12.02.2012 - 18:30 Uhr

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Das Foto der Woche (33)

Text: juri-gottschall - Foto: UniHydra

In unserer Serie "Foto der Woche" stellen wir regelmäßig die Lieblingsfotos unserer User vor und befragen sie außerdem nach der Geschichte dahinter.

Jeden Tag werden auf jetzt.de viele großartige Texte geschrieben, die auch oft entsprechend gewürdigt werden. Was man aber gerne mal übersieht: Es werden auch viele tolle Fotos gezeigt, deren Geschichten häufig ein bisschen verborgen bleiben. Um das zu ändern und um diesen Fotos einen etwas prominenteren Platz zu geben, stellen wir hier einmal die Woche ein Foto vor, das uns im jetzt-Kosmos aufgefallen ist und lassen uns die Geschichte dazu erzählen.

Heute mit UniHydra und bewegten Birken.



Wer bist du, was machst du im echten Leben?
Ich bin Isabel und studiere Forstwissenschaften in Göttingen.

Wann und warum ist dieses Bild entstanden und was ist darauf zu sehen?
Entstanden ist das Bild im Oktober 2011 auf der Halde neben der Zeche Zollverein in Essen. Ich hatte einige Tage zuvor mein zweimonatiges Studienpraktikum für die Uni beendet und wollte die letzten Tage bis zum Semesterstart für meine Fotoideen nutzen. Mein Praktikum habe ich im Industriewald Ruhrgebiet absolviert, dort werden Industriebrachen betreut und eine „Zurückeroberung“ der Natur zugelassen. Die ersten Bäume, die auf solchen Brachen vorkommen, sind hier auf dem Bild zu sehen: Sandbirken. Vor allem von der alten Forstwirtschaft als „Unkraut“ verhasst, haben sie mich durch ihre Pioniereigenschaften beeindruckt. Da mir schon länger die Idee einer Langzeitbelichtung im Wald mit verwackeltem Laub und fest stehenden Stämmen vorschwebte, war es da nur die logische Konsequenz es mit meiner neuer Lieblingsbaumart zu versuchen.

Was gefällt dir besonders an deinem Bild und wieso zeigst du es hier im Netz?
Das Lebendige. Durch das Übereinanderlegen von zwei Aufnahmen entwickeln die Birken eine Art Eigenleben. So kann ich mir den Moment immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ich zeige es im Netz, weil ich auf die Schönheit des Waldes aufmerksam machen möchte. Man muss nicht immer diese 0815-Fichtenmonokulturen-Fotos machen. 

Mit was für einer Kamera hast du das fotografiert? Fotografierst du rein hobbymäßig oder willst du das mal professionell machen/machst du es schon professionell?
Fotografiert habe ich es mit meiner Canon 50D. Ich fotografiere seit fast sieben Jahren hobbymäßig, gerne auch analog. Es professionell zu betreiben hatte ich immer wieder im Sinn. Aber ich denke, dass sich mein Studium mit der Fotografie verbinden lässt, vielleicht ergibt sich so mal was.

Wie gehst du mit deinen Fotos um? Sind Fotos für dich nur ein Wegwerfprodukt oder für die Ewigkeit?
Trotz digital überlege ich immer erst dreimal, ob ich nun dieses Foto mache. Wenn das Licht nicht passt, dann lasse ich es. Dafür hebe ich danach auf meinen Festplatten jedes geschossene Bild auf. Abzüge mache ich nur von meinen Filmen. Hier brauche ich das Gefühl, dass ich mir den Packen aus dem Schrank holen und mich durch vergangene Zeiten blättern kann.

Zeigst du deine Fotos noch an anderen Orten im Internet?
Ja, ich war jahrelang bei deviantArt aktiv und bin jetzt dabei mich bei flickr häuslich einzurichten. Zudem habe ich meinen Fotoblog und eine etwas vernachlässigte Fotoseite

Wessen Fotos würdest du in dieser Rubrik gerne in Zukunft einmal sehen?
Einige Fotos von herderianer finde ich sehr interessant.


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8 Kommentare

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Little_Joe
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Mag ich Mag ich nicht

3

12.02.2012 - 18:52 Uhr
Little_Joe

Das Bild ist schön, das Gewackel nervt!

DaniausHamburg
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Mag ich Mag ich nicht

1

13.02.2012 - 10:35 Uhr
DaniausHamburg

Was? Ich finde das Gewackel absolut anbetungswürdig! Eins meiner Lieblingsfotos in dieser Rubrik, habe ich beschlossen.

Puerschelbaer
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Mag ich Mag ich nicht

-2

14.02.2012 - 01:04 Uhr
Puerschelbaer

Wer macht denn 0815-Fichtenmonokulturen-Fotos?

UniHydra
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Mag ich Mag ich nicht

4

14.02.2012 - 13:18 Uhr
UniHydra

Puerschelbaer sagte:
Wer macht denn 0815-Fichtenmonokulturen-Fotos?

Gib z.B mal "forest" aus Suchbegriff bei flickr oder deviantart ein.
Wenn es nicht gerade Buchenwälder sind, sieht man oft Fichten.
Und dann gerne "Licht scheint durch Wald am Morgen".

Zudem ist es so, dass Fichten, außer in Höhenlagen bei uns in Deutschland ursprünglich gar nicht vorkommen.
Sie wurden nur wegen ihrer Anspruchlosigkeit, dem schnellen Wachstum und dem vielseitigen Holz überall gepflanzt.
Dazu noch meist in Reinbeständen (habe es im Text Monokultur genannt, weil das etwas verständlicher klang), was sich dann bei Stürmen wie Kyrill gerächt hat.
Aber der Trend geht weg vom Reinbestand hin zum Mischbestand bzw. zum Buchenwald. ;)

Puerschelbaer
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Mag ich Mag ich nicht

0

16.02.2012 - 10:43 Uhr
Puerschelbaer

Liebe UniHydra. Vielen Dank für die Aufklärung zu Monokulturen mit Fichten. Dieses Problem ist mir bekannt und bewusst. Ich wunderte mich nur über deine Aussage über die 0815-Fotos. Es klang etwas vorwurfsvoll. So als ob die meisten Menschen sich der Schönheit unserer URSRÜNGLICHEN Wälder nicht bewusst seien. Mir gefällt dein Bild auch gut. Nur finde ich wie Little_Joe das Gewackel überflüssig. So kann man die Schönheit von der du sprichst (Birken sind übrigens meine Lieblingsbäume) nicht richtig wahrnehmen, das ist schade. Ich wünsche dir viel Erfolg in deinem Studium.

problembaer48
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Mag ich Mag ich nicht

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17.02.2012 - 17:07 Uhr
problembaer48

Nach Hausbau habe ich den schwach lehm- und stark kieshaltigen Bauaushub als Wall geformt und mit kleinen Birken bepflanzt. Die Nachbarn waren froh, daß ich sie ausgegraben habe. Mein Vater (Forstbesitzer) hat über das "Unkraut" den Kopf geschüttelt, aber ich war von der Lebenskraft angetan. Außerdem pflegen die Schweden zu sagen, es sei auf Birkenholz gekocht worden, wenn sie sich am heißen Essen verbrannt haben. Vor dem Verheizen kann man das Holz auch gut zum Drechseln verwenden.
Die Fichtenmonokulturen werden kaum durch Buchen ersetzt werden, der Boden ist häufig zu sauer (geworden). Gegen Windbruch/-bruch ist der Generationenwald statt Kahlschlag die bessere Lösung. Im Schutz einiger alter Bäume wachsen junge durch natürliche Aussaat nach. Sie sind somit bestens an den Standort angepaßt, sowohl genetisch als auch in der Wurzelausprägung.

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Mag ich Mag ich nicht

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17.02.2012 - 17:08 Uhr
problembaer48

Nach Hausbau habe ich den schwach lehm- und stark kieshaltigen Bauaushub als Wall geformt und mit kleinen Birken bepflanzt. Die Nachbarn waren froh, daß ich sie ausgegraben habe. Mein Vater (Forstbesitzer) hat über das "Unkraut" den Kopf geschüttelt, aber ich war von der Lebenskraft angetan. Außerdem pflegen die Schweden zu sagen, es sei auf Birkenholz gekocht worden, wenn sie sich am heißen Essen verbrannt haben. Vor dem Verheizen kann man das Holz auch gut zum Drechseln verwenden.
Die Fichtenmonokulturen werden kaum durch Buchen ersetzt werden, der Boden ist häufig zu sauer (geworden). Gegen Windbruch/-bruch ist der Generationenwald statt Kahlschlag die bessere Lösung. Im Schutz einiger alter Bäume wachsen junge durch natürliche Aussaat nach. Sie sind somit bestens an den Standort angepaßt, sowohl genetisch als auch in der Wurzelausprägung.

UniHydra
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Mag ich Mag ich nicht

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17.02.2012 - 19:39 Uhr
UniHydra

Ich will jetzt nicht zu sehr ins Fach gehen, aber eine Sache noch dazu. ;)
Mir wird im Studium der Umbau von standortwidrigen Fichtenbeständen nur so um die Ohren gehauen, obwohl auf der anderen Seite natürlich die Holzwirtschaft enorme Mengen an Fichte braucht.

problembaer48 sagte:
Die Fichtenmonokulturen werden kaum durch Buchen ersetzt werden, der Boden ist häufig zu sauer (geworden).

Den Boden kann man durch Durchforstungen/Auflichtungen zur Mineralisierung anregen und dann später Buche/Tanne, andere tiefwurzelnde Bäume einbringen.
Klar, ist schwierig, aber wenn man es will, dann schafft man das auch. ;)


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juri-gottschall

ist jetzt-Mitarbeiter und hat diesen Beitrag verfasst.


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