08.07.2012 - 19:32 Uhr

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Papa ist krank.

Text: absurdia

Im Mai.
Die Diagnose ist hart. Ich hadere nicht mit dem Schicksal, es bringt nichts. Man kriegt im Leben nicht das, was man verdient. Es kommt, wie es kommen soll. Manchmal zieht man an der Losbude des Lebens einfach eine Niete. Ich erwarte eine schwere Zeit, aber schwer ist kein Ausdruck für das, was kommt.
***
Die erste Therapie steht an. Du sitzt am Küchentisch, weinst aus voller Seele und voller Angst. Deine Tränen erzählen von Verzweiflung, von der Furcht vor dem, was passieren wird und vor dem Sterben. Meine Kehle schnürt sich zusammen und mir zerreißt es fast das Herz, dich so zu sehen. Es soll nicht das letzte Mal sein.
***
Die Realität ist zu einem Albtraum geworden, aus dem man nicht mehr erwacht. Es ist fast unmöglich, das normale Leben weiterzuführen, da es kein normales Leben mehr gibt. Die heutige Normalität besteht aus Klinikbesuchen, weinen, Angst, weinen, Kopfkino, weinen, Magenschmerzen und weinen.
Immer wenn jemand smalltalkmäßig "Na, alles klar?" fragt, muss ich schlucken. Noch nie war alles weniger klar als jetzt. "Ja, alles klar".


Im Juni.
Dir geht es schlecht, du musst wieder ins Krankenhaus. Als der Notarzt dich abholt, denkt niemand daran, dass du nicht mehr nach Hause kommst.
***
Die Ärzte sagen, es gibt keine Hoffnung mehr, es wird nicht mehr lange dauern. Woran soll man sich festhalten, wenn das Einzige, an das man sich noch klammern konnte, aus den Händen gerissen wird?
Es heißt, die Hoffnung stirbt zuletzt. Was kommt, wenn sie gestorben ist?
***
Innerhalb weniger Wochen bist du pflegebedürftig geworden, wir wissen nicht, ob du uns noch erkennst, ob du noch weißt, wer wir sind. Aber wir sind immer an deiner Seite – egal was kommt.


Im Juli.

Das Krankenhaus ruft an, es sieht nicht gut aus. Wir kommen zu dir, halten deine Hand. Du bist nicht mehr ansprechbar, aber ich glaube, du spürst, dass wir da sind.
***
Du bist erlöst. Wo auch immer du jetzt bist, mach’s gut Papa. Ich liebe dich.


Quelle: http://weheartit.com/entry/32062140


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8 Kommentare
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mas
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Mag ich Mag ich nicht

2

08.07.2012 - 20:23 Uhr
mas

Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Kraft!

bangshou
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Mag ich Mag ich nicht

0

08.07.2012 - 23:39 Uhr
bangshou

Ja, alles Gute wünsche ich Dir und liebevolle Menschen, die jetzt für Dich da sind.

MountMcKinley
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.07.2012 - 07:28 Uhr
MountMcKinley

Sehr berührend...
*

EinBildVonEinemMann
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.07.2012 - 09:45 Uhr
EinBildVonEinemMann

Was du schon hinter dir hast, steht mir noch bevor. Seine Diagnose gabs auf meinem Geburtstag im Mai.

Ich wünsche dir viel Kraft und Ablenkung.

absurdia
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Mag ich Mag ich nicht

0

09.07.2012 - 10:45 Uhr
absurdia

Vielen lieben Dank!

@EinBildVonEinemMann:
Ich wünsche dir viel Kraft für die bevorstehende Zeit und vielleicht gibt's ja für euch ein "Happy End"!

la_seduzione
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Mag ich Mag ich nicht

1

10.07.2012 - 02:02 Uhr
la_seduzione

Ich schicke dir kraftvolle Gedanken, quäle dich nicht mit der Frage "Warum" und behalte ihn so in Erinnerung, wie du möchtest..

john_doa
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Mag ich Mag ich nicht

0

10.07.2012 - 10:07 Uhr
john_doa

Der Betroffene macht sich ja die meisten Sorgen - über die Sorgen der anderen.

panzerjunge
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Mag ich Mag ich nicht

0

28.07.2012 - 21:20 Uhr
panzerjunge

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