14.02.2012 - 21:45 Uhr

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Buch Teil 3

Text: JuergenB




 

 

Die Sonne blendet mich während ich versuche die Augen zu öffnen.
Mittlerweile ist es Tag geworden.
Ein Hauch von Dorianes süsses Parfüm liegt noch immer in der Luft.
So süsslich wie mein Körpergeruch, nur etwas angenehmer.

Ich muss duschen.

Ich streife mir die Kleidung langsam vom Leib und drehe so lange an beiden Wasserhähnen bis sie die gewünschte Temperatur erreicht haben.
Das kühle Nass auf meiner Haut schwemmt den Angstschweiss der letzten Nacht, hinunter in den Abfluss.
Wann Doriane wohl gegangen ist?

Wie ich sie kenne, hat sie wahrscheinlich noch stundenlang Geschichten erzählt, bevor sie durch mein schnarchen bemerkte, dass ich wohl nicht mehr der beste Zuhörer bin.

Heute muss ich wieder zu Dr.Spaemann.
Der Termin ist um sieben.
Doch kann ich ihm noch trauen?
Nur verschwommen nehme ich mein Spiegelbild wahr.
Verdammt, das brennt.
Wo ist ein Handtuch, wenn man es mal braucht!?
Der Geruch von abgestandenem Rauch und versautem schweisstreibenden Sex,
zieht sich durch meine Nasenhöhlen bis in den Rachen, sodass ich es im Mund schmecken
kann,als würde ich auf dem Taschentuch eines Klempners kauen.
Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch der alte Kleidung als Handtuch missbraucht.

 

Plakatierte Mauern die in den Himmel wie Hochhäuser ragen, Werbeschilder konkurrieren um die Gunst der Kunden, hektische Menschen,scheinbar unter Termindruck, versuchen den Stau der sich auf der brüchigen heruntergekommenen Strasse anbahnt, zu überqueren, während Autofahrer ein Hupkonzert der Extraklasse abliefern, welches schliesslich in einem eposalen Finale seine Vollendung findet, bestehend aus Schimpfwörtern und gegenseitigen Drohgebärden.
Hier lernt man mehr Fäkalausdrücke als man in der Schule oder im Fernsehen jemals aufschnappen könnte.
Ich hasse diese Stadt.
Nur noch mehr hasse ich das Dorf in ihr, indem ich lebe.
Immerhin muss man hier nicht eine Ewigkeit auf ein Taxi warten, die sich ,wie im Gänsemarsch, einen Weg durch das Dickicht der Stadt bahnen.
Ich schliesse die Tür, während ich dem Taxifahrer Geld zustecke.
Genau gegenüber liegt das Restaurant „Melrone“.
Nach der Hitze des Tages ist dieses Lokal nun so dunkel wie ein abgeschotteter Keller.
Meine Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen.
Der Duft von angebratenem Fisch und Knoblauch liegt in der Luft.
Der Kellner hinter der Theke, an der Fotos von Angelausflügen hängen, unterhält sich mit seinem Kollegen der sichtlich verärgert ist.
Die schlichte weisse Wanduhr zeigt auf zwei vor eins.
Nur ein paar wenige Gäste stören die Ruhe in einem leisen Ton
und stecken ihre Köpfe aneinander als hätten sie gemeinsam einen Mord verübt und es
dürfe ja niemand dabei zuhören, wo sie die Leiche vergraben haben.
Grauer Schal, sein Gesicht von der neuesten Ausgabe der Tageszeitung, verdeckt.
Wie am Telefon besprochen.
Das muss er sein.
Mit einem etwas mulimigen Gefühl im Bauch setze ich mich zu ihm.
„Wir haben telefoniert?!“ sagt er.
„Ja das haben wir“
„Mein Name ist Terry Beckmoor.
Wie kann ich Ihnen genau behilflich sein?“
Ich schilderte ihm meine Geschichte so detailliert wie möglich.
Selbst meine Besuche beim Psychiater liess ich nicht aus.
Kein Mensch weiss davon.
Keiner, ausser ihm und mir.
Verhüllt in Zigarrenrauch, lauschte er gespannt meinen Worten, während er hin und wieder
an dem Kragen seines blauen Hemdes zupfte.
Ich denke ich kann ihm vertrauen.
Langsam streift er seine Brille vom Gesicht und legt sie auf den Tisch mit der Tageszeitung, bis er endlich eine Reaktion von sich gibt.
„Sie stecken ja wircklich in der Scheisse, mein Freund.“
Ich nicke, „Ja, das kann man wohl so sagen“
„Ok, ich kann Ihnen gerne helfen, aber das wird nicht billig werden.
Ich werde ihre Wohnung observieren müssen, ihr Telefon überwachen und
ansonsten alles was mit ihnen zu tun hat, in Augenschein nehmen müssen.
Und ich kassiere nach Stunden, selbst wenn wir zu keinem Ergebniss kommen und nichts brauchbares finden können.
„Geld ist kein Problem“ antworte ich ihm.
Der Verkauf meiner kleinen aber lukrativen Firma, vor einem Jahr, ermöglicht es mir
derartige Horrorpreise, bezahlen zu können.
Seit diesem Traum bin ich nicht mehr fähig einer Arbeit nach zu gehen und ich lebe seitdem
von den Rücklagen dieses Verkaufes.
Die Früchte meiner Arbeit sozusagen.
Was für ein bescheuertes Wortspiel.
„Also gut, dann machen wir es so.
Etwas ist ganz wichtig.
Verhalten Sie sich so wie immer.
Gehen Sie Ihrem normalen Tagesablauf nach,
aber achten sie auf merkwürdige Details.
Jede Kleinigkeit die Ihnen komisch vorkommt und sollte sie noch so unwichtig erscheinen.
Haben Sie das verstanden?“
„Ja, das habe ich.“
Ich tausche mit ihm noch alle wichtigen Details aus,
gebe ihm meine Adresse und Adressen wo ich mich
des öfteren aufhalte.
Um genau zu sein, sind das eigentlich nicht mehr als zwei.
Meine eigene und die von Dr. Spaemann.
Ich übergebe im mein Handy.
Er legt es, nachdem er es für seine Zwecke umfunktioniert hat, in mein Postfach.„Ich melde mich bei Ihnen, sobald ich etwas heraus gefunden habe.Zufrieden verlasse ich das Lokal um auch gleich wieder zum nächsten zu fahren.Ich hab Doriane Versprochen heute mit ihr essen zu gehen.

 

 

 

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