Ende Januar
Clooney, Geburtstag, Eiswimpern und ein kleines, gelbes Bild.
26. JanuarIn der Konferenz lange über die abtretende Piratin. Zwei Lager. Tendiere eher dazu, dass man nicht sechs Wochen vorher bei Schmidt noch groß die Klappe aufreißen sollte und dann: Bäh, jetzt doch alles zu viel. Natürlich darf man Schwäche zeigen, aber müsste einen nicht der Idealismus und überraschende Erfolg bei der Sache etwas mehr beseelen, etwas mehr durchhalten lassen wollen? Tagesdienst und allerlei Durcheinander. Abends Extra-Konferenz mit einem Haufen Journalistenschüler. J. hatte daheim D. zum Essen. Eher egaler Tag.
27. Januar
Muss meine Einzelfahrkarten-Taktik mal überdenken. Könnte man sich Wochenkarten aufs iPhone laden, wäre ich der erste. Ruhiger Tag in der Redaktion. Danach in die Innenstadt, gute Spontan-Geschenke für J. eingesammelt. In die Sendlinger Straße zum Friseur. Jana kündigt beim Haarwaschen ein „großes Familienfest“ an, als wir über unsere gegenseitigen Urlaubspläne reden. Ich brauche zwei Minuten bis „Hochzeit?“. Bingo. Frisch frisiert ins Kino, wo J. und I. mit S. warten. Clooney Film mit dem unaussprechlichen Namen. Gefällt ganz gut, vor allem die Traurigkeit nahe und echt. Alle heulen. Aber so ein vollbesetztes Kino Knie an Knie unmöglich. Der neben mir hat seine NachoCheese-Dinger wie ein Uhrwerk zermalmt, den ganze Film lang, danach schön knutschiknutschi. Folge: Ich denke viel mehr über Widerlichkeit nach als über den Film. Mit den anderen dann noch in die Bar. Nicht zu spät heim. Der Quark der Tage.
28. Januar
In der Nacht geschneit. Warmwasserproblematik in der Dusche mit neuem Duschlauch und –kopf behoben. Dafür spinnt jetzt die ganze Heizung und zündet erst nach 20 Versuchen. Mäh. Bisschen geschrieben, dann mit J. nach Tutzing, wo Mama zum Pre-Geburtstagsessen lädt. Sehr nett. Sie ist tatsächlich auch Downtown-Abbey-süchtig, was mich komisch stolz macht. Gucken noch eine Folge. Dann noch viel gelacht über meine Erstklass-Hefte, die sie gefunden hat. Im Religionsheft geschrieben: „Sie haben den Jesus gekreizigt“. Bizarre Welt des Schreibenlernens. Was alles ausgeschnitten und geklebt werden musste! Sehr schlampig alles von mir. J. und ich übernachten oben.
29. Januar
Tutzing noch Frühstück und kleine Hausmeistertätigkeiten. Zurück in die Stadt, müde. Noch ein wenig am Schreibtisch, dann ins SZ-Hochhaus zum Sonntagsdienst, doof weil Karte nicht Zimmertür öffnet, ewiges Hickhack mit dem Pförtner. Dann konzentriert, gegen halb acht wieder daheim. Mit J. das Durcheinander der nächsten Tage besprochen.
30. Januar
Arbeitsam. Packen vormittags die alte Kommode von J. ins Auto und laden noch allerlei drauf. Wertstoffhof. Vorschlag, die immerhin Musterring-Kommode zur Halle2 zu geben vom AWM-Büffel mit „Des nimmt keiner, haus weg!“ beantwortet. Verdacht, dass die Halle2 deutlich besser sein könnte, wenn die Mitarbeiter eine Design-Schulung bekommen würden. Also arme Kommode in die Presse. Weiter zum Industriepark und nur so in diverse Möbelhäuser. Totale Trostlosigkeit zum einen wg. Montagmittag, zum anderen wegen der Möbel. Absolut unbrauchbar. Weiter zum italienischen Großmarkt. Wein, Käse, Nudeln, Salami, Tintenfischtinte. Daheim erschöpft. Später noch wenig geschrieben. Betrübt darüber, dass es mit dieser Geschichte so gar nicht Fahrt aufnehmen will, bleibt alles obsolet. J. hat wieder großen Erfolg mit ihrer Pasta. Kein Wein mehr unter der Woche. Bis spät auf Fußboden in Ordnern und Unterlagen und Quittungen. Hölle.
31. Januar
Mit J. zur Steuerberaterin nach Glonn. Schöne Fahrt über Land, tolles Haus (bezahlt von mir?). Unsere beiden Selbstständigkeiten sehr kompliziert. Letzter Stand: Wir gründen eine GbR. Macht mich ganz schwach, auch dreimal nachgefragte Sachverhalte versteh ich nicht, Auto, Niederbayern-Haus etc immer noch nicht richtig geklärt. Danach Stopp beim Herrmannsdorfer Gut und Schweine gestreichelt, deren Koteletts ich in der Nymphenburger kaufe. IKEA, schon wieder! J. kauft sich die größte aller Kommoden, nachdem wir alle Möglichkeiten durchgespielt hatten, einzig nützliche Lösung. 62 Kilo zwischen die Pappe gepresst, fiese Schlepperei daheim. Schreibe ein wenig weiter. Telefonat mit dem Weiherverwalter in Andechs. Urig. Wie es aussieht, bekomme ich eine Erlaubnis für den großen Klosterweiher. Nur zehn werden ausgegeben. Zander und Bachforellen, sagt er. Klingt gut. J. verzweifelt bilderbuchmäßig am Aufbau der Monster-Kommode und fehlerhafter Anleitung. Muss aber weg. Treffe FK an der KongressBar in eisiger Kälte. Gleich ernsthaftes Trinken. Er kennt schöne Geschichten. Die Bar selber okay, aber nicht so, dass man immer. Zu viel Negroni, dabei schmeckt der im Winter gar nicht. Gegen eins auf der Theresienhöhe und kein Taxi. Überhaupt kein Auto. Leichte Suff-Panik in der Kälte. Dann kommt doch eines und FK überlässt es mir wg. Geburtstag. Noble Geste, der ganze Typ eh. Daheim J. mürrisch wg. Kommode und Älterwerden. Schwierig. Erste Geburtstags-SMS, dabei ist doch erst wenn man aufwacht Geburtstag.
1.Februar.
J.’s und mein Geburtstag. Wie immer drei Minuten stumme Verwunderung über dieses Doppel-Schicksal. Dann geht das Telefon los. Papa, Tante G., Mama, J-Familie. Beim Frühstück erstaunlich: IS. ruft an, den ich verloren glaubte. Schön. Viele nette SMS. Wir packen dann doch und fahren in die Berge, auch wenn es in manchen Kulturen Unglück bringt, an seinem Geburtstag lange Unterhosen zu tragen. Am Tegernsee keine Sonne wie in Muc. Gondel zum Wallberg, Kälte erträglich. Rodel ausleihen und lange Abfahrt, ganz herrlich, schneller Schnee. Eiswimpern, Lachtränen. Weiter in die Seesauna, die wir schon kennen. Gut: Geburtstagskinder haben freien Eintritt, das spart 40 Euro. Wussten wir gar nicht. Schöner Kontrast von minus zehn auf plus 90. Angenehme Stunden mit Blick auf den See. Irritierend: Selbstverständlichkeit, mit der dicke alte Männer nackt in den (kleinen) Whirpool steigen, in dem nur ein Mädchen sitzt. J. will ihr zu Hilfe sitzen, ich bezweifele, dass das die Opas abhält. In der Umkleide viele verpasste Anrufe. Beschwingt weiter zum Alten Bad nach Kreuth. Sehr eisig, alles. Ausreserviert! Schade. Also wieder retour zu einer Wirtschaft an der Straße, Jennerwein. „Reindlessen“ für zwei– ganz nett und guter Abschluss des Tegernsee-Geburtstags. Müde heim, noch mal viel in Mails und Antworten geschrieben. Von beiden Verlagen nix, da würde Raddatz schon wieder ausflippen. Bis nach Mitternacht noch Sekt und Tee.
2. Februar
Mag ja eigentlich Extremwetter, aber jetzt überwiegt die Sorge um das alte Häuschen. Friert Heizung wieder ein? Kommen erst in zwei Wochen raus. Krapfen für die Redaktion, frostige S-Bahn Warterei. Finanzen immer noch prekär, und natürlich, im Januar Aufträge abgesagt, jetzt könnte ich welche brauchen. Viel Musik in der Redaktion, XiuXiu, Mouse on Mars etc, höre kreuz und quer. Lese auch das Wunderkind-Buch von Ben Brooks an, das bald auf deutsch kommt. Hm. Nachmittags Telefoninterview mit „Amberger Neuen Tag“, Vorbereitung auf Lesung nächste Woche. Etwas mühevoll dann durchs Bitterkalte. Treffe J. am Rotkreuzplatz. Kleine Vernissage mit Maler M. Potsch, der uns ausnahmsweise beiden gut gefällt. J. kauft auch prompt ein kleines gelbes Bild und der Künstler freut sich sehr. Gut! Fröhlich in die Hübnerstr, wo J. mächtig ummöbliert hat – sehr schön. Haben sich die Käufe der letzten Wochen doch gelohnt, auch die Stühle sind super. Suppe, Fernsehen und Planen der kleinen Feier am Samstag. Wird evtl. alles bisschen viel. Komme gar nie mehr zum Schreiben.
- 25.05.2012 vor 1 Min.
- 24.05.2012 - rückwärts erzählt 24.05.2012
- Wochenschau 24.05.2012
- 22.05.2012 22.05.2012
- 22.05 22.05.2012
ja, alles gute nachträglich!
alles gute!








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03.02.2012 - 13:06 Uhr
pinkcashmere