gehört dazu. Und ich freue mich darüber.
Samstag:

Wir essen mit meinen Eltern und einem befreundeten Paar auswärts, es gibt Wild. Ich esse Rehpfeffer (köstlich!), dazu Spätzle und glasierte Kastanien. Dazu gibt es Wasser und einen enttäuschenden Sizilianer. Zum Nachtisch dann Vermicelles, für mich das kulinarische Highlight in diesen Wochen.
Sonntag:

Wir kochen alle zusammen, sogar die Tagliatelle sind selbstgemacht. Seit meine Eltern eine Nudelmaschine besitzen, teilen Papa und ich uns den Job, die Nudeln zu machen. Es ist jedes Mal ein kleines Ritual, wir beschweren uns abwechselnd über den zu feuchten/zu trockenen Teig, zu wenig Mehl im Mehlstreuer und zu wenig Platz auf dem Tisch. Aber am Ende wird alles gut. Zu den Nudeln gibt es Tomatensoße (natürlich auch selbstgemacht), Spinat und Ricotta, dazu einen - guten - Sizilianer. Das Dessert, Panna Cotta, habe ich schon am Nachmittag vorbereitet, dazu wird Passionsfrucht serviert.
Auf der nächsten Seite liest du den Kosmoskoch-Fragebogen von keos.
- Zugessen und schlotziger Couscous-Salat 13.05.2013
- "Ohne Spargel ist nicht richtig Frühling" 06.05.2013
- Bohnensuppe und Brot aus dem Waffeleisen 29.04.2013
- Nudeltage sind gute Tage 22.04.2013
- Spontaner Schokokuchen und selbstgesammelte Himbeeren 15.04.2013
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