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filzkopf
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Mag ich Mag ich nicht

1

30.05.2012 - 19:45 Uhr
filzkopf

Ich möchte die Eierschneider-Opas hören!

francesbean
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Mag ich Mag ich nicht

0

31.05.2012 - 15:36 Uhr
francesbean

"ohne szenedünkel" finde ich gut.
und was passiert ab Oktober mit dem Gefängnis?

juliane-frisse
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31.05.2012 - 16:20 Uhr
juliane-frisse

@francesbean

Es gab mal die Idee, ein Sozialhotel aus dem Gefängnis zu machen. Das Gebäude wurde allerdings an den meistbietenden Investor verkauft, der dort jetzt wohl Appartements für Studenten plant. Auf dem Dokfest neulich wurde dazu auch ein Film gezeigt, schau mal hier: http://www.sueddeutsche.de/K5f38X/608773/Die-verlorene-Vision.html

francesbean
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Mag ich Mag ich nicht

0

31.05.2012 - 19:46 Uhr
francesbean

ah ja, von der hotel-idee hatte ich mal gehört.
danke für den link!

deezain
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Mag ich Mag ich nicht

0

01.06.2012 - 22:46 Uhr
deezain

juliane-frisse sagte:
Es gab mal die Idee, ein Sozialhotel aus dem Gefängnis zu machen. Das Gebäude wurde allerdings an den meistbietenden Investor verkauft, der dort jetzt wohl Appartements für Studenten plant. Auf dem Dokfest neulich wurde dazu auch ein Film gezeigt, schau mal hier: http://www.sueddeutsche.de/K5f38X/608773...


genau dasselbe schicksal ergeht gerade "meinem" knast - wohnungsbau statt eventlocation und hotel. aber immerhin werden wir die knasthotel-idee in den 100 tagen documenta durchziehen können: www.elwe-kassel.de

NickM
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Mag ich Mag ich nicht

1

03.06.2012 - 11:54 Uhr
NickM

Ist den Initiatoren bekannt, dass in diesem Gefängnis die Mitglieder der weißen Rose auf Ihre Hinrichtung und dass Gefangene dort auf ihre Ueberstellung nach Auschwitz gewartet haben? Angesichichts dieser Umstaende sollte eine Zwischennutzung als Partyzone überdacht werden. Ich jedenfalls halte die im Artikel beschriebene Zwischennutzung im Lichte der Geschichte des Gebäudes für absolut indiskutabel.

M_B
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1

12.06.2012 - 14:08 Uhr
M_B

Vor dem Hintergrund der aktuellen Presseberichterstattung sind uns die Bedenken bezüglich einer "Partyzone" durchaus verständlich. Als Planungsverantwortlicher für das Projekt "Neudeck" muss dazu allerdings klar sagen, dass, das liegt in der Natur der Sache. einige Beiträge deutlich verkürzt wurden und damit zum Teil vielleicht auch etwas missverständlich sind. Von einer "Partyzone" kann und soll keine Rede sein (darauf weisen wir immer ausdrücklich hin). Wir streben eine kulturelle und soziale Zwischennutzung an. Geplant ist eine öffentliche Begegnungsstätte mit Ausstellungen, Film- und Theatervorführungen, Konferenzen usw. Insbesondere sollen die leerstehenden Räumlichkeiten Künstlern und Handwerkern in sozialen Schwierigkeiten als Atelier- und Werkräume zu sehr günstigen Konditionen vermietet werden. Die Mieteinnahmen werden dabei die Betriebskosten in keiner Weise decken können, daher planen wir auch, eine kleine Gastronomie einzurichten (ein Kindercafé und ein Biergarten sind geplant). Dass im Kontext von Kunst- und Kulturveranstaltungen auch Nachtleben stattfinden wird, soll gar nicht geleugnet werden - aber dies ist nicht der Schwerpunkt unseres Projekts. Definierte "Partyzonen" hat die Stadt wahrlich genügend.

Wir wollen dabei selbstverständlich Rücksicht auf die Vergangenheit des Gebäudes nehmen (so ist unter anderem auch eine Dauerausstellung zur Geschichte der JVA "Am Neudeck" geplant, Teile des Gebäudes sollen unverändert begehbar bleiben)...uns geht es in keiner Weise um eine "Party-Inszenierung" des früheren Gefängnisses, sondern allein darum, einen unnötigen Leerstand zu verhindern, insbesondere da eine Fülle von Kreativen in München größte Schwierigkeiten hat, bezahlbare Gestaltungsräume zu finden.

Wir sind der Meinung, dass es dabei keineswegs unethisch ist, einen Ort, der mit den Leiden des Strafvollzugs verbunden ist, mit Leben zu füllen - und so einem positiven und gemeinnützigen Zweck zuzuführen. In einer Großstadt wie München sind naturgemäß viele Orte historisch "belastet". Dazu gehört natürlich - ohne hier in irgendeiner Form eine Analogie herzstellen zu wollen - auch die nationalsozialistische Vergangenheit der Stadt. Hier haben allerdings gerade jüngere Inititativen Möglichkeiten einer Aufarbeitung gezeigt, die fruchtbar Aufklärungsarbeit leistet, ohne moralische "Sperrzonen" zu errichten (etwa durch Michaela Melians Projekt "Memory Loops"). Dennoch nehmen wir Bedenken gegenüber unserem Projekt sehr ernst.

Wir wollen im Stadtviertel willkommen sein, nicht gegen, sondern auch gemeinsam mit unserern temporären Anwohnern einen Ort der Zusammenkunft und des kulturellen Erlebens entwickeln.

Wir wollen deshalb unbedingt stets offen sein für den Dialog, denken aber, dass Kultur und Kunst Gegenwart und Vergangenheit zu verknüpfen vermögen, ohne dass dadurch Geschmacksgrenzen verletzt werden müssen.

Dr. Marco Böhlandt
(Projektplanung "Neudeck")
mb@corporatecreation.de

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