Die Neuen am Tresen
Nicht immer Helles und Spezi: Seit einiger Zeit stehen auffällige Flaschen in den Bar-Kühlschränken der Stadt. Eine Verkostung

Pa-Li
Das sagen die Erfinder: Die Pa-Li (für Pachmayr-Limonade) war ab den 50ern bis in die 70er Jahre eine der bekanntesten Limonaden in Oberbayern. Der Münchner Familienbetrieb verkauft jetzt nur noch in München und füllt immer noch nach dem alten Originalrezept ab – seit Kurzem wieder in Retro-Optik und in den alten Flaschen aus den 70ern. Peter Pachmayr: „Nach jahrelangem Gebrauch haben die Flaschen natürlich Kratzspuren, die abgenutzte Patina macht aber auch den Charme der alten Flaschen aus.“
Das sagt der Trinker: „Bionade ist doch voll Mainstream.“ Der typische Pa-Li-Trinker war bis vor Kurzem vielleicht noch selbst Bionade-Fan. Seit die aber jeder trinkt, ist sie ihm nicht mehr hip genug.
So schmeckt’s: Weniger süß als die Orangenlimos, die man kennt oder an die man sich von früher erinnert. Die Pa-Li ist nicht so knallig orange wie Fanta, hat weniger Kohlensäure und schmeckt nicht so künstlich wie die meisten Limonaden.
Das will die Flasche sagen: Jetzt wird’s patriotisch. „In München erfunden, in München abgefüllt“ steht auf der 0,2-Liter-Flasche direkt neben dem „Otto Pachmayr 1867“-Logo. Der „Pa-Li-Kopf“ ist von einer Werbeanzeige für Orangensirup aus den frühen 50er Jahren inspiriert.
Man könnte auch sagen: Die Pa-Li ist der bayerische Club Mate. Was der Matetee in Berlin ist, könnte die Pa-Li in München werden. Im manchen Bars, zum Beispiel im Padres in der Blumenstraße oder der Bar Cabane in der Theresienstraße wird die Limo auch schon mit Wodka oder Gin gemixt.
Warum es das braucht: Weil die Pa-Li die echte Heimatlimonade ist und das nostalgische Fläschchen Kindheitserinnerungen weckt – dabei ist es eigentlich egal, an welche Limo.
So schmeckt's warm: Wie Kinderpunsch mit Orangengeschmack und Sprudel. Durchaus interessant.
Auf keinen Fall tun: mit Cola verunreinigen.
Hier zu kaufen: In Cafés und Bars wie dem Atomic Café, Café Glockenspiel, Café Kosmos, Ksar, München 72, Padres und Edmoses für etwa 2,50 Euro. Im Pachmayr-Laden in der Theresienstraße, bei Getränke Lorenz oder bei Feinkost Käfer für etwa 50 Cent pro 0,2-Liter-Flasche.
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