Neue Magazin-Texte:

Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem donnerstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!

Meldung



Hier kannst du die Netiquette lesen.

Um kommentieren zu können, musst du eingeloggt sein.
ZeroDegrees
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

01.11.2012 - 14:29 Uhr
ZeroDegrees

Und wie ist es ausgegangen...?
Und wieso nicht direkt in Dresden für einen Master beworben?

Die NCs dort für den Master in BWL sind im Vergleich zu anderen Unis sehr human (2,8 letztes Jahr und dieses Jahr 2,5), obwohl sich auch hier über 700 beworben haben für nur 100 Plätze.

Hier gab es ja erst kürzlich einen Artikel über eine BWLerin mit Kölner BA-Abschluss (besser 2,0 oder so), welche vor Frust ein neues Bachelorstudium anfing, weil sie keinen Masterplatz bekam. Aber manchmal nervt dieses Geheule doch etwas, da es ja scheinbar an einigen Unis doch möglich noch einen Platz auch ohne 1,... zu bekommen. Klar muss man Kompromisse eingehen und kann evt. nicht an seiner Uni bleiben oder an der vielen "elitären Massenunis", aber es scheint dennoch möglich einen Masterplatz zu bekommen, wenn man sich breitgefächert genug bewirbt. Gerade, wenn man nicht irgendetwas spezielles machen möchte, sonder Marketing, was fast überall angeboten wird.

Damit will ich aber keineswegs die Problematik von zuwenig Masterplätzen im Verhältnis zu den Bachelorabsolventen kleinreden. Und auch der hier gebrachte Aspekt hat meine Bewerbungen stark eingegrenzt, da ich mir diese ganzen teuren Test leider nicht leisten kann, z.B. viel München leider komplett weg. Habe mich schlussendlich doch für den TM-Wiso entschieden (ja, ich habe gerungen, weill 97 Euro für mich doch recht viel Geld ist), da er doch recht "billig" im Vergleich zu anderen Tests und zumindest ohne Vorbereitung auskommt und auf die Unis passte, bei denen ich mich bewerben wollte.

Die Kosten verringern auch die soziale Durchlässigkeit unseres Bildungssystems. Sie machen es Studenten aus einkommensschwachen Familien noch schwerer, ihren Wunschplatz zu bekommen. Apropos Wunschplatz.


Leider sehr wahr, genauso wie bei Studiengebühren... man braucht leider nicht nur gute Leistungen, sondern auch Geld und viel Glück für seinen Wunschplatz.

nany
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

01.11.2012 - 20:29 Uhr
nany

versuch erst mal mit einem Bachelor aus dem EU-Ausland einen Masterstudienplatz in Deutschland zu kriegen...

ZeroDegrees
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

01.11.2012 - 20:51 Uhr
ZeroDegrees

nany sagte:
versuch erst mal mit einem Bachelor aus dem EU-Ausland einen Masterstudienplatz in Deutschland zu kriegen...


Am besten über uniassist... herrlich schrecklich. ;)

stehplatz
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.11.2012 - 14:08 Uhr
stehplatz

Warum ist das so?

1. Die Abschlüsse werden inflationär
2. Bildung wird externalisiert/durchökonomisiert

1. Es fängt doch in der Schule an: Das Abiturzeugnis erhalten heute - oder sollen es nach den Vorstellungen der Politik - 40 Prozent eines Jahrgangs. Anzunehmen, dass im Jahr 2012 ein Vielfaches der Schüler vergangener Jahrzehnte die Bescheinigung zur "Hochschulreife" erhalten, kann nur zu der Schlussfolgerung führen, dass an den Stellschrauben gedreht wurde - sprich, der Abschluss erleichtert wurde. Natürlich sind die soziale Durchlässigkeit (in geringerem Maße) höher und die Bildungschancen für Mädchen (in massivem Maße) endlich besser bzw. sie sind den Jungs gleichgestellt. Diese Effekte abgezogen, bleibt dennoch ein krasser Anstieg an Abiturienten. Dass die Hochschulen misstrauisch werden, ist doch logisch. Zwangsläufig führen sie Aufnahmetests, Assessment-Center und dergleichen durch - vor dem Bachelor, aber auch noch vor dem Master.

2. Mit Bologna hielt nochmal eine Ökonomisierung des Studiums Einzug: Man kann es als Pseudo-Vereinheitlichung sehen, aber auch als riesiges Hamsterrad, das damit gebaut wurde - Unter dem Deckmantel der Vergleichbarkeit wurde ein straffes Leistungssystem entwickelt, bei dem weniger die Inhalte als vielmehr die in ECTS verpackten Hülsen - "Module" - das Studium charakterisieren. Flankiert vom Wettlauf der Exzellenz-Unis wurde aus einer Vereinheitlichung die totale Balkanisierung der Hochschullandschaft, in der jede Uni ein Filetstück auf dem umkämpften Markt der Ranking-Hörigen feilbietet. Das Ergebnis? Kein Mensch blickt mehr durch, was auf den anderen Unis geschieht - so werden beispielsweise unter dem Vorwand der Indisziplinarität Kosteneinsparungen vorgenommen und einzelne Fächer miteinander verschwurbelt. Der stramme Marsch in Richtung marktkonformen Fächerangebots bedeutet schließlich, sich nicht mehr zwangsläufig einem hehren Bildungsauftrag verpflichtet zu fühlen. Privatisierung erfolgt dann mittels GMAT, Toefl etc - schiere Leistungsmessgeräte, die man mal mit dem Bild der alten Alma Mater vergleichen sollte. Den Unis kann es egal sein, die akademische (!) Bildungswut sorgt dafür, dass der Fluss an Studenten, die das in Kauf nehmen, so schnell nicht versiegen wird. Und wenns das doppelte kostet - für die meisten sind es keine Kosten, sondern Investititionen. they forced us to...

Janleo
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.11.2012 - 15:40 Uhr
Janleo

An Nany und ZeroDegrees, ihr habt da scheinbar Erfahrung. Ich werde mich zum kommenden WS mit einem Schottischen Bachelor auf einen Masterstudienplatz unter anderem in Deutschland bewerben. Habt ihr irgendwelche Tipps oder Erfahrungswerte für mich?

pigou
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.11.2012 - 15:45 Uhr
pigou

Die Bologna Reform ermöglicht es erst zu wechseln. Warum gibt es denn so tolle Programme wie in Köln? Warum kann man in die Stadt seiner Präferenz wechseln wie Berlin? Wäre ich noch 2 weitere Jahre in Heidelberg stecken geblieben wäre ich eingegangen. An der FU hab ich keine 800 für meine Bewerbung gezahlt. Es ist nur gerecht dass ich nun auch die Chance hatte die Uni ohne großen Aufwand zu wechseln und schon einen komfortablen Abschluss zu besitzen.
Anderes Beispiel, viele gehen für ihren Master komplett ins Ausland. Mit dem totgestaubten Magister ist das nicht so enfach möglich oder wer will nach 5 Jahren Studium nochmal 2 Jahre Master in z.b. Polen machen? Genauso kommen viele EU Bürger nach Deutschland und peppen endlich diese langweiligen Unis auf. Ist ja nicht auszuhalten wie hier die Leute mimosern und wahrscheinlich noch nie im Diplom oder sonstigen studiert haben.
Niemand muss in Mannheim studieren wenn er nicht will. Wenn die Uni so beliebt ist und so einen Andrang hat, muss sie ja nach irgeneinem Kriteríum auswählen. Leistung ist da ein ganz angebrachtes. Ist doch ungerecht wenn jemand der wie ich wenig macht an der Uni einen Platz an einer beliebten Uni bekommt, und irgendwer der sehr viel drauf hat und auch viel für die Uni arbeitet keinen bekommt?
Ich kann auch verstehen dass die Unis skeptisch sind, wir haben im Master in Economics an der FU Leute die noch nie etwas von Behavioral Economics gehört haben oder noch viel mehr schockierende Sachen.
Und das das Leistungsniveau gestiegen ist? Ist schon tragisch dieser Druck.. wenigstens bekomme ich an der Uni echte Wissenschaft. Wer das nicht aushält kann auch an Unis studieren die eher wie Schulen agieren.. die Französischen Universités wären da z.b. gute Adressen. Auch das geht dank dem Bachelor Master System.

Yesnein
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.11.2012 - 18:08 Uhr
Yesnein

pigou sagte:
Die Bologna Reform ermöglicht es erst zu wechseln. Warum gibt es denn so tolle Programme wie in Köln? Warum kann man in die Stadt seiner Präferenz wechseln wie Berlin? Wäre ich noch 2 weitere Jahre in Heidelberg stecken geblieben wäre ich eingegangen. An der FU hab ich keine 800 für meine Bewerbung gezahlt. Es ist nur gerecht dass ich nun auch die Chance hatte die Uni ohne großen Aufwand zu wechseln und schon einen komfortablen Abschluss zu besitzen.
Anderes Beispiel, viele gehen für ihren Master komplett ins Ausland. Mit dem totgestaubten Magister ist das nicht so enfach möglich oder wer will nach 5 Jahren
Studium nochmal 2 Jahre Master in z.b. Polen machen? Genauso kommen viele EU Bürger nach Deutschland und peppen endlich diese langweiligen Unis auf. Ist ja nicht auszuhalten wie hier die Leute mimosern und wahrscheinlich noch nie im Diplom oder sonstigen studiert haben.
Niemand muss in Mannheim studieren wenn er nicht will. Wenn die Uni so beliebt ist und so einen Andrang hat, muss sie ja nach irgeneinem Kriteríum auswählen. Leistung ist da ein ganz angebrachtes. Ist doch ungerecht wenn jemand der wie ich wenig macht an der Uni einen Platz an einer beliebten Uni bekommt, und irgendwer der sehr viel drauf hat und auch viel für die Uni arbeitet keinen bekommt?
Ich kann auch verstehen dass die Unis skeptisch sind, wir haben im Master in Economics an der FU Leute die noch nie etwas von Behavioral Economics gehört haben oder noch viel mehr schockierende Sachen.
Und das das Leistungsniveau gestiegen ist? Ist schon tragisch dieser Druck.. wenigstens bekomme ich an der Uni echte Wissenschaft. Wer das nicht aushält kann auch an Unis studieren die eher wie Schulen agieren.. die Französischen Universités wären da z.b. gute Adressen. Auch das geht dank dem Bachelor Master System.


Leistung ist nur leider nicht das einzige Kriterium, sonst währen die Tests kostenlos.

jkm79
Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.11.2012 - 18:10 Uhr
jkm79

wiso machen wir eigentlich jeden *** aus den USA nach? wirklich GMAT? das machen die doch nur weil es so viele unterschiedliche unis und abschluesse gibt das von schlechterem klohpapier bis ueberqualifikation alles dabei ist. und trozdem sind diese tests (GRE, allgemein, LSAT, Jura, MCAT. medizin) so aussagekraeftig fuer den 'erfolg' im studium wie die wettervorhersage fuer weihnachten 2036. das ist laengst statitisch erwiesen und wurde uns bei einem orientierungsseminar von einem vertreter des GTS (machen den GRE) bestaetigt!!! die wissen dass es nicht viel taugt wissen aber auch dass es keine wirkliche alternative in den USA gibt also machen sie halt so gut es geht.
und dann diese bewerbeschreiben - wie heisst das jetzt 'Motivationsschreiben'? was soll den dass? fuer BWL? dass macht ja schliesslich niemand zum weltverbessern. also wuerde ich mal sagen ist die motivation wohl eher dass man einen guten job bekommt und alles andere ist schmarrn. da duerften alle ehrlichen schreiben relative kurz und ziemlich aehnlich aussehen. naja vielleicht fuehren wir ja auch bald die SATs ein - natuerlich mit all den bewiesenen nachteilen wie ungleichheit fuer die geschlecter, einkommen und bildungsstand der eltern und kultureller herkunft. laesst sich aber prima auf eine nummer reduzieren und nur darum scheints ja zu gehen....

Melden!
Zitieren
Mag ich Mag ich nicht

0

02.11.2012 - 18:11 Uhr
jkm79

wiso machen wir eigentlich jeden *** aus den USA nach? wirklich GMAT? das machen die doch nur weil es so viele unterschiedliche unis und abschluesse gibt das von schlechterem klohpapier bis ueberqualifikation alles dabei ist. und trozdem sind diese tests (GRE, allgemein, LSAT, Jura, MCAT. medizin) so aussagekraeftig fuer den 'erfolg' im studium wie die wettervorhersage fuer weihnachten 2036. das ist laengst statitisch erwiesen und wurde uns bei einem orientierungsseminar von einem vertreter des GTS (machen den GRE) bestaetigt!!! die wissen dass es nicht viel taugt wissen aber auch dass es keine wirkliche alternative in den USA gibt also machen sie halt so gut es geht.
und dann diese bewerbeschreiben - wie heisst das jetzt 'Motivationsschreiben'? was soll den dass? fuer BWL? dass macht ja schliesslich niemand zum weltverbessern. also wuerde ich mal sagen ist die motivation wohl eher dass man einen guten job bekommt und alles andere ist schmarrn. da duerften alle ehrlichen schreiben relative kurz und ziemlich aehnlich aussehen. naja vielleicht fuehren wir ja auch bald die SATs ein - natuerlich mit all den bewiesenen nachteilen wie ungleichheit fuer die geschlecter, einkommen und bildungsstand der eltern und kultureller herkunft. laesst sich aber prima auf eine nummer reduzieren und nur darum scheints ja zu gehen....

Jetzt-Mitglied

Standard-Avatarbild für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter offline

eva-maria-hommel

ist jetzt-Mitarbeiterin.

Hat Beiträge verfasst zu