14.02.2012 - 00:35 Uhr

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Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch

Text: registrierungsfehler

Wir reden nicht mehr darüber. Warum auch. Das heisst nicht, dass wir nicht darüber nachdenken. Wahrscheinlich denken wir mehr darüber nach als wir zugeben wollen, aber wir reden nicht mehr darüber.
Das Handy vibriert. Ich liege auf dem Bett und greife nach dem summenden Gerät. SMS. "Bin gleich da. Soll ich Wein mitbringen?" Ich tippe in das Gerät "wenn du welchen möchtest, ich hab keinen hier. Bis gleich."
Ich wälze mich kurz auf dem Bett hin und her, presse meine Handballen gegen die Augen. Aber ich reisse mich zusammen, es wird gut. So wie immer alles gut wird. Schnell aufstehen und unter die Dusche, rasieren, Zähne putzen, aus gebotener Rücksichtnahme, auch wenn das erste Glas Wein dann scheisse schmeckt. Ein kurzer Blick auf die Uhr, halb neun. Ok, das ist früh genug. Ich fange an wie ein Tiger im Käfig hin und her zu laufen. Die Warterei ist zum kotzen, schlimmer als an der Bushaltestelle. Als es endlich klingelt sind alle Zweifel mit einem Schlag ausgelöscht. Aus der kalten Nervosität, die schon seit dem späten Nachmittag etwas zu grob mit meinem Magen umspringt, wird ein wohlig warmes Gefühl. Ich fühle mich Gut. Ein Blick in den Spiegel - ja, alles gut. Ich drücke den Türsummer und warte an der Wohnungstür bis ich ihre Schritte von unten hochhallen höre. Ich lege ganz sanft mein Ohr an die Tür, so wie ein werdender Vater sein Ohr auf den Bauch seiner schwangeren Frau legt, und lausche ihren Schritten. Die Tür mache ich genau in dem Moment auf wenn sie oben ankommt und sich angewiedert dahin dreht, wo ich sie in empfang nehmen sollte. Ich sehe diesen leicht genervten Blick, tja, kein Fahrstuhl in dem Altbau. Ein Schmunzeln auf meinem Gesicht, zum xten mal wegen der selben Sache. Wieder spühre ich das alles Gut wird. Jetzt das Lächeln, auf das ich seit vier Tagen gewartet habe. Ich liebe es. Ja. Es. Ich liebe es. wir umarmen uns und drücken uns ganz fest aneinander, dann ein Begrüßungskuss und schnell in die warme Wohnung. Wir setzen uns zuerst in die Küche, das machen wir immer so. Das Radio dudelt im Hintergrund und wir freuen uns wenn irgendwelche 90`s Hits laufen und wir uns gegenseitig von den Partys erzählen, auf denen wir in unserer Jugend dazu gefeiert, gesoffen und, naja, gevögelt haben. Was solls. Wofür sollen wir uns noch schämen, wenn wir schon soviel voreinander verschweigen obwohl wir es wissen, nur um es nicht zu sagen. Aber diese Geschichten von Jugendsünden sind lustig und überdecken das Eigentliche.
Nach dem ersten Glas Wein wechseln wir in mein Schlafzimmer - da wo meine Matratze auf den Holzdielen liegt. Ich bin schon lange Single und da war nie ein Anreiz es besonders wohnlich anstatt praktisch zu haben. Die spartanische Umgebung wird per Laptop mit einer random-playlist beschallt, sie schenkt uns Wein nach und wir liegen im Bett und rauchen ihre Zigaretten, denn ich drehe aber dann krümelt das ganze Bett voll und ich hab auch keinen Bock drauf also trinke ich ihren Wein und rauche ihre Zigaretten. Ist auch egal.
Wir haben Sex. Wir trinken Wein. Wir rauchen. Wir haben Sex. Manchmal schlafen wir auch miteinander, glaube ich. Und manchmal vögeln wir. Aber meistens haben wir Sex.
Hin und wieder kommt es vor dass wir uns lange in die Augen sehen, und wir versuchen in den anderen hinein zu blicken. Versuchen uns gegenseitig zu enttarnen, etwas hervor zu locken das alles auflösen könnte.
Irgendwann dösen wir in einander verschlungen vor uns hin, streicheln uns, drücken uns aneinander und erzählen uns Geschichten. Wie war das noch mal mit deiner Narbe da am Bein? Und was sagt dein Bruder dazu? Ach so. Ja. Nur nicht einschlafen. Keine Zeit vergeuden.Noch mal streicheln. Was? ein Lachen. Was ist denn das? Noch mal Sex? Noch mal Sex! Noch mal, bevor... verdammt. Ihr Handywecker klingelt. Wir raffen uns auf und während sie sich im Bad zurecht macht pinkel ich einen Liter Wein aus. Sie wäscht sich das Gesicht, steckt ihre Haare mit den Klammern und Spängchen zusammen die sie sorgfältig mit ihren Kleidern abgelegt hatte. "Alles Ordentlich?" "Alles tip top. Wo warst du?" "Nadine." "Aha."
"Soll ich dich zum Bus bringen?" "Ist schon gut." "Doch, doch. Ich fühl mich nicht wohl wenn du hier Nachts alleine unterwegs bist." Schuhe, Jacke, Schlüssel - Handy und Portmonaie brauch ich jetzt nicht. Wir trotten Hand in Hand zur Bushaltestelle, manchmal mit der nicht ganz ausgetrunkenen Weinflasche. Noch eine rauchen. Ich drehe jetzt wieder. Langsam lösen, loslassen, das ist das ganze Geheimnis, loslassen. Als der Bus kommt ein Kuss, ein leises, fast geflüstertes: "Ich hab dich lieb." "Ich dich auch. Komm gut nach Hause." "Du auch." "Wär schön wenn du irgendwann bleiben würdest." Pause. "Du weisst dass das nicht geht. Ich kannn nicht." Ihr Blick hängt auf dem Boden fest. "Ich weiß, tut mir leid. Bis bald." "Bis bald." Zu Hause Blick aufs Handy. SMS. "Ich hab dich lieb Mausi, du bedutest mir so viel". Ach leck mich doch. Du mir auch...du mir auch.
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Piek
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Mag ich Mag ich nicht

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14.02.2012 - 01:02 Uhr
Piek

fucking love.
fucking. love.


ehrlich.

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