"und wie kommt man auf sowas?"
seit ich mich oute, werde ich gefragt, woher ich wisse, das ich transident bin.
ich weiß nie so wirklich, was zu antworten, deshalb gliedere ich mich jetzt:
nummer eins: mein körper, den ich als falsch finde. mal so schlimm, dass ich vermeide zu duschen oder aufs klo zu gehen, mal weniger, dass ich sogar ohne binder in die schule gehe.
nummer zwei: wenn ich abbinde ist es so wunderbar normal. so flach sollte es aussehen, so sollte es sich anfühlen, so gehört es sich, so ist es richtig. die seltenen fälle, in denen ich eine packer benutze (d.h. ich stecke eine socke in meine boxershorts) ist es das gleiche. ich bin weder erschreckt noch sonderlich erstaunt über die kleine beule in meiner hose. vielmehr bin ich erschreckt und erstaunt, wenn sie nicht da ist und alles glatt.
nummer drei: wut. die wut, aggression, schmerz verzweiflung wenn jemand eine gruppe menschen, der ich auch angehöre, mit weiblichen formen anspricht „mädels!“ „die schülerinnen dieses kurses...“ wenn mich jemand als „mädchen“ outet, es ist egal wie lieb gemeint wasweißich. wenn sich jemand mit „sie“ auf mich bezieht. oder wenn ich mich im sport mit den mädchen umziehen soll.
nummer vier: mädchen süß zu finden hat mein selbstverständnis nie gestört. bin ich halt lesbisch. okay, ich hatte es immer cooler gefunden, schwul zu sein, aber geht halt nicht. und dann habe ich angefangen, auch manche jungs süß zu finden. und es klingt wahrscheinlich verrückt, das geht nur als schwul. als „mädchen“ wäre es mir nicht möglich einen jungen süß zu finden, fände einer mich süß, empfände ich es als beleidigung.
nummer fünf: kleidung. es gab tatsächlich eine zeit, in der ich mädchent-shirts angezogen habe. und dann kam der augenblick, es war in einer geschichtsstunde vor etwa einem jahr, ich schaute an mir herunter und kam mir so albern vor. meine noch unabgebunden brüste, jeder konnte sehen, dass da etwas unter meinem pulli war, und es war mir so peinlich. also habe ich mir jungst-shirts gekauft, und es ist art von normalität. wie das abbinden oder packen. ich könnte nicht zurück. seit ein paar wochen trage ich auch die „richtige“ unterwäsche und muss ich einmal meine alte anziehen, weil ich nicht schnell genung mit waschen war, kommt sie mir unpassend und beleidigend vor.
nummer sechs: vier ausgewählte erinnerungen als ich noch sehr kleine war. ich wünschte mir vor dem einschlafen so sehr, dass ich als junge aufwachen würde. und wusste genau, dass es unmöglich ist. einmal sah ich ein vielleicht 17jähriges mädchen mit wie, soll ich sagen, riesigen brüsten. und ich dachte, ich werde sterben wenn ich einmal so aussehe. verhielt ich mich mädchenhaft mit kleidern, haarspangen oder barbies machte mir das verkleiden spaß, ich achtete aber gleichzeitig penibel darauf, dass mich keiner erwischte. ich dachte mit männlichen pronomen von mir, und dann einmal saß ich auf dem sofa, und beschloss, damit aufzuhören, weil es nicht stimmte. ich war vielleicht fünf und es war sehr schwer, aber ich dachte, ich dürfte es nicht.
nummer sieben: es macht mich glücklich, den namen „noah“ zu hören, oder jemand der sich mit „er“ auf mich bezieht. ich lerne gerne leute stealth kennnen (d.h. sie wissen nicht, dass ich ein transjunge bin).
nummer acht: wenn ich mich selbst als jungen denke, sind mir viel mehr verhaltensmöglichkeiten offen. ich kann modenschau spielen und mit einem rosa blümchenschirm durch die gegend spazieren.

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bangshou
13.11.2012 - 12:42 Uhr
bangshou









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12.11.2012 - 23:52 Uhr
schattenfisch