03.05.2012 - 18:30 Uhr

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Die Schallplatte zum Anstecken

Text: thierry-backes - Foto: Fettes Brot Schallplatten

Bei treuen Fans kommt der Bandbutton zum an die Jacke Pinnen wahrscheinlich nie aus der Mode. Den Anstecker gibt es jetzt auch in einer digital-anachronistischen Variante namens Playbutton: Als MP3-Player, der aber nur ein Album des aufgedruckten Künstlers abspielen kann.

Das mit dem Tanzen, das ist nicht so sein Ding. Als König Boris seine erste Single „Alles dreht sich" neulich in der ProSieben-Sendung „Schlag den Raab" präsentierte, führte er eine Art Cancan-Tanz in Springerstiefeln auf. Nun ja, eigentlich hüpfte er bloß unkoordiniert herum und führte damit den Namen ad absurdum, den er sich selbst gegeben hat: Der König tanzt.

Nun muss man nicht tanzen können, um tanzbare Alben zu machen, und genau das ist dem einen Drittel von Fettes Brot mit seinem Solo-Debüt gelungen. Doch das Bild des ungelenk tanzenden, etwas molligen Königs brennt sich einem ins Gedächtnis. Auch, weil eben dieses Motiv auf der CD zu sehen ist – und nun eben am Revers wahrer Boris-Fans: Als erster deutscher Künstler hat Der König tanzt ein Album nicht nur auf CD und auf Vinyl veröffentlicht, sondern auch als Playbutton, in einer limitierten Auflage von nur 1000 Stück.



Der Playbutton ist eine digitale Schallplatte zum Anstecken, ein tragbarer Musikspieler in Form eines 4,5 Zentimeter großen Buttons. Er hat einen Eingang für Kopfhörer und gerade einmal drei Tasten (Wiedergabe/Pause, nächstes Stück, vorheriges Stück). Um die Batterie aufzuladen, muss man das Ding über ein USB-Kabel an den Rechner anschließen. Doch anders als bei jedem x-beliebigen MP3-Player hat man keinen Zugriff auf die integrierte Festplatte – und auf der ist nur die Musik drauf, die man mit dem Anstecker gekauft hat.

In anderen Worten: Der Playbutton ist ein ziemlich anachronistisches Spielzeug. Die Frage ist nun: Ist der Playbutton mehr als ein Zuckerl für die Fans? Braucht ihn irgendwer?

Nostalgiker mögen jetzt sagen, na klar, darauf haben wir gewartet, das ist der Walkman der Neuzeit, der Discman der Zukunft. Etwas für Menschen, die sich noch an die Zeiten erinnern können, als man noch in den staubigen Kisten von Plattenläden nach neuer Musik kramte. Als es noch eine Bedeutung hatte, wie ein Album zusammengestellt war – schon, weil man nicht ohne Weiteres vor- und zurückspulen konnte.

Nick Dangerfield, der New Yorker Erfinder des Playbuttons, denkt da noch an eine andere Zielgruppe. Die Menschen, sagte er der britischen BBC einmal, hätten die Schnauze voll von CDs, aus dem Internet heruntergeladene Dateien seien aber auch nicht das Wahre. „Ich wollte digitale Dateien auf einen einer bestimmten Band gewidmeten Spieler packen, der zeigt, dass man die Musik gekauft hat und, dass man eben jene Band mag."

So entstand der Playbutton im Jahre 2010. Mittlerweile sind einige prominente Alben in dem Format erhältlich, das grandiose Debüt von The xx etwa, Alben von Florence + The Machine, Belle And Sebastian sowie eine Sonderedition von Lady Gagas „Born This Way". Und nun eben das Solo-Debüt von König Boris. Das Ding hat schon jetzt Sammlerwert, es ist entsprechend teuer und nur schwer zu kriegen: 20 Euro kostet Der König tanzt in der tragbaren Version, und die gibt es nur auf Konzerten und in ausgewählten Plattenläden.


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cougarten
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.05.2012 - 18:56 Uhr
cougarten

woa, keine Lautstärkeregelung ist leider echt mies

ansonsten ganz schön gut :)

oachkotzalschwoach
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Mag ich Mag ich nicht

0

03.05.2012 - 21:58 Uhr
oachkotzalschwoach

Äh...digitale schallplatten?
MP3 sind geil, jaja.

Aber ich mag deine themen!

fettesmaedchen
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Mag ich Mag ich nicht

1

03.05.2012 - 22:21 Uhr
fettesmaedchen

Der nächste Hipster-Schrott, den ich bei dem nächsten Ampel-Halt hier in Neukölln einer Hornbrille von der Jacke abziehen werde.

Teilzeitautist
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.05.2012 - 00:42 Uhr
Teilzeitautist

Ernsthaft?
Bißchen dekadent, oder?
Und für alle außer der/m TrägerIn ist es wohl reichlich belanglos, ob das Ding nun lärmt oder nicht..

fl1x
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Mag ich Mag ich nicht

1

04.05.2012 - 13:37 Uhr
fl1x

könig boris, was ist aus dir geworden ...?

Ropf
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Mag ich Mag ich nicht

0

04.05.2012 - 15:36 Uhr
Ropf

Natürlich hat das Ding eine Lautstärkeregelung!! Bisschen recherchieren tät gut...

ich finds geil. Es ist halt ein Merchandise-Artikel, man "braucht" den genauso wenig oder eben doch wie ein Fan Shirt. Und mehr als ein Fanshirt kostet er auch nicht!

Wenn es ein "echter" MP3 Player zum MP3s auf die Festplatte ziehen wäre, würde er wohl kaum nur 20 Euro kosten...

frzzzl
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Mag ich Mag ich nicht

-2

04.05.2012 - 16:10 Uhr
frzzzl

Teilzeitautist sagte:
Bißchen dekadent, oder?



Warum dekadent?

thierry-backes
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04.05.2012 - 16:30 Uhr
thierry-backes

@Ropf: Du hast recht. Die Funktion gibt es, sie ist nur nicht gekennzeichnet. Ohne Bedienungsanleitung kann man schon mal übersehen, dass man lange auf die Skiptaste drücken muss, um die Musik lauter zu machen. Ich habe den Halbsatz aus dem Text gestrichen.

solefald
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Mag ich Mag ich nicht

0

05.05.2012 - 00:22 Uhr
solefald

ach so schlecht is das Ding gar nicht. Wenn man ein zeitloses Album drauf hat, einfach immer in oder an der Jacke haben, für Urahn oder Busfahrt heim oder hin reicht das doch perfekt

Rolf84
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Mag ich Mag ich nicht

-4

05.05.2012 - 14:56 Uhr
Rolf84

Hi thierry-backes,
klar, wenn man nicht vernünftigt recherchiert, oder gar den Button selbst in den eigenen Händen hält, übersieht man es ;)

Übrigens ist da auch MUSIK drauf, meiner Meinung nach vorzügliche, aber dazu schreibst du ja leider nicht viel

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