come to think of it.

Die, die nichts auszusagen haben, sagen darüber aus, was nicht auszusagen ist. Besser ist das.
Die Axt zu halten, als gespalten zu werden, Haarspalterei, mein Haar geht seit jeher konform, geht eine Art Bündnis auf Schonungsbasis ein. Vom Leben verschont zu werden begegnet mir häufiger als geschont oder schonungslos gehandhabt zu werden.
Leicht handzuhaben waren Sie doch schon seit ihrer Geburt, sagte man mir. Sie rutschten in meine Arme und waren still.
Wenn ich nichts ausdrücklich sage, sage ich eben nichts und flausche mein Haupt faustgroß in diese Stille hinein. Erhöre ihr Flehen, sie blieben verschont und verharrten kleinlich in ihrer Schonungslosigkeit. Eine andere Kategorie ist eine Bemerkung, die bemerkt wird und aufschreit, wenn es in die Welt kommt. Es kommt vielerlei, bleibt unbemerkt und wird einerlei.
Ich war einmal ein Mädchen, die die Jagd nicht sonderlich liebte. Sich lieber unter einem Rasengeflecht versteckte und sich merkte, dass lieben und verschweigen kaum einen Unterschied machte.
Wann unterscheidest du dich von mir? Ich mich von dir? Dich, mich trennt nichts, außer der Welt, die uns spaltet. Dein Haar ist schön. Das war das erste Gebot. Schon lagen wir nackt. Boten an, was zu haben war. Waren verschwiegen und warfen uns nichts direkt an den Kopf. Hatten Steine im Brett und drehten uns so, dass sich nichts in dir verdrehte.
Ich drehe mich laufend mit der Welt.
Come to think of it. Nicht. Bloß nicht.
Jeden Tag begegne ich mir. Probiere eine andere Gangart, entkomme nicht und höre mich nicht kommen. Blinzel, wenn du das verstehst. Oder ist es nur der Staub der in allem verstaubt, unsere Blicke mit eingeschlossen. Ob es knirscht, wenn etwas abgeschlossen wird? Einstaubt und abgelegen so herum liegt, vor sich her lebt und nicht heraus kann.
Es ist ja auch kein Mal in mich hineingekommen. Trotzdem oder nichtsdestotrotz bin ich.
Ob ausgeklammert oder eingeklemmt Teil des triadischen Systems. Teilnehmend, jedoch nicht teilhabend, Teil eines Ganzen.
Höchstens einer der drei Gruppen angehörig.
Habe ich dir zugehört, war ich hörig, wer warst du überhaupt? Du sage ich nur, weil ich jemand nicht sagen will. Weil Kommunikation zwischen somebody und nobody unwahrscheinlicher ist, als splissige Haarspitzen, die spitzfindig werden würden, wärest du gewaltig und ungern ein Phantom der Oper.
Phantastereien.
Nun wälzen sich Außengeräusche durch die Gänge meiner Ohren und entschuldigen Sie, ich war autistisch veranlagt und habe es läuten hören, wenn alles still war. Bevor ich mich anpasste, obwohl ich kein Maßband besaß und es vermessen von mir war, zog ich die Lage gewaltsam ab, wie ein Abziehbild, was sich beträchtlich in die Länge zog. Anstatt geläutert zu werden, lachte ich laut und schäbig und schrammte am Wahnsinn vorbei. Ganz oder gar nicht. Eins über dem andern. Aber gänzlich dem Vaterland verschrieben und aus der Kehle krakeelte es kehlige Lieder. Sendete Informationen, die selektiert wurden. Selektierten mich aus.
Selektiert ihr mich bitte aus?
Habe die Kollekte ja nicht empfangen wollen und die Kirche nicht geehrt. Ging ehrlos und fing die Erde auf, die ein Geistlicher warf. Geistlose Zeiten, über die es nichts zu sagen gibt. Ich habe sowieso nichts an Gaben zu vergeben und vergebe mir nicht mein Schweigen. In leeren Körperhülsen fühlen sich die Lebenden am lebendigsten. Die leblosesten Gelehrten geben mir da Recht und unterscheiden nicht mehr zwischen –die Aussage wurde ins rechte Licht gerückt- oder –sie ist eine Verrückte-.
Sie isst wie eine Verrückte?
Ach, verrücken wir es nicht.
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schwindlicht sagte:
verworren, aber *
Jelinek sei dank ; )
schimmelreiter2010 sagte:
Sehr schön. Ein guter Text für den Abend. *
dank dir. angenehm das zu lesen und ein wenig wundersam. perfekte mischung ; )








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28.01.2012 - 02:16 Uhr
schwindlicht