Lifestyle meets reality
Die Trennung von meiner ersten großen Liebe fand gerade statt als bei den Olympischen Sommerspielen in Peking mit 9,69 Sekunden ein neuer Weltrekord im Finale des 100-Meter-Laufs aufgestellt wurde. Ungefähr genau so lange dauert es sich einzugestehen, dass das Alleinsein das zu Beginn abenteuerlich erfrischend ist in eine einsame Monotonie verfällt.Anfangs stößt man feuchtfröhlich auf die neue Freiheit an. Oder eben auf das, was man als Freiheit bezeichnet. Sowieso ein fehlplatziertes Wort bezüglich des persönlichen Soloalbums, das man nach und nach mit möglichst persönlichen Tracks zu füllen versucht. Man ist schließlich eigenständig, unabhängig und vor allem: frei!
Blickt man nun um sich, sieht man eine ganze Reihe von diesen eigenständigen, unabhängigen und ach so freien jungen Menschen, die das Leben voll auskosten. Parfümiert von einem süßlich seichten leichten Lebensstil rennen sie an einem vorbei in der typgerechten Großstadt. Produziert werden dazu ebenso simple Melodien, die man genau so gut direkt das popkulturelle Klo hinunterspülen könnte.
Nach Sonnenuntergang beginnt dann das große Ringen um Frischfleisch. Plötzlich ist es nicht völlig gleichgültig, ob man heute nacht zu dieser ungebundenen Gemeinde junger Selbstverwirklicher zählt.. Mit riesigen Erwartungen, genährt von der letzten Hollywoodproduktion, die man sich in den offiziell nicht existierenden einsamen Stunden angesehen hat, stürzt man in die Menge.
Doch am nächsten Morgen bleibt der Nachgeschmack einer selbstgewählten schnelllebigen Daseinsweise, ob man nun alleine im Bett aufwacht oder nicht: Die Einsamkeit.

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