10.02.2012 - 18:15 Uhr

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Leichter lernen

Text: Mediator

Oft höre ich, "man, ist das viel..." oder "das kann doch keiner behalten..."
Aber:
Wozu sich beim Lernen abquälen, wenn es auch leichter geht; und dabei der Lernstoff noch zügiger aufgenommen und länger behalten wird?
Leichteres Lernen ist kein unbekanntes Geheimnis.

Lernstoff einteilen

Am Anfang erschlagen uns die Menge der zu lesenden Fachbücher, Vokabeln oder Formeln, die wir beherrschen möchten. Das führt zu Motivationsverlust. Hier hilft es, den Stoff zu Beginn des Lernens in verdaubare Happen einzuteilen. Diese Lerneinheiten versehen Sie danach mit Terminen und können so entspannt die kleinen Lernportionen verspeisen.

Bildlich vorstellen

Unser Gehirn speichert Informationen deutlich länger, wenn wir uns von dem Stoff innerlich stimulieren lassen. Anregend wirkt die bildliche Vorstellung. Je skurriler der Gedanke, je dauerhafter der Eintrag in unsere hauseigene Datenbank.

Besonders gut funktioniert dies mit Vokabeln und Listen. Suchen Sie bei Vokabeln nach Bildern, die sich aus dem Wortlaut ergeben. Zum Beispiel Napkin - Serviette: Stellen Sie sich vor, wie Sie mit Ihrem Kinn eine Serviette aus einem Napf vor Ihnen auf dem Tisch ziehen.

Listen lassen sich viel leichter einprägen, wenn Sie aus den Listenbestandteilen eine Geschichte weben. Geben Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, je verrückter die Story umso müheloser behalten Sie.

Emotionen wecken

Doch es geht noch einprägsamer: Verbinden Sie mit dem Lerninhalt ein Gefühl, schaffen Sie emotionalen Bezug. Ich empfehle Begeisterung und Freude, aber Sie können alle Arten von Empfindungen nutzen. Auf diese Art verankern Sie den Lernstoff am tiefsten.

In entspannter Atmosphäre lernen 

Sorgen Sie für Wohlgefühl beim Büffeln. Ein ruhiger Raum, eine Tasse Tee und lockere Kleidung wären ein erster Ansatz. Manche können bei Musik besser lernen, viele nur bei absoluter Stille. Probieren Sie es aus. Versuchen Sie, innerlich völlig entspannt zu sein.
Testen Sie doch einmal Folgendes aus: Begeben Sie sich in Tiefenentspannung, zum Beispiel mit einer der vielen Entspannungsübungen. Lassen Sie sich anschließend über den MP3-Player Vokabeln vorlesen. Lauschen Sie der Stimme völlig gelassen. Wenn Sie mögen, vergleichen Sie den Lernerfolg mit dem normalen Vokabellernen - die Unterschiede sind oft verblüffend.

Dazu passt: Ein Nickerchen nach dem Lernen verankert den Lernstoff

 

Studien haben frappierende Unterschiede bei der Speicherung des Lernstoffes zwischen Personen festgestellt, die unmittelbar nach der Lerneinheit ein Schläfchen eingelegt und solchen, die sich zwischenzeitlich anderwertig beschäftigt haben. Sie brauchen also keine Ausrede mehr für Ihr Mittagsschläfchen, sondern verfügen über eine handfeste Begründung.

Wenn möglich: Anfassen, fühlen, handhaben

Von Konfuzius soll der folgende Spruch stammen:

Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir, und ich erinnere. Lass es mich tun, und ich verstehe.

In der Tat: Wenn wir etwas anfassen, damit experimentieren können, schaffen wir einen tiefen Bezug im Gehirn.

Die Brücken der Esel

Der graue Gaul weigert sich standhaft, durch die kleinste Wasserfurt zu gehen. Darum braucht er für jede Pfütze eine Brücke. Heute meinen wir mit einer "Eselsbrücke" z.B. einen kleinen Spruch oder Reim, der dem besseren Merken von Daten und Fakten dient. Man geht also einen kleinen Umweg, um ans Ziel (dem Merken) zu gelangen. Beispiel: "Wer nämlich schreibt mit "h" - ist dämlich!"

Nutzen Sie Ihre eigenen Eselsbrücken, um sich wichtige Daten, Fakten oder Aufgaben zu merken.

Ein Beispiel: 

Die Reihenfolge der ostfriesischen Inseln kann man sich mit den Anfangsbuchstaben des folgenden Satzes einprägen:

"Welcher Sportler liegt bis neun im Bett!"

(Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist, Borkum)

Reihenfolge merken

Wenn Sie sich eine bestimmte Abfolge von Lernelementen merken müssen, können Sie die Routenmethode verwenden. Hierbei nutzen Sie bekannte Orte, zum Beispiel Ihr Wohnzimmer. Sie verteilen die Elemente im Geiste von links ausgehend im Raum: Element 1 auf dem Fernseher, Element 2 auf der Fensterbank usw. So schaffen Sie Verbindungen und brauchen beim Erinnern in Gedanken nur Ihre Stube durchgehen.

Belohnungen einbauen

Wenn Sie sich wieder einmal nicht zum Lernen überwinden können, braucht Ihr Unterbewusstsein eventuell einen kleinen Anreiz. Versprechen Sie sich nach jedem Lernabschnitt eine Belohnung: ein Kinobesuch, ein neues Buch, die lang ersehnten Schuhe.
Sie werden mit frischem Eifer an den Schreibtisch zurückkehren.

Last not least 

Und natürlich hilft es, ein leistungsfähiges Gehirn sein Eigen zu nennen.

Eine Umfrage ergab: 59 % vergessen neue Namen, 51% haben Schwierigkeiten mit Telefonnummern und immerhin 48% irren gelegentlich planlos durch die Wohnung auf der Suche nach ihrem Schlüssel.
Durch regelmäßige Beanspruchung erhalten und verbessern Sie die Fitness des Denkapparates. Doch auch die Ernährung und die Kraft des Herzen haben Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Denkorganes.
Eine ausgewogene Ernährung
 und viel Bewegung fördern ihr Gedächtnis und ihr gesamtes Denkvermögen. Als besonders ertragreich erweisen sich Sportarten, bei denen wir komplizierte Bewegungsabläufe erlernen müssen. Jede zusätzliche Bewegung hebt Ihre Stimmung obendrein.



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Dr. Christoph Terhart-O'Connor
Düsseldorf und Capetown