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ppirat
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Mag ich Mag ich nicht

1

11.09.2012 - 12:17 Uhr
ppirat

Passend zu der These, daß Manipuationen und ideologische Grabenkämpfe bei Wikipedia weit verbreitet sind und daß die Qualitätssicherung bei Wikipedia in solchen Fällen nicht funktioniert, wird soeben in der Welt von einem ähnlichen Fall berichtet:
http://www.welt.de/print/welt_kompakt/kultur/article109134259/Unmenschliche-Wikipedia-Makler.html

Zur These von Vorstand Pavel Richter: "Wenn Sie etwas in einen Wikipedia-Artikel einfügen wollen, brauchen sie eine valide Quelle, die wissenschaftlich anerkannt ist."
Soso. Ich habe mir gerade eben noch einmal den Eintrag "Männerrechtsbewegung" angesehen; Dort wird nach wie vor die oft erwähnte, von der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebene Studie (Autor: Rosenbrock) als wissenschaftliche Literatur aufgeführt, und an 7 Stellen im Text werden Aussagen / Meinungen der Studie zitiert. Die Studie ist definitiv nicht wissenschaftlich, ich würde sie eher als Pressemitteilung der Grünen ansehen, in denen wesentliche ideologische Standpunkte der Grünen als einzig mögliche Wahrheit dargestellt werden:

1. Die Studie erhebt selber gar nicht den Anspruch, eine wissenschaftliche Publikation zu sein oder wissenschaftlich anerkannte Methoden anzuwenden. Sie ist nicht einem der üblichen Begutachtungsprozessen für wissenschaftliche Publikationen unterworfen worden. Sie basiert auf der Masterarbeit des Autors, Masterarbeiten gelten i.a. nicht als wissenschaftliche Publikationen.

2. Ich habe nur die ersten ca. 50 Seiten gelesen, dies sind über lange Strecken reine Zusammenfassungen grüner /feministischer Standpunkte, abweichende Meinungen werden desavouiert, indem die Personen, die sie vertreten, als frustriert / rechts / aggressiv / moralisch minderwertig usw. charakterisiert werden. Die Studie enthält viele Mutmaßungen des Autors über die anonymen Teilnehmer von Foren (deren Beiträge einen in der Tat oft anwidern), die nicht belegt werden oder widerlegt werden können.

Rein formal gesehen erhebt Herr Richter einen Anspruch, den er bzw. das Wikipedia-System nicht erfüllen kann, nämlich nur wissenschaftlich anerkannte Quellen zu nutzen.

Die Nichterfüllung dieses Anspruchs kann einem solange sogar egal sein, wie das Ergebnis gut ist. Ist es in diesem Fall aber nicht. Als "Männerrechtler" werden nicht etwa alle Personen definiert, die sich für die Rechte / Interessen von Männern einsetzen, sondern nur diejenigen, die irgendwie antifeministisch, rechts, reaktionär. sind, einen Geschlechterkampf ausgerufen haben usw. Sachlich sehr fragwürdig, und mit Blick auf das Parteien- und Meinungsspektrum in D. völlig einseitig.

Politisch gesehen läuft hier der übliche Kampf um die Besetzung von Begriffen und die Dämonisierung von Meinungsgegnern - das versuchen natürlich alle Parteien mehr oder weniger, allerdings selten so erfolgreich wie in diesem Fall die Grünen.

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Mag ich Mag ich nicht

0

11.09.2012 - 20:07 Uhr
Digital_Data

"Liebes Wikipedia, ich bin Philip Roth“ - sz-magazin
Was den Meister nun bewog, die Öffentlichkeit zu suchen, war die Reaktion Wikipedias auf seine Bitte, den Eintrag zu korrigieren. „Als ich Wikipedia bat, diese und zwei weitere Falschaussagen zu entfernen, schrieb der Wikipedia Administrator, dass ich, Roth, keine glaubwürdige Quelle sei.” Laut Roth beschied der Administrator dem Schriftsteller: „Ich verstehe Ihr Argument, dass der Autor die größte Autorität zu seinem eigenen Werk ist, aber wir verlangen weiterführende Quellen.“


Damit sind wir wohl genau bei dem Problem, dass bereits öfters angesprochen wurde. Aber wenn er jetzt einen offenen Brief im New Yorker veröffentlicht, dann hat er ja eine Quelle, die er angeben kann. Irgendwann wird es lächerlich.

Digital_Data

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christian-helten

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