6. Dezember
der adventskalenderdie frau runzelte die stirn. war das wirklich möglich?
seit drei monaten waren sie nun ein liebespaar, und sie hätte im schlaf aufzählen können, wo auf seinem körper sich welcher leberfleck befand. aber sie wußte einfach nicht, was sie ihm in den adventskalender tun sollte.
klar, schokolade, die ging immer. die aß er genauso gerne wie sie, und seine lieblingssorten kannte sie zweifellos. aber es mußte doch andere kleinigkeiten geben, mit denen sie ihm ebenfalls eine freude bereiten konnte? gab es garantiert. nur, daß ihr eben keine einfielen. größere dinge waren eine leichtigkeit: eine cd, ein buch – kein problem. aber kleine sachen, winzigkeiten, »aufmerksamkeiten« im wortsinne? nein, sie hatte schlicht und einfach keine ahnung, was ihm da gefallen würde.
war das nun schlimm? mit schokolade alleine wäre es doch durchaus getan, denn darüber würde er sich definitiv freuen. aber das war ja gar nicht das problem, oder? das problem war: kannte sie ihn
überhaupt? sie war vertraut mit seinem körper, und sie bildete sich ein, seinen seelenzustand meistens richtig zu interpretieren. aber sonst?
die frau runzelte die stirn. toll, dachte sie genervt. stelle ich jetzt wirklich wegen eines verdammten adventskalenders unsere gesamte beziehung in frage? bin ich eigentlich noch zu retten??
sie seufzte. na gut, dann also schokolade. aber nur dieses eine mal. wenn es sie beide im nächsten advent noch geben sollte, dann mußte ihr einfach etwas besseres einfallen. 12 monate. das machte jeden monat zwei gute ideen. wäre doch gelacht, dachte sie. und ihre stirn glättete sich.
Dieser Text stammt von jetzt-Userin gartenfrau
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06.12.2012 - 09:09 Uhr
vaus