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_warum
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Mag ich Mag ich nicht

-4

03.12.2012 - 19:38 Uhr
_warum

Was für ein Quatschkopf, dieser Schäfer. "Man kann argumentieren, dass so eine Ausbildung sinnvoller ist als gar keine Ausbildng. Das stimmt auch. Wir wissen aber: Je weiter weg eine Qualifizierungsmaßnahme vom eigentlichen Arbeitsmarkt ist, desto schwieriger ist dann der Übergang in den ersten Arbeitsmarkt."

Ja sicher. Aber _ohne_ Ausbildung ist es noch viel schwieriger, in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen.

Übrigens kann man noch viel weiter gehen, als der Sozialkommissar fordert, und eine grundsätzliche Job-Garantie anbieten: http://wirtschaftsphilosoph.wordpress.com/2012/11/29/erganzungsstellen-statt-arbeitslosigkeit-und-burgergeld/

Es gibt so viel nützliche Dinge, die getan werden konnten, und heute nur deshalb nicht getan werden, weil angeblich das Geld fehlt. Das muss doch besser gehen...

battlegnom
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Mag ich Mag ich nicht

3

03.12.2012 - 20:34 Uhr
battlegnom

@_warum

"Ohne Ausbildung ist es noch viel schwieriger....."
Damit hast du m. E. 100%ig recht.
Aber das eigentliche Grundproblem liegt m. E. in diesem Falle darin, dass wenn ein solches Programm durchgeführt wird, der Anreiz zur Leistung fehlt.
Niemand wäre mehr dazu "gezwungen" sich wirklich Mühe zu geben, außer die Person entwickelt den Ergeiz von sich selbst aus.
Ich persönlich denke, das ein gewisser Anspruch vom Arbeitsmarkt, Firmen, staatlichen Institutionen durchaus gerechtfertigt ist.

Dieses Thema ist sehr fachübergreifend.
Es beinhaltet Biologie, Sozialwissenschaften, Lerntheorien etc...
Ich würde mich über eine Diskussion und anderweitigen Meinungen sehr freuen.

oso
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Mag ich Mag ich nicht

-3

03.12.2012 - 20:37 Uhr
oso

"Sinnvoll sind eher Maßnahmen, die die Rahmenbedingungen verbessern, unter denen Betriebe Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen schaffen."

Der Wissenschaftler des Instituts der deutschen Wirtschaft will also Erleichterungen für die Wirtschaft kreieren. Herzlichen Glückwunsch!

Abgesehen davon, dass dies auch zu Lasten der jeweiligen Staatshaushalte gehen würde, denke ich, dass die reine Austeritätspolitik ihr Unvermögen in der Bekämpfung der Krise bewiesen hat. Insofern endlich mal ein alternativer, positiver Ansatz.

_warum
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Mag ich Mag ich nicht

-3

03.12.2012 - 20:53 Uhr
_warum

battlegnom sagte:
Aber das eigentliche Grundproblem liegt m. E. in diesem Falle darin, dass wenn ein solches Programm durchgeführt wird, der Anreiz zur Leistung fehlt.
Niemand wäre mehr dazu "gezwungen" sich wirklich Mühe zu geben, außer die Person entwickelt den Ergeiz von sich selbst aus.

Wieso, man kann doch auch Anforderungen stellen? Man sollte das handhaben wie eine ganz normale Stelle. Wer ständig nicht kommt oder nur Mist baut, der fliegt halt raus. Klar gibt es dann immer Grenzfälle etc. pp., aber selbst wenn man die nicht 100% optimal löst ist das Ergebnis am Ende immer noch so viel besser als das, was wir heute haben.

battlegnom
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2012 - 21:21 Uhr
battlegnom

_warum sagte:
battlegnom sagte:
Aber das eigentliche Grundproblem liegt m. E. in diesem Falle darin, dass wenn ein solches Programm durchgeführt wird, der Anreiz zur Leistung fehlt.
Niemand wäre mehr dazu "gezwungen" sich wirklich Mühe zu geben, außer die Person entwickelt den Ergeiz von sich selbst aus.

Wieso, man kann doch auch Anforderungen stellen? Man sollte das handhaben wie eine ganz normale Stelle. Wer ständig nicht kommt oder nur Mist baut, der fliegt halt raus. Klar gibt es dann immer Grenzfälle etc. pp., aber selbst wenn man die nicht 100% optimal löst ist das Ergebnis am Ende immer noch so viel besser als das, was wir heute haben.


Ich glaube wir müssen uns nicht über eine 100%ig optimale Lösung unterhalten. Dazu sind die Vielfältigkeiten der Meinungen grade in diesem Bereich zu hoch und die wissenschaftlich fundierten Ergebnisse zu gering.

M. E. wäre es sehr viel sinnvoller den Entfernungsgrad der Bildungsfernen- und der Bildungsfreudigenschicht zu verkleinern
Hier spielt teilweise die Genetik eine gewichtige Rolle und die Frage, wie man das durch Sozialisation auffangen kann.
Empirische Forschungen zeigen, dass ein intelligentes Kind in einem sozial schwachen Raum seine Fähigkeiten nicht voll entfalten kann oder sie sogar verkümmern.
Gleichzeitig zeigen diese Forschungen, dass ein weniger-intelligentes Kind nur schwer auf das selbe Bildungsniveau gefördert werden kann, egal in welchem Umfeld es lebt.
Also spielt die Genetik schon eine gewichtige Rolle.


Gleichzeitig ist der Mensch sehr sensibel für Notwendigkeiten.
Das liegt laut einiger Forschungen daran, dass unser Gehirn nicht für die heutige Zeit ausgelegt ist (Was mich zutiefst frustriert, wenn es denn wahr ist)
Laut einiger Forschungen, konzentriert sich der Mensch primär auf lebenserhaltene Strukturen.
Wenn diese erfüllt sind, besteht keine Veranlassung mehr, weitere Energie aufzuwenden um ein anderes Maß außer der Bequemlichkeit zu erreichen.


Was ich sagen möchte: M. E. ist ein gewisser Druck notwendig um diese Gesellschaft, so wie sie jetzt besteht noch weiter voranzubringen.

Widerspruch ist jederzeit willkommen.
mfg

logarithmus
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Mag ich Mag ich nicht

-3

03.12.2012 - 21:55 Uhr
logarithmus

Die ganze Initiative geht an der Realität vorbei und dient allein der Selbstdarstellung der Inititatoren. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit hat ihren ganz banalen Grund. Dem Ungleichgewicht von wertschaffender Wirtschaft und wertverzehrender Wirtschaft.
Wertschaffend: Landwirtschaft, Industrie, privater Handel, private Dienstleistung.
Wertverzehrend: Banken, Versicherungen, Staatsapparat, vor allem aber alle Arten von "Blasen". Herr Hollande hat einen Staatsanteil von 55% und schafft gerade die Voraussetzungen dafür, dass Frankreichs Jugendarbeitslosigkeit auch auf die 40% zugeht.
Besonders schlimm sind Immobilienblasen. Boden ist keine Ware. Es macht Sinn, dem Staat grundsätzlich ein Vorkaufsrecht zuzubilligen. Und zwar so, dass der Staat Verkäufe blockieren kann. Schlimm sind auch überbordende Staatsverwaltungen. Sie lähmen die Realwirtschaft.
Auch hierzulande gibt es Handlungsbedarf. Heerscharen von Gleichstellungsbeauftragten, Fahrradreferenten und Krötenwanderungsbevollmächtigten verzehren das sauer verdiente Geld der Arbeitnehmer.
Mit Bildung hat die Jugendarbeitslosigkeit gar nichts zu tun. Spanische Informatiker und Ingenieure kommen gerade in Scharen nach Deutschland.

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03.12.2012 - 21:57 Uhr
logarithmus

Die ganze Initiative geht an der Realität vorbei und dient allein der Selbstdarstellung der Inititatoren. Die hohe Jugendarbeitslosigkeit hat ihren ganz banalen Grund. Dem Ungleichgewicht von wertschaffender Wirtschaft und wertverzehrender Wirtschaft.
Wertschaffend: Landwirtschaft, Industrie, privater Handel, private Dienstleistung.
Wertverzehrend: Banken, Versicherungen, Staatsapparat, vor allem aber alle Arten von "Blasen". Herr Hollande hat einen Staatsanteil von 55% und schafft gerade die Voraussetzungen dafür, dass Frankreichs Jugendarbeitslosigkeit auch auf die 40% zugeht.
Besonders schlimm sind Immobilienblasen. Boden ist keine Ware. Es macht Sinn, dem Staat grundsätzlich ein Vorkaufsrecht zuzubilligen. Und zwar so, dass der Staat Verkäufe blockieren kann. Schlimm sind auch überbordende Staatsverwaltungen. Sie lähmen die Realwirtschaft.
Auch hierzulande gibt es Handlungsbedarf. Heerscharen von Gleichstellungsbeauftragten, Fahrradreferenten und Krötenwanderungsbevollmächtigten verzehren das sauer verdiente Geld der Arbeitnehmer.
Mit Bildung hat die Jugendarbeitslosigkeit gar nichts zu tun. Spanische Informatiker und Ingenieure kommen gerade in Scharen nach Deutschland.

europarl
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-2

03.12.2012 - 22:48 Uhr
europarl

Da auch die SZ gnadenlos unpräzise ist, wäre es ja zuviel gehofft, wenn jetzt.de hier genauer hinschauen würde.

Es handelt sich weder um eine "Arbeitsplatzgarantie" noch um einen "Zwang".

Es geht bei einer Eur. Jugendgarantie darum, dass Jugendlichen zumindesten binnen 4 Monaten ein Arbeitsplatz oder eine Weiterbildung oder eine Lehrstelle oder eine Kombi-Maßnahme angeboten wird.
Also: Arbeit, Bildung oder "Aktivierung".

Es handelt sich auch um keinerlei Zwang. Die Kommission legt einen Vorschlag für eine Ratsempfehlung vor. D.h. das maximal der Rat eine nicht verbindliche Empfehlung ausspricht, dass die Mitgliedsstaaten sich selbst verpflichten, eine solche Jugendgarantie einzurichten.

Interessant ist, dass sich übrigens die deutsche Regierung bisher deutlich gegen eine solche Jugendgarantie ausgesprochen hat.

Hat auch nur 2 Jahre gedauert, seitdem das Europäische Parlament die Kommission aufgefordert hat, solche eine Jugendgarantie vorzulegen:
http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+REPORT+A7-2010-0197+0+DOC+XML+V0//DE

WolfgangScheidt
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Mag ich Mag ich nicht

2

03.12.2012 - 22:57 Uhr
WolfgangScheidt

Die EU-Kommission hängt immer stärker dem Glauben an, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse durch staatlichen Dirigismus steuern zu können. Am Anfang stand der völlig überzogene Verbraucherschutz, dann die hysterische Gleichstellungs- und Antidiskiminierungspolitik, und jetzt glaubt man allen Ernstes, Arbeitsplätze unabhängig von arbeitgeberseitiger Nachfrage schaffen zu können. Den Boden der freien Marktwirtschaft haben diese Spinner schon längst verlassen. Man fragt sich allmählich, ob 1989 wirklich der Westen die COMECON-Staaten übernommen haben, oder ob nicht nun doch vielmehr umgekehrt die Planwirtschaft leninistischer Prägung an Nordsee und Atlantik ankommt ...

battlegnom
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Mag ich Mag ich nicht

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03.12.2012 - 23:05 Uhr
battlegnom

WolfgangScheidt sagte:
Die EU-Kommission hängt immer stärker dem Glauben an, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse durch staatlichen Dirigismus steuern zu können. Am Anfang stand der völlig überzogene Verbraucherschutz, dann die hysterische Gleichstellungs- und Antidiskiminierungspolitik, und jetzt glaubt man allen Ernstes, Arbeitsplätze unabhängig von arbeitgeberseitiger Nachfrage schaffen zu können. Den Boden der freien Marktwirtschaft haben diese Spinner schon längst verlassen. Man fragt sich allmählich, ob 1989 wirklich der Westen die COMECON-Staaten übernommen haben, oder ob nicht nun doch vielmehr umgekehrt die Planwirtschaft leninistischer Prägung an Nordsee und Atlantik ankommt ...


Ich hätt gerne blegbare Argumente für diese These.
Ergo empirische Studien etc.

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