Nasse Scheiben und englische Klippen
Fünf Lieder, die sich hervorragend zu Rotwein, Laub am Fensterbrett und düsteren Herbstwochenendsgefühlen gesellen.
Wenn Anna Calvi singt, kriegt man so ein Gefühl von im Wind auf einer hohen, englischen Klippe stehen und die eigenen Sehnsuchtsfrequenzen mit dem Tosen der dunklen Wellen verwirbeln. Was bei dieser Musik übrigens auch bemerkenswert ist, weil selten: Dass einem da jemand so richtig tief in die Herzhöhlen reinsingt und auch noch richtig gut dabei aussieht.
Bill Fay war eine Anregung aus einem Tagebucheintrag des Kollegen Max Scharnigg. Fays "Garden Song" erinnert an eine wundersam vertraute, vorher noch nie so bewusstgemachte Sehnsucht: Sich in den Garten zu pflanzen und auf die Salbung des Regens zu warten. Gut bei nassen Fensterscheiben und anderen sanften Traurigkeiten.
Wenn man solche Videos sieht, wünscht man sich ganz viele Musiker als Freunde. Die einen mitten in der Sonntagsdepression anrufen und sagen: Komm vorbei, wir sind im Studio. Dann kann man da hinkommen, einfach nur still dabei sitzen, die Augen zu machen und sich von guten Geistern und Ideen eingehüllt fühlen. Und sich fragen, ob nicht eigentlich Musikmachen das einzig Wahre auf der ganzen Welt ist und warum man nicht längst selbst an so einem Klavier sitzt.
Momentan ist nicht herauszufinden, ob, wer, wie oder was diese Person namens Luca Rose von lejardinduluxembourg.com ist, die dieses wunderbare Werk namens "Litost" geschaffen hat. Sicher ist nur: Es muss immer wieder angemacht werden, nur einmal noch und dann muss gar nicht mehr so viel gedacht werden sondern lieber der tanzenden blauen Zirkusfrau zugeguckt werden, noch ein bisschen mehr Rotwein getrunken werden und ins Bett gegangen werden.
Man möchte sofort Eilen Jewels Stimme haben. Sie ist der Inbegriff von cool, rauh, sexy. Und bei der unbeteiligt wirkenden Lässigkeit, mit der sie ihre Songs irgendwie gar nicht singt, sondern eher ins Mikro gießt, müssten ihr alle Country/Folk/Blues-Cowboys der Welt hoffnungslos verfallen sein. Tatsächlich kann man ihre Platten eine Woche lang ohne Unterlass laufen lassen, laut, leise, im Hintergrund, und jedes Mal nehmen sie und ihre Band einen sanft wieder auf, schaukeln einen hoch und runter und immer weiter.
- Fünf Songs für die erste Maiwoche 01.05.2013
- Fünf Songs für den Donnerstag 24.04.2013
- Fünf Songs für den Donnerstag 03.04.2013
- Fünf Songs spezial - DJ-Mixes für den Donnerstag 20.03.2013
- Fünf Songs für die Wochenmitte 12.03.2013
Mehr Texte von jetzt.de liest Du jeden Montag in der Süddeutschen Zeitung - außerdem donnerstags im Lokalteil der SZ. Du kannst die SZ zwei Wochen kostenlos testen - du musst nicht einmal kündigen!
lousal du bist ein Armleuchter
Furchtbarer bla-bla-Stil, der sich in den letzten Jahren bei den Musik- und Filmkritikern eingeschlichen hat... Man kann manchmal so schreiben, wie man spricht. Muss man aber wirklich nicht. Von kritischer Distanz wollen wir eh mal schweigen.
BTW: Schon mal was von PJ Harvey live gehört?









4
29.09.2012 - 16:14 Uhr
lousal
???