06.12.2012
Früh laufe ich durch den Schnee auf Arbeit und höre dazu Bob Dylan. Der Morgen war nicht so: die Nikolausgeschenke sofort kaputtgegangen, die Süßigkeiten schmecken dem kleineren Kind nicht, der Liebste hat miese Laune, ich wische Glasscherben und Tränen weg und es ist abzusehen, dass ich wegen des Wintereinbruchs sehr zu spät auf Arbeit komme. Hinfort damit!Ich laufe also durch den Schnee, mir wird wieder warm in meinem coat that keeps me from the howlen' wend (dieser Akzent, fürchterlich!). Nur das mit den Locken kriege ich nicht hin und ich weiß auch nicht, ob irgendein Mensch auf der Welt mich zu Recht als seine ehemalige true love bezeichnet, ich denke auch eher darüber nach, ob ich so ein Lied machen könnte. (Nein). Das Licht ist schön: es ist ein düsterer Morgenhimmel, die dunklen Wolken ziehen schnell vorüber. Im Westen klart es ein wenig auf, und es liegt etwas seltsames helles in der Luft, nicht greifbar, genausowenig leugbar. Ich muss mich zwingen, weiterzulaufen.
Abends stößt das kleinere Kind meine Teetasse um und ich verbrühe mir die Unterarme. Erst sind sie knallrot, schwellen dann etwas an, und nach einer Weile läuft mir der Frost über die heiße Haut. Ich gehe direkt nach dem Abendbrot schlafen, träume etwas sehr schönes, aufgeräumtes, was ich leider vergesse. Beim Einschlafen gehen mir lauter interessante Dinge durch den Kopf: auch sie alle weg.
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