19.02.2012 - 16:23 Uhr

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I Can't Keep Up With Your Turning Tables

Text: Tigerhuhn

Under Your Thumb, I Can't Breathe


Was besseres kann mir doch gar nicht passieren, oder?
Du wirst dieses Wochenende die Stadt verlassen. Die Möglichkeit, dir über den Weg zu laufen, hat sich also erledigt. Und es ist gut so. Ich freue mich. Ich freue mich auf gute Laune, auf Feierei, einfach auf Karneval. Ohne dich.
Es ist ja nicht so, dass du es mir letztes Jahr nicht auch schon versaut hättest. Deine Arroganz, nein, besser gesagt deine Ignoranz mit der du so getan hast, als würde ich nicht existieren. Widerlich. Und ich konnte es nicht lassen und konfrontierte dich bewusst mit den Tatsachen. Deine Überheblichkeit mich und meine Freunde zu beleidigen bevor du überhaupt mal anständig >Hallo< gesagt hast. Sowas hat etwas mit Respekt und Benehmen zu tun. Aber was erzähle ich genau dir das? Dir, der seine Mutter als Schlampe bezeichnet. Vielleicht solltest du erst mal erwachsen werden und an deinem eigenen Verhalten arbeiten bevor du andere Leute kritisierst und zu Unrecht bloßstellst.
Sowas geht einfach mal gar nicht. Das macht dich schon wieder so unsympathisch, dass ich am liebsten kotzen würde. Du denkst immer du wärst der Beste, den, den alle mögen, der der alles kann, der mit seinen 765 Facebook Freunden, von denen du - wenns hoch kommt - grade mal 1/3 persönlich kennst. Der, der seine Freunde und Beziehungen wie Schuhe wechselt und der, der nicht weiß, was wahre Liebe ist und kein einziges Mal um sie gekämpft hat (wie man um Liebe kämpft und ob man um Liebe kämpfen sollte, ist noch ein ganz anderes Thema).
Außerdem habe ich mittlerweile ernsthafte Zweifel, ob die große Liebe – wenn es die denn überhaupt gibt und Romantik doch mehr ist als nur eine Stilepoche –, ob diese große Liebe nicht ein bisschen anders aussieht, als ich in den letzten Jahren dachte. Was genau war das mit dir? Sensationeller Sex, klar. Wenn ich Zeit für Tagträume habe und nachts nicht schlafen kann, beschert mir der Gedanke an Sex mit dir immer noch eine Gänsehaut. Und sonst? Leidenschaft, Sehnsucht, Begehren, Herzklopfen, Eifersucht. Natürlich hatten wir auch tolle Gespräche, haben uns oft blind verstanden und viel zusammen gelacht. Aber wenn ich jetzt an dich zurückdenke, an unsere besten Momente, dann überwiegt die Erinnerung an das übermächtige Begehren, das ich für dich fühlte. In deinen Armen zu sein, deinen Geruch einzuatmen, meinen Kopf an deine Brust zu legen. Nichts konnte den Wunsch stillen, dir nah zu sein. Selbst wenn wir miteinander schliefen und ich deinen Körper mit Armen und Beinen umschlang, war es noch da, das Begehren, das Sehnen danach, dir nah zu sein, näher, am nächsten. Vielleicht habe ich einfach Begehren mit Liebe verwechselt?

Dennoch war da zwischen uns immer etwas Besonderes, du hast meine Seele berührt, du hast mir etwas gegeben, wozu keiner vorher jemals in der Lage war. Du bist du der Mann, mit dem ich alle anderen immer vergleichen werde. Und der, der es wert ist, dass man um ihn kämpft, egal wie weh es tut. Aber mittlerweile bist du mir so unglaublich fremd geworden und ich frage mich, ob du heute der bist, der du dir als kleiner Junge zu werden gewünscht hast. Ich bezweifel es.

Unterlassene Hilfeleistung, das ist es, was ich dir vorwerfe, aber du warst wie gelähmt, und je mehr Zeit verging, desto schwieriger wurde es, einen Finger zu rühren. Und irgendwann war es unmöglich. Unsere Beziehung ist langsam gestorben, qualvoll verendet, und wir haben beide danebengestanden und tatenlos zugesehen. Es fällt mir verdammt schwer das zu verstehen. Weißt du, ich glaube nicht, dass die Sache mit dem Band zwischen zwei Menschen eine Erfindung der Groschenromanschreiber ist. Ich habe immer geglaubt, dass wir so ein Band besitzen. Aber es braucht Pflege. Input. Ich habe gemerkt, wie es immer dünner wurde, je mehr wir daran zogen. Und schließlich ist es irgendwann gerissen. Ich habe dich verloren, du bist mir entglitten und das war das letzte was ich eigentlich wollte.
Aber manchmal endet eine Beziehung eben leider genau dort, wo die Gemeinsamkeiten aufhören und das Verständnis füreinander anfangen und diese Kluft überbrücken sollte.

Natürlich ergibt sich hier ein schiefes Bild. Und für mich geht die Rechnung noch lange nicht auf. Ich kenne dein Verhalten und weiß wie du tickst, kenne deine Höhen und Tiefen, deine temporären Persönlichkeitsstörungen und wie du dir andauernd eine neue Identität zulegst. Klingt wie in einem schlechten Film, aber es entspricht leider der Wahrheit. Aber Wahrheit war schon immer ein Begriff, mit dem du nichts anfangen konntest.

Du bist einfach viel zu schwach als dass du jemals irgendetwas in deinem Leben erreichen oder gar verändern würdest. Außerdem glaube ich nicht wirklich daran, dass man wirklich besser werden kann, und wenn, dann dauert dieser Prozess sicher mindestens ein Leben lang. Im Rückblick zählen halt nicht nur die Erlebnisse an sich, sondern auch das, was danach passierte. Unsere Missverständnisse. Da nützt die schönste Erinnerung nichts. Der Schatten des Nachhers färbt sie dunkelgrau ein.

Ich habe mittlerweile an einen Moment in meinem Leben angeknüpft, in dem ich glücklich war, ohne dich. Es geht irgendwie und es ist gut so. Ich habe die Situation akzeptiert, es scheint zumindest so, und ich erinnere mich nur höchstens 5 Mal täglich, dass ich dich eigentlich vermisse…

Eine Sache, die ich dir zu guter Letzt noch wünsche:
Möge dein Leben eines Tages so schön sein wie du es auf Facebook darstellst!

                                  Next Time I'll Be Braver
                                     I'll Be My Own Savior
                             Standing On My Own Two Feet



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