30.11.2012 - 00:03 Uhr

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Das andauernde Problem mit der Altersarmut

Text: Puller88



Quelle: http://de.toonpool.com/user/65/files/alt... />


Sinkende Renten


 


72% der Bundesbürger befürchten, später als Rentner den Lebensstandard nicht halten zu können. Prognosen der Deutschen Rentenversicherung und der Rürup-Kommission zufolge wird sich die Eckrente in Westdeutschland von 1083 Euro im Jahr 2010 auf 988 Euro im Jahr 2040 verringern. Unter der Eckrente versteht man die gesetzliche Altersrente eines Arbeitnehmers, der 45 Jahre lang das Durchschnittseinkommen von derzeit 30.084 Euro im Jahr verdient hat.


 


Solo-Selbständige, Dauerpraktikanten, Minijobbern, Teilzeitkräften, Langzeitarbeitslosen und Geringverdienern, auf alle wartet im Alter das gleiche Schicksal: Sie werden, wenn Sie sich im Alter zur Ruhe setzen, den Lebensstandard erheblich einschränken müssen, der überwiegende Teil wird das Alter in Armut verbringen. Der überwiegende Teil aus diesem Personenkreis wird nur Leistungen auf Sozialhilfeniveau erhalten.


 


Aktuell sind nur 2% der 20 Millionen Rentner auf die Grundsicherung im Alter angewiesen, ein verblüffend geringer Anteil, wenn auch für jeden den es betrifft, eine Katastrophe. Grundsicherung ist das neue Wort für Sozialhilfe, macht es aber auch nicht besser.


Die derzeitige Rentengeneration dürfte auf sehr lange Sicht eine Ausnahme sein. Keiner Rentengeneration vor ihr ging es jemals so gut. Allerdings ist das Ende absehbar. Die Baby-Boom-Generation steht vor der Rententür und wird bald Einlass begehren. Viele von ihnen haben wenig oder nichts in das Rentensystem eingezahlt, auf andere Weise, wie beispielsweise durch Immobilien oder Versicherungen sind diese Lücken jedoch ebenfalls nicht gestopft worden. Das ist dann das Dilemma! Wer 40 Jahre als Durchschnitsverdiener in das Rentensystem eingezahlt hat, kann dann gerade mal mit einer monatlichen Rente von 650 Euro rechnen. Für 2030 wird erwartet, dass, wenn es gut läuft, mindestens die Hälfte aller Senioren eine Rente beziehen wird, die sich, mehr oder weniger, mit der Grundsicherung auf einem Niveau befindet.


In Ostdeutschland dürfte die knappe Rente schon wesentlich früher ankommen. Das hat etwas mit der Wirtschaftskrise zu tun, die in der Nachwendezeit einen Großteil der Erwerbsfähigen zu Arbeitslosen machte.


 


2,3 Millionen Solo-Selbstädige leben von einem Projekt zum Nächsten. 11,8 Millionen sind in Deutschland teilzeitbeschäftigt und 6,5 Millionen fallen unter die Geringverdiener mit Löhnen von vier oder fünf Euro die Stunde. Man trifft sie im Gaststättengewerbe, in der Gebäudereinigung oder der Pflege. Durch Hartz IV ist nichts besser geworden, eher im Gegenteil: Ein Empfänger vom Arbeitslosengeld 2 erhöht seine Rente jährlich um 2,19 Euro. In Zukunft wird ein Drittel der Rentner über Rücklagen, Immobilien, eine Betriebsrente und darüber hinaus noch über die gesetzliche Altersrente verfügen, das zweite Drittel wird nur die gesetzliche Rente plus ein paar Rücklagen besitzen und der Rest hat zu wenig zum Leben. Auf Wiedersehen Zweiklassengesellschaft, Willkommen Dreiklassengesellschaft!


Aus den 2% Rentnern, die heute in Altersarmut leben, werden bis 2030 über 30% geworden sein, kann man dem ersten Rentenreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes entnehmen. Knapp ein Drittel der Beitragszahler arbeitet heute in sogenannten Minijobs mit 400 Euro im Monat. Das ergibt nach 16 Jahren Arbeit eine Rente von 52 Euro.

Außerdem sind zu viele der heutigen Arbeitsplätze unsicher, schlecht bezahlt und stark schwankend bei den Löhnen, da die Arbeitsstunden unterschiedlich sind. Ein Fünftel aller Arbeitnehmer arbeitet inzwischen im Niedriglohnsektor, ein Viertel besitzt keinen unbefristeten Vollzeitjob. Die Durchschnittsrente der Frauen liegt derzeit bei 491 Euro und damit um 185 Euro unter dem Existenzminimum. Inflationsbereinigt ist die Rente bei den Männern seit 1960 von 1050 Euro auf 975 Euro gesunken.


760.000 Rentner in Deutschland sind auch im Alter noch als Minijobber in Lohn und Brot, 120.000 davon sind älter als 74 Jahre, so viel wie nie seit der Arbeitsmarktreform im Jahre 2003. Sozialverbände und Gewerkschaften sehen den Anstieg als Indiz für steigende Altersarmut.

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