Jungs, was ist für euch ein gutes Date?
Immer zum Wochenende: Jungs fragen Mädchen fragen Jungs. Weil manches versteht man einfach nicht bei denen. Heute: Gute erste Verabredungen

Zunächst sei gesagt, dass wir es generell gut finden, wenn ihr mit so einem Unternehmungsvorschlag an uns herantretet. Die Annahme, dass dieser erste Schritt zu unseren qua Chromosomenverteilung geregelten Aufgaben gehört, finden wir nämlich veraltet.
Gut ist auch, dass du nicht auf die Idee gekommen bist, nach einem Kinobesuch zu fragen. Denn so ein erstes Gemeinsam-Allein-Sein enthält in unserer Idealvorstellung schon die Möglichkeit einer Konversation. Schließlich wollen wir euch ja besser kennen lernen, und das funktioniert nun mal schlecht, wenn man nebeneinander sitzend zwei Stunden auf eine Leinwand starrt. Trotzdem will ich versuchen, deine Vorschläge mal in eine Rangliste zu bringen:
Platz vier belegt das Essengehen. Denn der Schauplatz Restaurant erfüllt ein Kriterium nicht, das bei der Erstellung der Date-Rangliste ziemlich wichtig ist: Das Annäherungspotenzial. Am Restauranttisch sind wir quasi an unseren Stuhl gefesselt und gezwungen, euch den ganzen Abend nur gegenüber zu sitzen. Was aber, wenn wir feststellen, dass wir euch eigentlich gerne ein bisschen näher rücken würden als drei Spaghetti-Spannen? Ginge nicht. Wir könnten ja nicht einfach mit unserem Stuhl auf die andere Seite rücken. Die peinliche Rechnungsfrage zum Schluss ist auch nicht gerade die verlockendste Situation, um ein Date ausklingen zu lassen, selbst wenn man sich vorher gut unterhalten hat.
Bei der Verteilung von Bronze- und Silbermedaille tun wir uns schon schwerer mit einer eindeutigen Festlegung. Die Überraschungsveranstaltung an einem schönen Ort hat natürlich gewisse Reize: Bei Sonnenuntergang auf einer Picknickdecke über einen einsamen Moorsee zu blicken, ist höchst praktisch, weil wir da den geringsten Romantisierungsaufwand betreiben müssen. Allerdings missfällt uns, dass wir euch bei dieser Date-Variante so ausgeliefert sind. Später mal, wenn diese schweren Anfänge hinter uns liegen, ist das kein Problem. In dieser Phase aber hätten wir doch ganz gerne einen Rest Kontrolle und würden uns gerne ein bisschen auf das Treffen vorbereiten. Gibt ja eh genug Unwägbarkeiten, da möchten wir uns nicht auch noch sorgen müssen, wohin ihr uns entführt.
Insofern gehen wir vielleicht doch lieber mit auf diese Vernissage. Zwar haben wir ein bisschen Angst davor, dass wir dort in langwierige Expertendebatten eurer Kunstbekannten verstrickt werden und uns dabei blamieren. Aber das Angebot so einer Vernissage ist schon ziemlich gut für einen ersten Abend. Es gibt eine Bar mit reichlich Prickelgetränken und Bier aus kleinen Flaschen. Es hängen, stehen und laufen ausreichend viele Gesprächsthemen herum. Wir können mal vor Bildern stehen, mal ein Grüppchen Besucher beobachten oder euch bei zufriedenstellendem Ergebnis des ersten Abtastens zu einer der Sitzgelegenheiten manövrieren. Viele Optionen, das finden wir gut.
So, und nun, tadaa, das Siegerdate: Eislaufen. Es vereint nämlich die Vorteile aller anderen Dates. Eislaufen ist ein Vorhaben, das einem nicht jeden Tag einer anbietet, bringt also ein bisschen was von dem Prickeln der Überraschungsunternehmung. Es liefert Gesprächsthemen und gibt Raum für gemeinsame Lachanfälle. Der vorprogrammierte Körperkontakt erfüllt uns mit Vorfreude, ebenso wie die Vorstellung, dass ihr grazil mit ein bisschen Fahrtwind in eurem Haar neben uns her gleitet, und wir irgendwann ein bisschen erschöpft auf einem Schlitten auf dem See sitzen und den mitgebrachten Glühwein schlürfen. Leider hat dieses Idealszenario einen Haken: Sein Erfolg steht und fällt mit unserer Schlittschuhkompetenz. Nichts ist schlimmer als die Vorstellung, euch x-beinig unbeholfen und auf immerwährender Suche nach dem Gleichgewicht herumzustaksen, während ihr Pirouette an Pirouette reiht. Aber wir sind jetzt einfach mal so selbstbewusst zu behaupten, dass wir Jungs ausreichend gut Schlittschuhlaufen.
christian-helten
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