30.01.2012 - 21:38 Uhr

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Der Vater.

Text: dascory

Der Vater klingt nun anders am Telefon. Die Stimme von Angst umklammert bis sie bricht. Ich schweige. Mit Fremden darf man nicht reden.

Schicksale ändern Menschen sagt man und der Gedanke, dass es doch hätte früher passieren dürfen ist einfach der Egoismus, der aus mir spricht.
Ich warte auf das Mitleid, das aufkommen sollte, wie ein Reflex, wenn man Metall gegen Knie schlägt. Meine Hand malt Muster auf das Bettlaken. Mehr als „Hm“ kommt nicht über meine Lippen. Manchmal nicke ich.
Wir sähen uns ähnlich, sagte man immer. Bis mein Gesicht nur noch Knochen war.
Wie ähnlich sehen wir uns heute wohl?

 

Alles wird gut, sagt meine Roboterstimme und es fühlt sich an wie früher, wenn ich zu seinen Füßen kauerte und darauf wartete, dass er mich bemerkt, sobald er über mich stolpert. Er konnte immer hoch springen, wenn ihm im Sommer der Gartenschlauch aus den Händen glitt.


Wenigstens wüsste er nun, wie man ein Testament aufsetze. Eines der wenigen Dinge, die er noch nicht wusste.
Ich würde gerne sagen, dass ich nichts haben möchte.
Einen Brief vielleicht. Nur an mich adressiert.
Handgeschrieben. Seine Schrift mochte ich immer.

 

Er weint.

Es klingelt an der Tür.

Ich lege auf.

Und vergesse das Mitleid.

 



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