18.05.2012 - 18:30 Uhr

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Jungs, wie war eure Stripclub-Sozialisation?

Text: nadja-schlueter

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches versteht man einfach nicht bei denen. Heute: Jungs-Erlebnisse in gewissen Etablissements.

Die Mädchenfrage



Tony Soprano, Familienvater und Mafiaboss in der HBO-Serie „The Sopranos", hat ein Büro, in dem ihn seine Soldaten und Capos immer wieder aufsuchen. Diese Zentrale der Mafiafamilie befindet sich an einem zwielichtigen Ort: In den Hinterzimmern eines Stripclubs namens „Bada Bing". Gerne sitzen die Herren Mafiosi hier auch an der Bar und trinken, während sich im Hintergrund Frauen um Stangen schlängeln. In „The Wire" fungiert ebenfalls ein Stripclub, das „Orlando's", als Zentrale und Treffpunkt der Drogenbosse. Überhaupt sind diese – nennen wir sie beim Namen – Tittenbars in Filmen und Serien immer ganz und gar verruchte Orte. Die Beleuchtung ist schummerig, die Luft verraucht, die Musik unfassbar laut, die Frauen sind laszive Objekte und werden schlecht behandelt, auf dem Tisch wird getrunken und gekokst und unterm Tisch werden Geschäfte gemacht.

Soweit unser Bild von diesen Etablissements. Denn wir kennen sie nur aus dem Fernsehen und dem Kino. Wir waren noch nie drin. Erstens wollen wir nicht und zweitens sind Frauen dort sicher auch nicht allzu gerne gesehen – man wird vielleicht nicht allerorten so harsch beschimpft wie in der Hamburger Herbertstraße, aber dass man freundlich aufgenommen wird, ist wohl auszuschließen. Und auch verständlich.

Aber für euch, liebe Jungs, muss der Mythos von Stripclubs und Bordellen kein Mythos bleiben. Ihr könnt ihn an der Realität überprüfen, indem ihr einfach reingeht in den Laden, indem ihr euch an die Bar setzt und filmreife Kerle seid, indem ihr einfach mal schaut, was passiert. Wir wissen auch, dass die meisten von euch das schon mindestens einmal in ihrem Leben getan haben. Aber hinterher, das scheint eine goldene Jungsregel zu sein, sprecht ihr nicht darüber. Vielleicht sagt ihr sogar irgend so etwas völlig Überholtes wie „Was unter Männern geschieht, bleibt unter Männern" oder schüttelt auf unsere Nachfrage hin mit quasi versiegelten Lippen den Kopf, weil ihr denkt, alle Frauen würden automatisch zu zeternden Superzicken, wenn ihr erzählt, dass ihr nackten Frauen beim Tanzen zugesehen oder weiterführende Angebote bekommen habt.

Die Sache ist aber: Wir wollen nicht zetern. Wir wollen wissen, wie sie abgelaufen ist, eure Stripclub- und Bordell-Sozialisation. Wie war es da drin? Wirklich so verrucht und geheimnisvoll oder doch eher schmutzig und traurig? Und vor allem: Wie habt ihr euch gefühlt? Habt ihr beim Anblick der Damen ernsthaft „wow" gedacht? Oder wart ihr ein bisschen beschämt? Und wie ist das so mit den kritischen Gedanken an die Frauen, ihre Herkunft und ihr Leben? Gibt es die auch oder blendet ihr das aus? Erzählt doch mal – wir zetern auch nicht, versprochen!

Auf der nächsten Seite liest du die Jungsantwort.
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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.