Strafe für Kinderlose?
Die "Junge Gruppe" in der Union fordert eine Sonderabgabe für Kinderlose: Wer ab 25 keinen Nachwuchs hat, soll ein Prozent seines Lohns abtreten. Mit diesem Vorschlag haben die jungen Abgeordneten eine heftige Diskussion ausgelöst.
Angestrichen:"Derjenige, der Zukunft baut und Kinder hat, darf nicht mit denselben Beiträgen belastet werden wie jemand, der das - egal aus welchen Gründen - nicht tut."
Wo steht das:
In einem Artikel in der Tageszeitung "Die Welt". Das Zitat kommt von der bayerischen Familienministerin Christine Haderthauer (CSU), die damit auf einen Vorschlag der "Jungen Gruppe" in der Union reagiert. Die Abgeordneten fordern, dass man ab 25 höhere Sozialabgaben zahlen muss, wenn man keine Kinder hat.

Und was soll das Ganze?
Ein Prozent ihres Einkommens sollen Kinderlose ab 25 in Zukunft abgeben, fordert die "Junge Gruppe" in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dafür will sie noch in dieser Legislaturperiode eine entsprechende Verfassungsänderung durchsetzen. Kinderlose sollen demnach den vollen Prozentsatz zahlen, Eltern mit einem Kind die Hälfte und Eltern mit mehreren Kindern nichts.
Das Geld soll in die Sozialversicherungen, in Infrastruktur und Bildung investiert werden und nicht Teil des Bundeshaushalts werden, "damit die Rücklage nicht in der Tagespolitik verfrühstückt werden kann", wie der Sprecher der "Jungen Gruppe", Marco Wanderwitz, der "Mitteldeutschen Zeitung" sagte. Seinen Vorschlag hat er Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich vorgestellt. Als Begründung nannte er: "Unsere Sozialversicherungssysteme funktionieren nicht, wenn es zu wenig Kinder gibt."
Kinderlosigkeit besteuern um die Geburtenrate hochzutreiben? Was nach einem schlechten Scherz klingt, ließ neben der bayerischen Familienministerin Christine Haderthauer (CSU) auch den CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe positiv reagieren: "Das ist ein Grundgedanke, den ich für angemessen halten", sagte er. Auf Kritik stoßen Wanderwitz und die jungen Abgeordneten von CDU und CSU in der Opposition, aber auch in der eigenen Fraktion. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) wies die Forderung der "Jungen Gruppe", zu der sie eigentlich auch gehört, gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" zurück: "Ich finde es vernünftiger, Kinderwünsche zu befördern statt Kinderlosigkeit zu bestrafen. Der Weg hin zu funktionierenden Kinderkomponenten in den sozialen Sicherungssystemen muss über Anreize führen und nicht über Abschreckung." Auch Angela Merkel hat sich inzwischen zu dem Vorschlag geäußert: "Schon eine Einteilung in Menschen mit und ohne Kinder ist nicht zielführend. Ich glaube, wir müssen andere Wege finden."
Auch auf Facebook wird gerade viel über den Vorschlag diskutiert. "ZDF Heute" hat dazu eine Diskussion auf dem sozialen Netzwerk gestartet. Es gibt ein paar Befürworter, die fast immer wie dieser User argumentieren: "Man sollte sich bei dieser Diskussion vor Augen halten, wer die Renten aller Kinderlosen später erwirtschaften muss!" Die meisten fühlen sich jedoch diskriminiert, immerhin sind viele ungewollt kinderlos. "Das ist eine doppelte Strafe für jene Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keine eigenen Kinder bekommen können und aus finanziellen Gründen keine Kinder adoptieren dürfen", hat ein User gepostet. Andere schreiben von "Zwangsverheiratung und Zwangsbefruchtung". Oder schlagen eine "Luftholsteuer" vor: "Atmen muss jeder".
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apollyon sagte: Ist eigentlich ein ziemlich ähnlicher Ansatz wie der, den ich in meinem ersten Post hier bei jetzt vor etwas über einem Jahr hier beschrieben habe.
Vielleicht ist das dann aber doch wieder zu einseitig, alles nur auf Betreuungsangebote auszurichten. Ein Großteil der Deutschen, die länger in Frankreich waren, sind vom französischen Schul- und Erziehungssystem nicht wirklich begeistert. Und meistens wird dann doch noch eine Babysitterin engagiert ... ich meine, für Familien ist es in F auch nicht unbedingt einfacher.
apollyon sagte: Ändert sich was? Ein Kollege von mir hat mir heute erzählt, dass seine Frau nicht arbeiten geht, weil sie keinen Kinderbetreuungsplatz für unter 1000,-€ im Monat finden. Und bei dem Preis bleibt sie dann doch lieber zu Hause.
Das ist ein Einzelfall ... selbst auf dem Land findet man mittlerweile fast überall einen Platz. Meine Mutter ist Kindergärtnerin, und in der Zeit von 14h bis irgendwann danach bleibt sie extra dort, um die letzten 2 oder 3 Kinder zu betreuen, die noch zu betreuen sind. Ist gesetzlich vorgeschrieben, und eindeutig eine Entwicklung der letzten Jahre.
apollyon sagte: Daneben finde ich es immer noch absolut furchtbar, dass solch persönliche Entscheidungen über Lebensentwürfe immer unter dem "Du musst das für unsere Rente tun"-Aspekt gesehen werden, anstatt dass sich mal einige Leute Gedanken über ein Rentensystem machen, das den Leuten nicht vorschreibt, ob, wann und wieviele Kinder sie bekommen sollen.
Erfinde ein gerechtes und durchsetzbares staatliches Rentensystem ;) viel schwieriger geht's nicht
Melanchtron sagte:
Vielleicht ist das dann aber doch wieder zu einseitig, alles nur auf Betreuungsangebote auszurichten. Ein Großteil der Deutschen, die länger in Frankreich waren, sind vom französischen Schul- und Erziehungssystem nicht wirklich begeistert. Und meistens wird dann doch noch eine Babysitterin engagiert ... ich meine, für Familien ist es in F auch nicht unbedingt einfacher.
Kenne da genug Gegenbeispiele.
Und soweit ich weiss, sagt auch die Statistik, dass a) die Geburtenrate in Frankreich höher ist und b) Frauen bessere Berufs- und Karrierechancen haben.
Das ist ein Einzelfall ... selbst auf dem Land findet man mittlerweile fast überall einen Platz.... Ist gesetzlich vorgeschrieben, und eindeutig eine Entwicklung der letzten Jahre.
Ich glaube gerade auf dem Land ist es einfacher. Ich kenne sehr viele Leute, die extrem hohe Kinderbetreuungskosten haben, meist eben in Stadt- oder Speckgürtelgebieten.
Aber stimmt schon, es ist besser geworden.
Erfinde ein gerechtes und durchsetzbares staatliches Rentensystem ;) viel schwieriger geht's nicht
Gerechtigkeit ist Wort mit viel Interpretationsspielraum, aber ich glaube, ein Anlagesystem, wie es die meisten unserer europäischen Nachbarn haben, ist gerechter als das deutsche Schneeballsystem, bei dem jeden Zahler in die Rentenkasse klar gemacht wird, "das Geld, was Du einzahlst, ist nicht für Dich".
Durchsetzbar sind Änderungen auch, wenn man will. Gibt auch da genug Ansätze. Aber es ist als Politiker eben leichter, sich hinzustellen und zu sagen "
Grade wieder: ZU FASCHING WOLLEN SE FREI HAM?
Geht natürlich nicht, weil die gebährfreudigen schon frei beantragt haben, weil im Kindergarten Fasching gefeiert wird und die Eltern natürlich bevorzugt werden bei solchen Anlässe (wie auch an Weihnachten,Silvester und den Ferien).
Als kinderloseR hat man bei mir in der Firma keinen Anspruch auf freie Tagen an Tagen wo man gern frei hätte.
Im 3.Reich wurden Sonderprämien für die Frauen eingeführt, die 10 Kinder hatten.
gut ok, war ein witz
aber immerhin ist es bei dem ansatz egal, wann jemand kinder bekommt.
1. Den braucht der doch anscheinend eh nicht.
2. Wenn er mit 25 noch kein Kind gezeugt hat, muss er schwul sein und das darf nicht geduldet werden.
3. Da die meisten CDU/CSUler eh so kleine Schwänze haben, betrifft sie das gar nicht.
Seit 7 Jahren haben wir in unserem Betrieb eine Nullrunde.
Ständig steigende Kosten, ohne Ausgleich.
Für unseren Kinderwunsch haben wir über 20 000€ bezahlen müssen, da die Krankenkassen dies ja nicht übernehmen. Der Kinderwunsch blieb leider erfolglos.
Und jetzt will man uns nochmals dafür bestrafen, finden Sie dies wirklich in Ordnunng. Ich finde es eine Sauerei.
Habe gerade gelesen, NPD-Fraktion begrüßt familienpolitischen Vorstoß der „Jungen ... na toll.
Demnächst heißt es wieder, Kinder für das Vaterland, oder ?
Wie sieht es den mit dem Solizuschlag aus, Herr Wanderitz.
Die neuen Bundesländer müßten doch inzwischen wieder aufgebaut sein.
Oder verzichten sie doch mal 7 Jahre auf Gehaltserhöhung, dann reden wir mal weiter.
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15.02.2012 - 18:47 Uhr
apollyon
Ist eigentlich ein ziemlich ähnlicher Ansatz wie der, den ich in meinem ersten Post hier bei jetzt vor etwas über einem Jahr hier beschrieben habe.
Ändert sich was? Ein Kollege von mir hat mir heute erzählt, dass seine Frau nicht arbeiten geht, weil sie keinen Kinderbetreuungsplatz für unter 1000,-€ im Monat finden. Und bei dem Preis bleibt sie dann doch lieber zu Hause.
Für so eine Kinderbetreuung bräuchte man keine Strafsteuer (ja, der Vorschlag ist eine Strafsteuer!). Gibt tausend vernünftigere Wege, das zu schaffen.
Daneben finde ich es immer noch absolut furchtbar, dass solch persönliche Entscheidungen über Lebensentwürfe immer unter dem "Du musst das für unsere Rente tun"-Aspekt gesehen werden, anstatt dass sich mal einige Leute Gedanken über ein Rentensystem machen, das den Leuten nicht vorschreibt, ob, wann und wieviele Kinder sie bekommen sollen.