02.02.2012 - 20:25 Uhr

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So Wie Mir - So Ich Dir

Text: scheresteinpapier

Studiert man eine Naturwissenschaft, hat man im Gegensatz zu jeder anderen Fachrichtung eine ganz gute Vorstellung davon was Zucker ist, wie er reagiert oder wozu er dient. Leider heißt das nicht, dass solch ein Studium deshalb auch ein "Zuckerschlecken" darstellt, wie Studenten Jahr ein Jahr aus schmerzlich am eigenen Leib erfahren müssen. Doch woran liegt es, dass ein naturwissenschaftliches Studium den jungen Geist so beansprucht? Wieso werden entsprechende Fächer als Zitat: "knüppelhart" bezeichnet? Ist die Materie an sich so komplex? Ist es die an Perfektion grenzende Exaktheit? Sicher nicht, denn andere Fächer sind auch komplex, andere Wissenschafften auch exakt. Es beschleicht einen immer wieder der Eindruck es liege an etwas ganz anderem, etwas dass jeder schon gespührt hat, wenn er einem "Experten" hat "erklären" hören. "Er-klären" mit dem vermeintlichen Vorsatz, etwas nach dem Sprechen auch klarer gemacht zu haben. Doch wie sieht es in der Realität aus: "Mitose? Ist das ansteckend?" "Wie schmeckt Endomorphis-Mus eigentlich?" "Welle, Teilchen oder doch Teilchenwelle." "Die Van-der-Was?-Kraft."

Wieso müssen schlaue Köpfe auch immer so schlau klingen? Besteht die wahre Kunst nicht darin schwierig zu verstehende Dinge verständlich, also nachvollziehbar zu machen?

Nix da, an einer Elite-Universität geht es elitär zu. Dort stellen die Studenten keine Fragen, dort sagen sie falsche Antworten, denen dann richtigere folgen. Dort fragt man nicht ob jemand einem etwas erklären kann, dort erklärt man jemand etwas und der erklärt dann ganz anders zurück. Dort stört es Keinem wenn man der Vorlesung nicht folgen kann, man ist froh auch mal gefordert zu werden. Dort sind fast alle Dinge trivial, bis auf Spezialfälle, die gilt es zu beweisen. Meistens nach Induktion, bis auf ein paar Ausnahmen, da geht man nämlich fälschlicherweise vom Gegenteil aus um dann die andere Richtung zu beweisen? Was? Anschaulichkeit weicht Abstraktheit, denn dann können Aussagen allgemeiner gefasst werden. So allgemein, dass keiner mehr weiß wovon die Rede ist, und diejenigen die es tun, den anderen nicht mehr verständlich machen können um was es geht. Schade eigentlich.

Was außer Selbstdarstellung oder Pflichterfüllung treibt die Lehrenden an, wenn sie vortragen? Es lässt sich schwer erahnen. Wie eingangs schon erwähnt fühlt es sich jedoch so an, als ob sie es einem nicht leicht machen wollen. Es hat ihnen schon Keiner leicht gemacht, da werden sie es einem Anderen auch nicht leicht machen, dort hinzukommen wo sie jetzt sind.



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