23.03.2012 - 18:30 Uhr

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Jungs, warum freut ihr euch nicht für andere Paare?

Text: nadja-schlueter

Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches kapiert man einfach nicht, bei denen. Diesmal geht's um Freude über neue Liebe.

Die Mädchenfrage:



Schon klar, eine frisch verliebte Person im Bekanntenkreis hat das Potenzial, extrem anstrengend zu werden. Sie oder er hat diese rosigen Wangen, flattert dauernd aufgeregt herum, blickt kurz darauf verträumt in die Ferne und schafft es, in jeden Wortbeitrag irgendwie den neuen Liebsten oder die neue Liebste einfließen zu lassen. Wenn das junge Paar gemeinsam auftritt, ist das auch nicht immer einfach für das Umfeld, weil man ständig das Gefühl haben muss, dass die beiden lieber alleine wären. Aber – und dieses Aber hat eine Menge Gewicht – es gibt nun mal nicht viel, das schöner ist als eine neue Liebe. Sie ist ein so persönliches und friedliches Glück, das man sie niemandem missgönnen darf und sollte. Finden wir.

Weil wir das finden, tun wir alles dafür, dieses Glück nicht zu trüben. Wir stacheln es geradezu an, indem wir dem Paar (oder zumindest dem Teil des Paares, der uns schon zuvor als Freund oder Freundin nahestand) unsere Freude darüber bekunden, dass sie sich gefunden haben und glücklich miteinander sind. Vor allem, wenn wir einen der beiden zuvor als traurigen Single erlebt haben. Wir klicken den „Like"-Button unter dem auf „In a relationship" geänderten Facebookstatus (auch, wenn wir es eigentlich ablehnen, seinen Beziehungsstatus bei Facebook anzugeben), wir schreiben Jubelrufe unter Fotos der Verliebten, wir laden sie gemeinsam zu den Wochenendaktivitäten ein und fügen verständnisvoll „Ist aber auch total okay, wenn ihr lieber alleine sein wollt" hinzu. Kurz: Wir umhüllen das neue Paar mit Watte und Goldstaub, damit es möglichst lange den Status „frisch verliebt" behalten kann und dann hoffentlich weich gebettet in den Status „eingespieltes Team voller Vertrauen" und nicht in „alltagsgraue Lebenspartner" rutscht.

Ja, jeden von uns ärgert es manchmal auch, dass die gute Freundin oder der gute Freund auf einmal nicht mehr jederzeit verfügbar ist. Aber es fiele uns nicht im Traum ein, so egoistisch zu sein und mehr gemeinsame Zeit zu fordern oder eine Schnute zu ziehen, wenn der andere lieber auf dem Sofa kuscheln als in den Club gehen will! Herz ist nun mal Trumpf und sticht (fast) alles. Außerdem erinnert uns jede Verknalltheit an eigene Verknalltheiten und dieses Nachempfinden verzückt uns zusätzlich.

Doch ihr, liebe Jungs, seid eher zurückhaltend, was die Freude für frische Paare angeht. Wieso das? Glaubt ihr, dass sich die beiden sowieso schon genug freuen und eure Freude gar nicht brauchen? Oder interessiert euch die Paarbildung nur, wenn ihr selbst ein Teil des Paares seid? Habt ihr vielleicht sogar ein bisschen mehr Angst davor als wir, dass ein guter Freund oder eine gute Freundin in den Tiefen einer Beziehung verschwinden könnte? Erklärt doch mal, wieso ihr angesichts einer neuen Liebe bloß mit den Schultern zuckt.

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ist jetzt-Mitarbeiterin und hat diesen Beitrag verfasst.