Kastanien.
Du schleichst durch diese Stadt wie ich.
N. sagt mir, dass du schlecht aussiehst. Traurig.
Ich kann nicht sagen, dass mich das glücklich macht.
Aber es beruhigt, für einen Moment, vielleicht:
Zu wissen, dass es dir auch nicht leicht fällt.
S. meint, es war noch nicht das letzte Kapitel der Geschichte.
Das würde man dir ansehen. Wie du ringst mit dir.
Doch ich weiß nicht, was jetzt noch kommen soll.
Bemühe mich zu glauben, dass es Gefühle gab.
Dass wir uns nur deshalb so nah gekommen sind.
Dass wir uns zu nah gekommen sind.
Ich sammle die kleinen Wahrheiten wie Kastanien im Herbst.
Sie glänzen feucht in meiner Hand.
Ich stecke sie in die Tasche und vergesse sie dort.
Ein paar Tage später sind sie stumpf und verschrumpelt.
Was ich dir bedeutet habe, ich weiß es nicht mehr.

Bild: Christopher Landin.
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10.02.2012 - 20:57 Uhr
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