Flädlesuppe und Frühstückstage
Gegessen wird immer, aber jeder macht es anders. Beim Kosmoskoch dokumentieren jetzt-User und jetzt-Redakteure jeweils eine Woche lang, was am Abend bei ihnen auf den Tisch kommt. Heute: jetzt.de-Userin petersile
Diese Woche hat sich die jetzt.de-Userin petersile die Mütze des Kosmoskochs aufgesetzt.Montag

ist eine Erkältung im Anzug und ich tue, was man tut, koche Suppe. 2 Möhren, die Ruine eines Fenchels, Zwiebeln und 1 Kartoffel ist noch da. Außerdem Petersilie und Pfannkuchen vom Wochenende. (Die ich abwechselnd süß und salzig bestrich und füllte, rollte oder auch pur aß, gefühlte zwölf Stück in zwei Tagen). Jetzt also Gemüsesuppe mit Pfannkuchen=Flädlesuppe. Die einfachen Dinge sind die guten Dinge! Und man sollte immer Suppe fotografieren, dann würde man sich nicht mehr die Zunge verbrennen.
Dienstag

kaufe ich eine Großpackung Taschentücher (10x10), trinke anschließend heißen Ingwer-Holunder und löffle Müsli in meinem Stammcafé. Frühstück is(s)t meine Lieblingstageszeit. Am Abend noch mal aufgewärmte Suppe.
Mittwoch

verlasse ich das Haus nur, um Gemüse zu kaufen. Ich schiebe es am Abend in den Ofen. Süßkartoffeln, Karotten, Fenchel, rote Zwiebeln, zwei, drei Schüsse Olivenöl, Salz und Pfeffer. Dazu gesalzener Joghurt, Feta, Petersilie und gerösteter Sesam. Ach ja, und Reis. Am liebsten Milchreis (in Wasser gekocht), wegen seiner pappigen Konsistenz. Außerdem die letzten Seiten vom wunderbaren Buch „Bahnen ziehen" von Leanne Shapton. Leider kann man so schlecht essen und lesen ohne Flecken zu hinterlassen.
Donnerstag


bin ich übermüdet und weiß nicht, wie ich mich bis zum Abend wach halten soll, um Theater zu spielen. Ich habe mittags nur ein Schnapsglas voll Zeit und schiebe eine Seele mit Fenchel, Birne (Abate) und Bergkäse in den Ofen. Es ist mein Lieblingsschnellessen der letzten Wochen und gehört in die Kategorie "grundgut und tröstlich". Wichtig: Auf dem Sofa essen und eine Folge einer Serie kucken (weil ich langsam bin, habe ich „New Girl" eben erst entdeckt, verschlucke mich mehrmals vor Lachen). Am Abend belegte Brötchenhälften mit Gewürgurke und krauser Petersilie unter Folie, die mich rühren, die ich trotzdem nicht anrühre. Stattdessen eine trockene Breze. (Besser bei Aufregung).
Freitag

Mittags ein Gemüsekuchen aus dem Bioladen, in dem ich arbeite, seit halb sieben Uhr in der Früh. In jedem Stück steckt schätzungsweise ein halber Becher Sahne. Ich will es gar nicht wissen. Schmeckt aufgewärmt hervorragend. Dazu ein eingetupperter Rest vom Mittwochsgemüse, der auch kalt schmeckt. Am Abend nichts, was wirklich selten vorkommt, doch, Mohn-Vanille-Joghurt aus dem Glas löffeln bei offener Kühlschranktür, dazu auf Arte „Drei" von Tom Tykwer sehen und um neun auf dem Sofa einschlafen.
Samstag

Herstellung der besagten Pfannkuchen, die es montags als Suppe gab. Samstag ist der Beginn meiner Kochwoche und mir gelingen wirklich die besten Pfannkuchen, die ich je gebacken habe. Fast wie von meiner Großmutter, die zu dicke Exemplare aufs Schlimmste verpönte. Ein Schluck Mineralwasser scheint der Trick zu sein. Außerdem ein Schuss Sonnenblumenöl. Weil mir Pfannkuchen allein zu langweilig sind, brate ich einen Rest Kürbis mit Zwiebeln und Butter, lösche mit Weißwein ab, zupfe Salbei und Rosmarin rein und koche das Ganze, bis es matschig ist, oder schöner gesagt: Sugo. Außerdem brate ich in einem anderen Topf eine Birne mit Fenchel und Butter. Damit belege ich später die Pfannkuchen. Außerdem mit einem Löffel Ricotta zum Kürbis und Pecorino zur Birne. Meine Tischgesellschaft isst Käsefondue.
Sonntag


Ist mein liebster Frühstückstag mit Eiern und zwei Kaffee und Tee, mehreren Marmeladen und Käsesorten und auch gerne auf dem Sofa oder im Bett mit einer Serie. Heute Flashback in die Jugend, als ich eigentlich noch ein Kind war und es aber trotzdem kuckte: "Beverly Hills 90210". Ich stelle nebenbei fest, dass ich unzählige Frühstücksfotos habe. Das Frühstück ist ein Spätstück und hält bis zum Abend vor. Da gibt's Kässpätzle mit Salat. Selbst durch die Presse, ja gepresst eben, (und nicht vom Brett geschabt, woran sich ja die Geister scheiden). Viel wichtiger erscheint mir „gscheiter" Käse: Siebenbauern-Bergkäse und Gruyère. In die Aufflaufform Spätzle und Käse geschichtet und in den Ofen geschoben. Natürlich Zwiebeln schmelzen. Es muss ja mal was Schwäbisch-Deftiges geben.
Auf der nächsten Seite liest du den Kosmoskoch-Fragebogen von jetzt.de-Userin petersile.
- Zugessen und schlotziger Couscous-Salat 13.05.2013
- "Ohne Spargel ist nicht richtig Frühling" 06.05.2013
- Bohnensuppe und Brot aus dem Waffeleisen 29.04.2013
- Nudeltage sind gute Tage 22.04.2013
- Spontaner Schokokuchen und selbstgesammelte Himbeeren 15.04.2013
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