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alces
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Mag ich Mag ich nicht

-2

15.11.2012 - 22:53 Uhr
alces

schwindlicht sagte:
zu recht angegiftet. allein schon die "dose bier" da oben. hilfe, wo lebst du.
leichthin abgekanzelt, von oben herab, ohne wirkliche ahnung vom konkreten. wie alces übrigens auch. aber ihr habt ja "gewonnen".

@alcofribas: dich hatte ich auch nicht gemeint, was die gleichsetzung angeht.


Dann erzähl' uns mal, wie's so ist, konkret. Ich habe ja wirklich keine subjektive Erfahrung, weil ich um's verrecken nicht in den öffentlichen Dienst gehen würde - und hier draußen in der tatsächlich leidlich freien Wirtschaft sind die "Ossis", denen man begegnet genau so gute oder schlechte Menschen wie die anderen auch.

heidelbaerin
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Mag ich Mag ich nicht

-2

16.11.2012 - 00:22 Uhr
heidelbaerin

schwindlicht sagte:
zu recht angegiftet. allein schon die "dose bier" da oben.


Was spricht denn genau gegen die Forderung nach DDR-Einheitsrenten? Vielleicht kannst du es mir erklären.
Ich habe es ja erläutert. Die Tatsache, dass eine Kooperation mit dem System des Unrechts Voraussetzung für eine Karriere war, Kritiker im besten Fall sozial kalt gestellt wurden (wenn nicht direkt verhaftet oder wie nach 53 hingerichtet) führt bei mir zur Folgerung, dass das Unrecht zwar nicht ausgeglichen würde, wenn alle nun den gleichen Rentenanspruch hätten, sondern mindestens die Profiteure des Systems nicht weiter profitieren würden, bzw. die damals bewusst sozial Benachteiligten (wei sie eben "unbequem waren und so ihnen attraktive Positionen verwehrt blieben) das Nachsehen haben. Was spricht konkret dagegen? Mache ich eine Fehlüberlegung? Wenn ja, welche? Mir kommt als Gegenargument einzig in den Sinn:
1. Die DDR war überhaupt kein Unrechtsstaat.
2. Es war damals dort sowieso alles halb so wild, Leistung wurde belohnt, Kritiker nicht verfolgt.

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-2

16.11.2012 - 00:30 Uhr
heidelbaerin

@ Schwindlicht

Ich bitte dich, du kannst mich ja korrigieren. Keine Ahnung von allem, wir gewonnen (würde ich nie sagen, wenn ich sehe wie viele Menschen durch die 40 Jahre Dikatur verloren haben und immer noch unter den Folgen leiden), wo lebst du denn... wie wäre es mit konkreten Argumenten? Das ist falsch, das war nicht so sondern so, weil! Das wäre eine Argumentationsbasis. Warum entziehst du dich der Diskussion, schweigst aber nicht einmal, sondern kanzelst mal zwei, drei User ab, dass sie keine Ahnung haben? Ich bin nicht in den Geschichts- und Sozialwissenschaften groß geworden. Da lasse ich mich belehren, wenn ich irgendwo falsch liege.
Ich korrigiere auch gerne Menschen, wenn sie von meinem Fachgebiet wenig verstehen, insbesondere wenn es sich um ein Internetforum handelt und sage nicht plump "keine Ahnung, wo lebst du denn?"

izzy_bizzy
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-1

18.11.2012 - 09:54 Uhr
izzy_bizzy

Bitte... "Diktatur"... man kann es auch übertreiben. Ich denke die wenigsten hier haben zu Zone-Zeiten gelebt, oder?

Meine Familie und ich lebten sehr gut zu DDR Zeiten. Man muss gewisse Dinge eben hinnehmen und darf halt nicht alles kritisieren, na und?
Manchmal wünsche ich mir das auch für die heutige Zeit, in dem jeder seinen geistigen Müll publizieren darf und dafür auch noch belohnt wird (Stichwort Sarazin).

Nicht alle "Ossis" haben etwas gegen das System gehabt. Nicht jeder war Systemgegner.
Man kennt die guten Sachen, und die kommen ja jetzt auch unter "falscher Flagge" wieder
(Ganztagsschule, Kindergarten, natürlich alles nach dem "Finnischen Modell", obwohl es die Finnen damals bei uns übernommen haben)....

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0

18.11.2012 - 09:57 Uhr
izzy_bizzy

Was ich damit sagen möchte: eine Diktatur ist etwas anderes als unser damaliger Sozialismus.
Und wird permanent von den Wessis eingeredet wie schlecht es uns ja damals ging- ging es gar nicht. Heute geht es uns schlecht, weil wir für alles selbst Verantwortung tragen müssen, weil wir einen Überfluss an Auswahlmöglichkeiten haben, weil wir eine unsichere Zukunft haben... früher wurde sich da drum gekümmert.

alcofribas
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0

18.11.2012 - 11:38 Uhr
alcofribas

izzy_bizzy sagte:
(...)

Meine Familie und ich lebten sehr gut zu DDR Zeiten. Man muss gewisse Dinge eben hinnehmen und darf halt nicht alles kritisieren, na und?
(...)

Nicht alle "Ossis" haben etwas gegen das System gehabt. Nicht jeder war Systemgegner.
Man kennt die guten Sachen, und die kommen ja jetzt auch unter "falscher Flagge" wieder
(Ganztagsschule, Kindergarten, natürlich alles nach dem "Finnischen Modell", obwohl es die Finnen damals bei uns übernommen haben)....
Was ich damit sagen möchte: eine Diktatur ist etwas anderes als unser damaliger Sozialismus.
Und wird permanent von den Wessis eingeredet wie schlecht es uns ja damals ging- ging es gar nicht. Heute geht es uns schlecht, weil wir für alles selbst Verantwortung tragen müssen, weil wir einen Überfluss an Auswahlmöglichkeiten haben, weil wir eine unsichere Zukunft haben... früher wurde sich da drum gekümmert.


ich hoffe, du meinst das ironisch.

heidelbaerin
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1

18.11.2012 - 19:53 Uhr
heidelbaerin

izzy_bizzy sagte:
Manchmal wünsche ich mir das auch für die heutige Zeit, in dem jeder seinen geistigen Müll publizieren darf und dafür auch noch belohnt wird (Stichwort Sarazin).


Nicht wahr? Also wenn damals so leidige Typen wie Sarrazin mal was gegen den Mainstream gesagt haben, mal ein paar Monate in Hohenschönhausen und schon warn sie ganz schön auf Linie getrimmt. Selbst schuld wer so blöd war in den Zeiten was falsch zu sagen, ohne das konnte man es sich ja ganz gute gehen lassen!

Ich hoffe immer noch dass es Ironie ist, aber die Hoffnung schwindet. Ich muss schnell aufs Klo.

izzy_bizzy
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-2

18.11.2012 - 22:28 Uhr
izzy_bizzy

Ich habe gerne zu DDR Zeiten gelebt. Auch meine Eltern- ohne Probleme. Wir sind jedes Jahr in Urlaub gefahren, zwar nicht nach Malle oder Ibiza, sondern an die Ostsee oder nach Brandenburg. Nach der Wende war das nicht mehr drin.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass Wessis einem einreden wollen, uns hätte was gefehlt. Zum Beispiel: Die bucklige Verwandtschaft in Schwaben haben kaum im Winter geheizt, sondern eher einen Pullover angezogen, wir haben geheizt, und wenn's zu warm war eben das Fenster kurz aufgemacht- wem hat nun etwas an Lebensqualität gefehlt?

schwindlicht
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0

18.11.2012 - 23:37 Uhr
schwindlicht

@heidelbaerin es bringt relativ wenig, mit jemanden diskutieren zu wollen, der sich eh schon sein welbild eingerichtet hat - und das aufgrund der beeindruckenden abstraktion von einem einzelschicksal heraus. bei dem mich eben das konkrete interessieren würde: was ihm da zur last gelegt wurde, wie er sich verhalten hat. usw. zynisch formuliert: man kann sich auch anstellen und bestimmte dinge gingen eben nicht. das hat eben auch ideologische gründe (womit sich, wie ich eben immer wieder bemerke, der westdeutsche bürger nie auseinandersetzen musste - er nur per se "dagegen" ist, ohne die idee, was kommunismus hätte sein können, überhaupt begriffen zu haben): dann versteht man auch, dass sich gegen "die partei" zu stellen, politisch anders zu denken theoretisch (!) obsolet war: weil es ja eine einheitspartei war, die theoretisch eben die interessen aller im blick haben sollte. dass sie das nie hatte: geschenkt, aber dass gerade das, die idee der gleichheit aller menschen, es gerade zu beginn war, der eben auch menschen fesselte, das kanzelt man eben auch leichthin weg: es gab' eben menschen, die an die errictung einer klassenlosen gesellschaft geglaubt haben. insofern ist diese opfer-täter-stimmung und gegenüberstellung auch etwas absurd, es spiegelt eben nicht die realität wieder: so wie mein vater fast mal in den bau gewandert wäre, weil er sich gegen die enteignung durch die braunkohle gewehrt hat (letztlich auch erfolgreich: so viel auch die rede von einem unrechtsstaat), so saßen bei geburtstagen seine neffen mit am tisch, die, wie wir jetzt wissen, bei der stasi waren. was man auch hätte ahnen können. man merkt es den leuten an, die mit dem parteibuch aufsteigen wollten. eine strategie, die ja heute noch genauso funktioniert, gucke ich mir die beiden höchsten ämter im schönen neuen staat so an. die haben übrigens noch zu ost-zeiten studiert und wohl kaum im offenen "widerstand".

aber zurück zu dir und deinem fall: aber gerade dass dein bekannter auch nicht nach der wende auf die füße gekommen ist, ist doch nicht mehr schuld des systems. das wurde doch über nacht treuhänderisch abgewickelt, wie auch sein betrieb. wieder zynisch formuliert: er hätte doch jetzt alle zeit gehabt, sich umzuorientieren. es zeugt eben aber auch davon, dass dieses system jetzt, dass auch nur eine ideologie ist, eben auch nicht fehlerfrei ist und das mit der angepriesenen chancengleichheit eben auch nicht weit her. und es, wenn nicht gewollt, dann doch zumindest geduldet wird, dass so etwas wie eine unterschicht und ein niedriglohnsektor existiert, der nicht sonderlich durchlässig ist. und dann kommen eben diese absurden ostalgischen sätze, die sich nach früher zurücksehnen, weil ein urlaub an der ostsee und gebraucht zu werden in einem staat, der einen ein recht auf arbeit garantiert, plötzlich viel schöner vorkommt als die rechte, die man dafür damals nicht hatte.

das mit dem "unrechtsstaat" ist eben nicht so einfach. und es diskreditiert lebensläufe, ihn per se so zu nennen. leute, die in diesem staat gelebt haben, weil sie es mussten, ja, aber auch weil sie wollten. es gab unrecht, ja, und das soll auch aufgearbeitet und verurteilt werden, wo das nachgewiesen ist. aber deine idee einer "einheitsrente" für ddr-bürger ist ein absurder gedanke: es widerspricht den immer von "euch" hochgehaltenen leistungsgedanken, wenn man die vorhandene chancengleichheit hinterfragen will.
und so sühnt man kein unrecht. man deklassiert damit noch mögliche opfer. kehrt alle über einen kamm. zum anderen ist diese gleichschalterei ein merkwürdiger gedanke für einen westbürger. wofür würde man dann diese rente bekommen: letztlich maximal 40 jahre teil eines realsozialistischen experiments auf deutschem boden gewesen zu sein, auf der falschen seite/ besatzungszone als der krieg vorbei war?

@alces das ist das erste mal, dass du hier konkret sprichst. und um zu sagen, dass du über ostdeutsche bis dahin recht pauschal gesprochen hast - so kam es an -, brauch ich auch keinen großen einblick in den öffentlichen dienst. die last des beweises liegt doch da nicht bei mir.

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Mag ich Mag ich nicht

0

23.11.2012 - 01:41 Uhr
schwindlicht

@heidelbaerin vielen dank für deine aufmerksamkeit. das meinte ich, es hat keinen sonderlichen sinn, wenn jemand im grunde gar nicht diskutieren will oder kann.

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