03.12.2012 - 18:30 Uhr

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Berliner Kindle

Text: kathrin-hollmer - Fotos: vi-pham

E-Book-Reader hat unsere Autorin bisher ignoriert. Der minimalistische "Beagle" der Berliner Firma Txtr hat sie neugierig gemacht. Nicht, weil er weniger als zehn Euro kosten soll, sondern weil er nur E-Books darstellt statt ein Tablet-Computer sein zu wollen. Wie ganz früher mal der "Kindle".

Jetzt halte ich sie also in der Hand, die Zukunft des Lesens. Zumindest wird sie, seit der erste "Kindle" vor ziemlich genau fünf Jahren vorgestellt wurde, immer wieder als solche ausgerufen, vor allem in den Wochen vor Weihnachten.

Bisher habe ich E-Book-Reader immer ignoriert. Nicht bewusst, sondern weil ich nie das Gefühl hatte, ich bräuchte einen. Neue Bücher kosten als E-Book nur minimal weniger als das jeweilige Taschenbuch, und irgendwie mag ich die unübersichtlichen Bücherstapel in meiner Wohnung. Zwischendurch lese ich schon mal ein E-Book, allerdings auf dem Tablet oder Laptop, seit das mit der "Kindle"-App geht.

E-Book-Reader aus Berlin: der "Txtr Beagle".

Der batteriebetriebene (!) E-Book-Reader "Txtr Beagle" hat mich aber neugierig gemacht. Die Berliner Firma Txtr, die E-Books vertreibt und Lese-Apps für Smartphones und Tablet-Computer anbietet, hat ihren E-Book-Reader im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Erscheinen sollte er erst vor Weihnachten, dann wurde der Termin auf Frühjahr 2013 verschoben. Auf Facebook und Twitter wird viel spekuliert, vor allem, weil der Reader unglaublich günstig verkauft werden soll: für weniger als zehn Euro in Kombination zum Beispiel mit einem Mobilfunkvertrag. Der Preis ohne Vertrag steht noch nicht fest.

Diese Verbindung hat einen Grund. Txtr ordnet den "Beagle" als "Smartphone-Zubehör" ein. Das passt. Mit seinem Fünf-Zoll-Bildschirm ist er nur unwesentlich größer als das "Galaxy Nexus" und passt mit Handy zumindest in die Männer-Hosentasche, auf jeden Fall in die Jackentasche. Vor allem aber: Mit ihm kann man einfach nur lesen. Sonst nichts. Und zwar das, was man mit dem Handy auf das Gerät lädt. Anders als Amazon, Sony und Kobo wollten die Berliner kein Möchtegern-Tablet bauen - sondern einfach nur einen E-Book-Reader. Der "Beagle" ist so etwas wie ein zweiter Bildschirm fürs Smartphone - der sinnvoll ist, weil das Lesen auf einem E-Ink-Display viel augenschonender ist als auf dem Handy oder Tablet. Er ist eine praktische Erweiterung für das Smartphone. Zubehör eben - wie Kopfhörer, die das Musikhören mit dem Handy leichter machen. 

Der "Txtr Beagle" in der Farbe "Grapefruit".

Vieles am "Txtr Beagle" ist ein bisschen umständlich. Die Schriftgröße, die man nur vor dem Übertragen, nicht mehr auf dem Gerät, ändern kann. Das mühsame Raufladen über Bluetooth und eine App, die das E-Book erst in Raw-Bilder umwandelt und dann auf das Gerät schickt. Und auch, dass man keine einzelnen Bücher löschen, sondern nur das Gerät ganz zurücksetzen kann. Immerhin kann man das auch unterwegs mit dem Smartphone machen, in der App bleiben ja alle E-Books gespeichert. Auf den E-Book-Reader passen, je nach Größe, fünf bis 15 Bücher.

Wenn man den "Txtr Beagle" in der Hand hält, fühlt man sich, als hätte man einen alten Gameboy (den dicken grauen) in der Schublade gefunden. Man hat keine Farbe, keinen Touchscreen, bloß ein paar Tasten. Nur, dass es beim "Beagle" nicht ums Spielen, sondern ums Lesen geht (das erstaunlich gut funktioniert!). Ihn so minimalistisch – und auch günstig – wie möglich zu halten, ist nur konsequent. Für alles andere hat man sowieso schon Computer, Tablet und Smartphone. 

"I'm pleasantly surprised to report that the beagle seems like it could be truly disruptive to Amazon's Kindle leadership", schrieb Michael Grothaus in der Online-Ausgabe des "Guardian" über den deutschen E-Book-Reader. Das könnte stimmen. Der "Beagle" ist einfach nur zum Lesen da. Wie ein Reclam-Büchlein. Nur in Jadegrün, Türkis, Violett und "Grapefruit".


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hazelmic
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2012 - 19:24 Uhr
hazelmic

Der Haken scheint die Verbindung mit dem Mobilfunkvertrag zu sein - was ja den unique selling point des kleinen Preises (je nach Ausgestaltung) zunichte machen würde. Bemerkenswert scheint mir hier weniger das Produkt, sondern die prominente Positionierung des Produkts in verschiedenen Presseerzeugnissen

leckmichamarsch
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.12.2012 - 20:50 Uhr
leckmichamarsch

"Ist einfach nur zum Lesen da."

Gähn.

Das ist wie "Mein Telefon kann nur telefonieren", langweilig. Vor allem, weil Du mehrere Absätze brauchst, um die umständliche Bedienung zu erklären.

drolli
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1

03.12.2012 - 23:57 Uhr
drolli

Klar. Fuer 10 Euro mit Knebelvertrag. Genauso wie die "kostenlosen" Mobiletelfone mit vertrag.

Danke. Dann lieber ca 50-70Euro, was naemlich die billigsten aktzeptablen der "nur reader" kosten und frei sein.

Entweder ist die Urheberin des Artikel leicht geistig beschraenkt, dass sie das als einen "besonders guenstigen" reader bezeichnet und nicht als ein weiteres Geschaeftmodell (AFAIR war auch Werbung angedacht) oder mit den txtr Leuten verbandelt.

Trompie
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Mag ich Mag ich nicht

1

04.12.2012 - 08:51 Uhr
Trompie

Der Reader ist so günstig, weil er nur Bilder anzeigt. Das Buch wird auf dem Handy umgewandelt und dann auf den Reader geschickt. Dementsprechend dürften auf den Reader auch nur wenige Bücher passen, ich habe mal was von zwei bis drei gelesen. Der Vorteil ist, dass der Prozessor ziemlich schwach sein kann. Das schlägt sich im Preis nieder. Der Gedanke dahinter ist, dass das ausreicht, weil wer e-books liest auch ein Smartphone hat. Auch hat der reader meines Wissens keinen Akku, sondern wird mit Batterie betrieben. Also auch ohne Vertrag dürfte der Reader weniger als 20 Euro kosten.

diamonddeliveryboy
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3

04.12.2012 - 08:56 Uhr
diamonddeliveryboy

Ja wieviel kostet der Reader denn jetzt? Also keine 10€, wie hier angegeben, sondern in Verbindung mit nem Mobilfunkvertrag ca. 60€ pro Monat? Oder was? Zu teuer! Kaufe ich mir lieber ne Kindle oder Sony Reader.
Übrigens sehr schlechter Artikel, weil irreführend und voller Spekulationen.

KlausH2
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0

04.12.2012 - 09:04 Uhr
KlausH2

Da bleibt man doch lieber bei einem Sony. Der ist zwar etwas "teurer", aber auch "nur zum Lesen" da. Und in Verbindung mit der open source Software "Calibre" kann man so ziemlich alle gängigen Formate laden und lesen, Schriften dynamisch vergrößern (für meine Frau z.B. ist das ein gravierender Vorteil gegenüber einem gedruckten Buch) und, und, und...

Ich sehe in der beschriebenen Konzeption des Gerätes keinen Sinn...

Klaus

yummiloco
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-1

04.12.2012 - 09:11 Uhr
yummiloco

zu e-books bin ich echt konservativ eingestellt, auch nach dem artikel

Mama_Leone
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.12.2012 - 09:22 Uhr
Mama_Leone

E-Book ist die falsche Bezeichnung. Weniger griffig, aber besser passen würde: monochromer digitaler Bilderrahmen mit Handyvertrag.

gaunt
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.12.2012 - 09:45 Uhr
gaunt

Ich verstehe den Artikel nicht. Die Autorin wurde neugierig, weil der Beagle "nur E-Books darstellt statt ein Tablet sein zu wollen"? Das gibt's doch (schon lange und immer noch) von vielen Anbietern. Auch Amazon hat weiterhin den reinen E-Reader-Kindle ohne Mobilfunk und Touchscreen im Sortiment.
Immerhin erfährt man, dass die Bedienung des Beagles komplizierter zu sein scheint, als bei anderen E-Readern üblich.
Der einzige Grund der für das Gerät spricht könnte der Preis sein. Solange aber nicht klar ist wieviel er ohne Mobilfunkvetrag kosten wird bzw. wie der abzuschließende Mobilfunkvertrag aussieht, ist jede Besprechung überflüssig.

coquelicot1
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Mag ich Mag ich nicht

1

04.12.2012 - 13:12 Uhr
coquelicot1

Den Vergleich mit dem Reclam Büchlein finde ich nett, aber trotzdem ist diese Produktbesprechung doch ein bisschen übereuphorisch. Denn erstens sind klassische Batterien teuer, umweltschädlich und klobig (da lässt sich ein regelmäßig dicker Reader besser verstauen) und zweitens kommt der Beagle nur mit Handyvertrag.

Da lob ich mir meinen klassischen Kindle oder auch jeden anderen einfachen eReader, die ohne Touch und dem ganzen Schnickschnack auch keine Tablet-Imitate sind, sondern einfach nur ultra gemütlich zum Lesen, weil sie klein und leicht sind und man keine zwei Hände zum Lesen braucht, das also auch in der Badewanne oder im Bett stundenlang kann, ohne umständlich umzublättern.

Übrigens: Ja, ich liebe auch den Geruch und die Haptik von Büchern, aber wenn man viel unterwegs ist und/oder ständig umzieht (Generation Praktikum und so), oder im Ausland ist, dann ist es schon toll, jederzeit das Buch lesen zu können, auf das man Lust hat, und nicht z.B. am Strand oder im Zug feststellen zu müssen, dass das einzige Buch, das man noch in die Tasche quetschen konnte, doch zu schwere Kost ist. Also gewichttechnisch und inhaltlich.

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