23.11.2012 - 18:30 Uhr

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Der Sparfuchs in mir

Text: jetzt-redaktion - Foto: jala / photocase.com


Transportmittel
Wenn ich schon leben und dabei umtriebig sein muss, denke ich, dann sollte es mir auch ermöglicht werden, kostenlos von hier nach da zu kommen. Klingt total bescheuert, fühlt sich aber so an. Geld für ein Rad auszugeben ist noch in Ordnung, denn es ist dann mein eigenes kleines, jederzeit einsetzbares Gut und es erfordert nur eine einfache Pflege und ist mechanisch überschaubar. Geld für Züge und Flugzeuge auszugeben sind kleine Stiche, die mich immer ein bisschen unerwartet treffen, denn ich rechne nie mit diesen Ausgaben, ich denke immer nur an Aufenthalts- und Unterhaltskosten, immer nur die Kosten des Ziels, nie aber an die Kosten für den Weg zum Ziel. Geld für den städtischen Nahverkehr auszugeben musste ich mir mittlerweile angewöhnen, weil ich die Schwarzfahrstrafen nicht länger strapazieren konnte. Tatsächlich ist es schön, neuerdings entspannt in jede Bahn einsteigen zu können – und deshalb müsste mein Fazit lauten: Ich gebe gern Geld für den Nahverkehr aus. Tue ich aber nicht. Es ist eine so unsichtbare Ausgabe, für die ich zwar etwas bekomme, aber eben etwas, das ich als selbstverständlich empfinde. Mein Geld für das Mitfahren über drei Tramhaltestellen auszugeben, das kommt mir etwa so überflüssig vor, als müsste ich für den Asphalt auf dem mein Rad fährt Vignetten kaufen, meterweise. Was mir aber von allen Transportmittelausgaben noch die schlimmste Variante scheint, ist die Investition in ein eigenes Auto. Die für Anschaffung und Unterhalt aufzubringenden Summen stehen meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zu dem Vorteil, die es mir brächte, ganz abgesehen von der lästigen Parkplatzsuche. Am schlimmsten ist, dass ich das Auto meines Freunds trotzdem gern und oft fahre. Ich bin ein Schmarotzer.

mercedes-lauenstein
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