21.06.2012 - 18:30 Uhr

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Die Instagr.am-Kamera

Text: kathrin-hollmer - Screenshot: Antonio De Rosa

Antonio De Rosa hat mit der "Instagr.am Socialmatic" eine digitale Polaroid-Kamera vorgestellt, die nicht nur Fotos druckt, sondern sie auch gleich auf Facebook stellt. Auf Indiegogo sammelt er gerade noch Spenden, um das Projekt zu realisieren.

Instagr.am ist das beste Beispiel für den Retro-, man könnte fast sagen Analogisierungstrend, der sich seit einer Weile durch die eigentlich digitale Branche zieht. Instagr.am, das fast schon in Vergessenheit geraten wäre, hätte es im April nicht Mark Zuckerberg gekauft, verleiht digitalen Fotos einen analogen Anstrich. Mit der App, die an die gute alte Kodak Instamatic erinnern soll, bekommen Fotos, die man mit dem Smartphone macht, einen nostalgischen Look. Die Bilder sind aber nicht zum Entwickeln gedacht, sondern ganz für den digitalen Raum bestimmt, für Facebook, Twitter und das Instagr.am-Netzwerk selbst.    

Diese digital-analoge Hin und Her hat schon zu Parodien inspiriert, das Technologie-Magazin „The Verge“ zum Beispiel, das in einem Video die „Instagr.am Snap“ vorgestellt hat: eine unhandliche, durch und durch analoge Sofortbildkamera, mit der man aber auch Effekte nachstellen kann: etwa „Coffee“, für den man einfach eine Tasse Kaffee über das Bild schüttet oder „Toaster“, für den man das fertige Polaroid einmal auftoastet. Auch Teilen und Kommentieren funktionieren analog, man gibt das ausgedruckte Polaroid einfach jemand anderem in die Hand, wahlweise beschriftet man es vorher noch mit einem – Achtung, revolutionär – Stift.    

Die „Instagr.am Socialmatic Camera“

Keine Parodie dagegen ist die „Instagr.am Socialmatic Camera“. Sie sieht aus wie ein quadratisches iPhone, das man mit dem Instagr.am-Icon bemalt hat. Erfunden hat sie der italienische Grafik-Designer Antonio De Rosa, 36, der zuletzt mit seinem Vorschlag für das iPhone 5, einem „iPhone SJ“ als Hommage an Steve Jobs, in den Medien war. Im Interview mit dem Blog „Picpack“ sagte er, dass er von der „Socialmatic“ schon geträumt habe, als er das Instagr.am-Logo das erste Mal gesehen hat.   

Die „Socialmatic“ gibt es noch nicht zu kaufen, es existiert noch nicht mal ein funktionierender Prototyp. Bisher lassen nur Antonio De Rosas Designentwürfe und ein Konzeptvideo auf die Funktionsweise der Kamera schließen. Demnach ist die Idee der Instagr.am-Kamera, das Fotonetzwerk an eine digitale Sofortbildkamera zu binden. Smartphone und Drucker braucht man somit weder beim Fotografieren noch beim Teilen der Bilder.  

Technisch soll die „Socialmatic“ mit 15 Gigabyte Speicher, LED-Blitzlicht und optischem Zoom ausgestattet sein. Es gibt zwei Linsen, eine für die normalen Aufnahmen, die andere für 3D-Filter, Apps und das Auslesen von QR-Codes. Mit dem 4:3-Touchscreen kann man wie bei der Instagr.am-App mit Filtern, Effekten und Rahmen spielen und über das integrierte W-Lan die Bilder sofort über das Instagr.am-Netzwerk, Facebook oder Twitter teilen. Über den eingebauten Drucker werden die Fotos wie bei der guten alten Polaroidkamera gleich auf Fotopapier ausgedruckt. Hier setzt auch der Marketing-Effekt für Instagr.am ein: Auf jedem Ausdruck soll automatisch der Instagr.am-Benutzername sowie ein QR-Code abgebildet sein, über den man zur Profilseite des Fotografen gelangt. 

 

Noch ist nicht sicher, ob die „Socialmatic“ Wirklichkeit wird. Bis 1. Juli sucht Antonio De Rosa über die Crowdfunding-Seite Indiegogo nach der nötigen Startfinanzierung. 50.000 US-Dollar braucht er dafür, bisher hat er 5.516 US-Dollar (Stand: 19.6.2012) beisammen. Wenn es noch klappt mit den restlichen 44.484 Dollar, könnte die Instagr.am-Kamera Mitte 2013 auf den Markt kommen.    

Das Bedürfnis, Digitales ins Analoge zu holen ist übrigens nicht neu. Im vergangenen Jahr stellte das Londoner Designer-Büro Berg Cloud den „Little Printer“ vor, einen Drucker, der Fotos und Texte vom Handy auf kassenzettelgroßes Papier druckt. In diesem Jahr soll er endlich auf den Markt kommen. Als nächstes dürfen wir uns dann wahrscheinlich auf eine Super 8 Kamera freuen, mit der man das gedrehte Material schneiden und natürlich gleich bei YouTube hochladen kann.


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9 Kommentare
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bernweich
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Mag ich Mag ich nicht

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21.06.2012 - 18:47 Uhr
bernweich

ich kanns nicht nachvollziehen...

gerade der reiz des lomographie ist doch, nicht zu wissen was genau dabei rauskommt und sich ne woche wie vor weihnachten auf die ergebnisse freuen zu können, was dabei rausgekommen ist und dann ist jedes der 24 bilder bzw der film der komplett als panorama belichtet wurde oder doppelt oder dreifach oder je nach dem wie man experimentiert hat mit welchen objektiven, mit welchen bunten blitzen, mit welchen einstellungen..das ist doch das schöne daran.

clnet
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2

21.06.2012 - 22:01 Uhr
clnet

Eine App-Kachel als Gerät nachzubauen ist kein Design sondern ein schlechter Scherz – des Kunstkurses in der Oberstufe würdig.

stirnlappenbasilisk
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22.06.2012 - 12:05 Uhr
stirnlappenbasilisk

bernweich sagte:


hippiefotografen :)

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22.06.2012 - 14:29 Uhr
stirnlappenbasilisk

dermaßen nerviges video zu der kamera. diese ständigen schwenks beim umblättern. da hat jemand fleißig animation geübt...

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22.06.2012 - 14:31 Uhr
stirnlappenbasilisk

als kamera finde ich es aber ganz schigg. abr ich habe auch kein iphone. kenne daher das app-icon nicht.

octopussy
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Mag ich Mag ich nicht

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22.06.2012 - 17:17 Uhr
octopussy

clnet sagte:
Eine App-Kachel als Gerät nachzubauen ist kein Design sondern ein schlechter Scherz – des Kunstkurses in der Oberstufe würdig.


hihihi... daran muss ich schon die ganze Zeit denken... neenee. So dämlich, diese "Gestaltung".

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Mag ich Mag ich nicht

1

22.06.2012 - 17:19 Uhr
octopussy

bernweich sagte:
ich kanns nicht nachvollziehen...gerade der reiz des lomographie ist doch, nicht zu wissen was genau dabei rauskommt und sich ne woche wie vor weihnachten auf die ergebnisse freuen zu können, was dabei rausgekommen ist und dann ist jedes der 24 bilder bzw der film der komplett als panorama belichtet wurde oder doppelt oder dreifach oder je nach dem wie man experimentiert hat mit welchen objektiven, mit welchen bunten blitzen, mit welchen einstellungen..das ist doch das schöne daran.


Die internette "Jugend" versteht das halt nicht, bzw ist viel zu hipp, um auf Handwerk, Zufall und Filmentwicklung zu setzen. "Das Schöne daran" wird halt nicht mehr geschätzt. Und was kommt bei raus? ein Einheitsbrei, der vermeintlich "retro" vermittelt.

bernweich
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22.06.2012 - 20:06 Uhr
bernweich

stirnlappenbasilisk sagte:
bernweich sagte:


hippiefotografen :)


lieber hippie als hipster

stirnlappenbasilisk
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Mag ich Mag ich nicht

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23.06.2012 - 22:42 Uhr
stirnlappenbasilisk

octopussy sagte:
Die internette "Jugend" versteht das halt nicht, bzw ist viel zu hipp, um auf Handwerk, Zufall und Filmentwicklung zu setzen. "Das Schöne daran" wird halt nicht mehr geschätzt. Und was kommt bei raus? ein Einheitsbrei, der vermeintlich "retro" vermittelt.


Was für eine gequirlte scheiße. Was hat Handwerk mit Zufall zu tun. Dieses rumgeeier auf der analogen fotografie und des charmes der zufälligkeit geht mir dermaßen auf den sack. wer sich die ganzen lomografien anschaut stößt auf exakt den einheitsbrei der in dem retroschick der instagram digital erzeugt wird. Nur ist der weg zum ziel ein anderer. Aber toastet eure filme weiter, crosst diafilme was das zeug hält und nehmt abgelaufene entwickler für eure effekte.

Der charme der zufälligkeit ist der beweis des eigenen unvermögens.

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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.


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