„Das Magische ist weg“
Im Prenzlauer Berg verschwinden die Clubs - wo früher getanzt wurde, wird jetzt teuer gewohnt. Musste es so kommen?
Das Blut sprudelt schwarz, Holzkreuz, Hämmer und ein Kästchen Nägel liegen bereit. Drei groß gewachsene Gestalten stehen in weißen Ganzkörperanzügen und mit schwarzen Nylonsocken über ihren Gesichtern auf dem Bürgersteig vor dem Klub der Republik. Einer von ihnen hat sich gerade hinuntergebeugt zu einer Art Sack aus grauem Filz. Mit einem langen Küchenmesser hat er den Sack aufgeschlitzt, an der Stelle, an der sich die Kehle befände, wäre der Sack ein Lebewesen. Eine dunkle Flüssigkeit ergießt sich daraus wie Blut.Ungefähr 100 Leute stehen am vergangenen Donnerstag um die Szene herum. Mit Zigarette, Kamera oder einer Bierflasche in der Hand beobachten sie den Fortgang der makabren Performance. Der Sack bleibt auf dem nassen Boden liegen, die weißen Gestalten wenden sich dem Holzkreuz zu, das hinten an der Hauswand lehnt. Sie nageln etwa ein Dutzend Bretter an das Kreuz, darauf stehen Namen wie NBI, Knaak oder KdR. Als sie fertig sind, zieht jemand das Kreuz an einem Seil von oben in den ersten Stock, es verschwindet durch eines der bis zum Boden reichenden Fenster des Klubs der Republik, des KdR, wie die meisten hier ihn nennen. Die Leute unten beginnen Kerzen anzuzünden und legen Blumen an der Hauswand nieder.
Es ist eine theatralische Aktion, ähnlich denen, die man von Demonstrationen kennt, wenn die Bildung oder sonst ein bedrohtes Gut zu Grabe getragen wird. Heute sind es die Clubs im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, deren Tod die Demonstranten beklagen.
Denn der KdR muss schließen. Das Gebäude hat in den vergangenen Jahren mehrere Besitzer erlebt. Immer wieder mussten die KdR-Betreiber neue Mietverträge aushandeln, und nachdem sie gerade einen über zehn Jahre ergattert hatten, tauchte eines Abends ein Mann am Tresen auf, trank etwas und fragte, was hier eigentlich los sei. Er sei nämlich der neue Eigentümer und davon ausgegangen, dass das Gebäude leer stehe.
Die Immobilie war ohne Wissen der KdR-Macher verkauft worden. Der Mann wollte ein Hotel bauen, bekam aber keine Genehmigung und verkaufte wieder. Nach einigem Hin und Her und einem weiteren Besitzerwechsel ist jetzt Schluss. Am Donnerstag begann der zehntägige Abschieds-Partymarathon, am ersten Februar werden die Bagger kommen und beginnen, das zweistöckige DDR-Gebäude abzureißen. In den Sechzigerjahren saß hier die „Produktionsgenossenschaft des Handwerks Linoleum und Teppichboden“, seit 2002 wird mit Blick über die Pappelallee getanzt, beleuchtet von orangefarbenem Licht. Die Lampen hingen früher im Café Moskau und sind baugleich mit denen aus dem Palast der Republik. Bis 2013 soll hier jetzt ein Palast der Eigentumswohnungen gebaut werden, die Hälfte der 31 Objekte ist schon reserviert. Die, die noch zu haben sind, kosten zwischen 170.000 und 300.000 Euro.

Das Ende des Klubs ist besiegelt, die Demo wird daran nichts ändern. Die Leute sind aber auch gekommen, weil ihr Viertel nicht mehr das ist, was es mal war. Einer von ihnen, er heißt Marc und hat eben eine Kerze an die Wand gestellt, ist vor zehn Jahren nach Prenzlauer Berg gezogen, weil ihm die Mischung dort gefiel. „Aber die Mischung ist jetzt keine Mischung mehr. Da ist nur noch Cola, ohne Rum drin.“
Aus Perspektive eines Nichtberliners können einem solches Wehklagen und eine Demo gegen Clubsterben seltsam vorkommen. Die Clubszene in Berlin ist größer als in jeder anderen deutschen Stadt. Berlin ist auf der Landkarte moderner elektronischer Musik eine Weltmacht, Wochenende für Wochenende zieht es tausende Touristen aus ganz Europa hierher, die sich auf der Euphoriewelle der Bässe durch die Stadt tragen lassen. Die Afterhour dauert hier noch an, wenn sich andernorts die Leute so langsam für die neue Arbeitswoche fertig machen.
Aber die Rechnung „Berlin ist gleich pulsierende Clubkultur“ gilt nicht mehr überall in der Stadt. In manchen Vierteln, die sich in den Neunzigern zu Party-Neuland entwickelt hatten, sind die Clubs auf dem Rückzug – ganz besonders in Prenzlauer Berg. Und so ist der Protest vor dem KdR mehr als Empörung über die Schließung einer Party-Location. Er ist ein letzter Aufschrei in einer Auseinandersetzung der Lebensentwürfe in diesem Viertel. Es kämpft der alte Prenzlauer Berg gegen den neuen, es verteidigt sich Feiern gegen Wohnen, Experimentierfreude gegen Kapital, Abenteuerlust gegen gesetztes Leben mit schicker Wohnung und SUV vor der Tür.
„Man kann hier schon noch ausgehen – wenn man einfach nur Bier trinken will“, sagt Deacon Dunlop, einer der KdR-Betreiber. „Aber das Besondere, Magische, das den Prenzlauer Berg mal ausgemacht hat, ist weg. Es gibt nichts mehr zu entdecken.“ In der Tat kamen in den vergangenen Jahren keine neuen Clubs hinzu, stattdessen verschwanden viele. In der Greifswalder Straße machte 2010 das Knaack nach fast 60 Jahren dicht, weil sich Anwohner eines Neubaus über den Lärm beschwert hatten. Im selben Jahr verließ der Magnet Club sein Quartier in Prenzlauer Berg und zog nach Kreuzberg. Für die Drum’n’Bass-Institution Icon war die Silvesterparty Ende 2011 nach 15 Jahren die letzte. Auch hier grenzt ein Neubau an das alte Backsteingebäude, in dessen Kellergewölben gefeiert wurde. Die Bässe waren nicht das Problem, die Anwohner störte der Lärm vor der Tür. Wenn auch der KdR weg ist, bleibt nicht mehr viel übrig: die Kulturbrauerei, ein großes, hübsch saniertes Gelände mit Nachtleben, Theater und Kino. Aber selbst die hat immer wieder massive Probleme mit Lärmbeschwerden.

Das Clubsterben in Prenzlauer Berg ist eine markante Zäsur in einem Prozess, der nach der Jahrtausendwende spürbar wurde. Möglichkeiten zur Zwischennutzung, niedrige Mieten, Raum für Gestaltung und Entfaltung zogen die Menschen in den Neunzigern an. Aber diese Freiräume schrumpften. Den Kreativen folgten diejenigen, die es spannend fanden, dass hier so viel los war. Weil einige von ihnen auch Geld mitbrachten, kamen Investoren und boten ihnen sanierte Altbauwohnungen an. Oder stellen ihnen, wie im Fall des KdR in der Pappelallee 81, einen Neubau mit Eigentumswohnungen hin. Jens-Holger Kirchner, Bezirksstadtrat und zuständig für die Abteilung Stadtentwicklung, sagt: „Die Hälfte des Prenzlauer Bergs ist mittlerweile Wohneigentum.“ Deacon Dunlops Worte fallen etwas schärfer aus: „Es geht hier nur noch darum, möglichst viel Geld rauszuholen.“ Das Image des hippen Bezirks zieht dabei noch immer. Auf der Internetseite des Neubauprojekts in der Pappelallee werden stolz Bars, Kneipen und Cafés in der Umgebung aufgezählt, die Firma P&P bewirbt ihr Neubauprojekt mit dem Slogan „Mehr Stadt geht nicht“.
Nur handelt es sich dann um eine Stadt, deren Bewohner keine Orte zum Tanzen finden. Vielleicht wollen sie das aber gar nicht. Denn auch der Lebensstil so mancher Kreativer und ihrer Nachzügler hat sich gewandelt. Sie wurden älter, und der erholsame Schlaf des Nachwuchses überholte das Feiern auf der Prioritätenliste. Sie reproduzierten die Verhältnisse, aus denen sie einst einen Ausweg suchten. Dazu passt der Spruch, der momentan in roten Buchstaben auf einem großen Transparent am Fenster des KdR prangt: „Erst wenn die letzte Eigentumswohnung gebaut, der letzte Klub abgerissen, der letzte Freiraum zerstört ist, werdet ihr feststellen, dass der Prenzlauer Berg zu der Kleinstadt geworden ist, aus der ihr einmal geflohen seid.“ Stadtrat Kirchner beschäftigen die Clubschließungen auch. „Ich sehe das mit großem Bedauern, denn Clubs gehören natürlich zum reichen Leben des Prenzlauer Berg. Ich sehe es aber auch mit Gelassenheit. Denn das Leben hier wird dadurch nicht langweiliger, es wird nur anders. Eine Stadt wie Berlin ist ständig im Wandel.“

Die Frage ist, ob und wie die Politik diesen Wandel gestaltet. Dafür, dass sich der Stadtstaat Berlin seinen kulturellen Reichtum auf alle verfügbaren Fahnen schreibt, tut die Politik nicht allzu viel für die Clubs, findet Lutz Leichsenring. Er ist Sprecher eines Interessenverbands namens Club Commission und damit so etwas wie der Lobbyist der Berliner Szene. Am Nachmittag der Demo vor dem KdR sitzt er in Jeans und schwarzem Sacko in einem Café in Berlin Mitte. Vor sich hat er eine Cola und seinen Laptop, er arbeitet noch ein bisschen, bevor er weiter muss zu einer Diskussionsrunde am Potsdamer Platz. Titel der Veranstaltung: „Reicher und trotzdem sexy? Berliner Clubmacher treffen auf die neu gewählten politischen Player.“
Die neue Berliner Regierung aus SPD und CDU hat in ihren Koalitionsvertrag geschrieben, dass sie ein „Musicboard“ gründen will, das nach Vorbild des Medienboards, der Anlaufstelle für Kreative in der Film- und Medienbranche, die Interessen der Musikwirtschaft und also auch der Clubs bündeln soll. Wie dieses Board aussehen soll, wird gerade diskutiert. Die Gründung sei ein wichtiger Schritt, sagt Lutz Leichsenring, aber die entsprechenden Taten müssten noch folgen: „Wenn man akzeptiert, dass die Clubszene für das Renommée und die Entwicklung dieser Stadt wichtig ist, braucht man einen Plan, wie man sie fördern kann“, sagt er. Mit Förderung meint er nicht unbedingt Geld, sondern dass die Stadtplaner weniger Gegenden zu Wohngebieten machen, in denen keine Clubs eröffnen dürfen.
„Was wir brauchen, sind Freiräume. Und die werden in einer reicher werdenden und enger bebauten Stadt knapper. Mittlerweile muss man sich genau überlegen, wie sich eine Gegend entwickelt und wo man Clubs ansiedeln kann und will.“
Denn es ist ja nicht auszuschließen, dass das Clubsterben in Prenzlauer Berg ein Schicksal ist, das auch anderen Bezirken in ein paar Jahren droht. „Das verlagert sich“, sagt Deacon Dunlop. „Nach Neukölln, nach Wedding, vielleicht noch nach Moabit. Aber dann ist auch schon nichts mehr da. Die Aufwertungswalze wird irgendwann alle innerstädtischen Viertel überrollt haben.“ Sollte es tatsächlich so kommen, wird sich vielleicht der ein oder andere an die jetzige Debatte und an den Abend der Demo vor dem KdR erinnern. Mittlerweile ist es 22 Uhr, hinter der Glasfassade tanzen schon ein paar Gäste, als jemand das Holzkreuz mit dem Clubnamen an der Wand aufhängt. Es ist auch von außen sichtbar. Der Filzsack mit der aufgeschlitzten Kehle hingegen liegt draußen unter der Freitreppe im Regen.
- Abschied vom Wachtturm: Drei Frauen und ihre Leben nach den Zeugen Jehovas 20.05.2012
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Das Problem ist vielmehr, dass diejenigen, die man in anderen Zusammenhängen gern mal "Wutbürger" nennt, in Blockwartmanier für sich in Anspruch nehmen, einfach mal gegen alles zu sein und aus einem puren Egoismus heraus ihre Umwelt nach ihren Vorstellungen zu gestalten trachten. Da zieht man dann gern mal in Flughafennähe und klagt dann gegen Fluglärm oder nach Prenzlauer Berg und klagt gegen Clubs. Das ist kein Kulturkampf oder eine Soziale Frage, das ist purer, materialistischer Egoismus.
alcofribas sagte:
Das Problem ist nicht die "Aufwertung" (die fängt nämlich auch da schon an, wo eine VEB-Fußboden-Dingens-Firma zum Club wird), das Problem sind auch nicht die oft gescholtenen Zugezogenen oder schon da Gewesenen, wo man immer einen Konflikt herbeireden will, der nicht da ist, zwischen angeblich arm und einheimisch und reich und Neubürger. Das Problem ist vielmehr, dass diejenigen, die man in anderen Zusammenhängen gern mal "Wutbürger" nennt, in Blockwartmanier für sich in Anspruch nehmen, einfach mal gegen alles zu sein und aus einem puren Egoismus heraus ihre Umwelt nach ihren Vorstellungen zu gestalten trachten. Da zieht man dann gern mal in Flughafennähe und klagt dann gegen Fluglärm oder nach Prenzlauer Berg und klagt gegen Clubs. Das ist kein Kulturkampf oder eine Soziale Frage, das ist purer, materialistischer Egoismus.
da hast du absolut recht, alco. dem ist nichts hinzuzufügen.
Yeah_Yeah sagte:
da hast du absolut recht, alco. dem ist nichts hinzuzufügen.
hach, jetzt geh ich mit einem Lächeln schlafen.
die sz ist eine überregionale zeitung. wo ist das problem?
dashundertprozentigemaedchen sagte:]http://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizie...
Das ist nichts neues und heißt Gentrifizierung. -> [link=http://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizie...
Äh. Nein. Gentrifizierung heißt alles Mögliche, aber nicht, dass Gesinnungshausmeister und Egoisten ihre Umwelt nerven. Wie diesem Artikel zu entnehmen ist, sind Anwohner häufiger der Grund für Schließungen von Clubs als böse Investoren. Und das deckt sich auch mit meinem persönlichen Eindruck. Die größte Gefahr für Clubs und andere kulturelle Freiräume sind nicht die bösen Heuschrecken, sondern egoistische Anwohner. Wer Ruhe will, soll von mir aus an den Stadtrand ziehen und nicht aus einem innerstädtischen Bezirk ein familienfreundliches Småland machen.
transworld sagte:
is nur die frage ob diese wutbürger alteingesessene berliner sind oder eben doch schwaben und bayern die sich IHREN stadtteil so herrichten wie die kleinstadt aus der sie kamen......
in meinem Haus wohnen mehrheitlich Berliner, IN Prenzlauer Berg, ja, das gibts noch. aber auch die entblöden sich nicht, den Handwerker, der bei mir was repariert, aufzufordern, seine Arbeit umgehend einzustellen, weil DAS KIND SCHLÄFT. True story.
22.01.2012 - 22:57 Uhr
IgorK
IgorK sagte:
Ich kann die ganzen Ökoschwaben hier langsam nicht mehr ertragen.
Wenn mit leicht süddeutschem Zungenschlag über Berliner "Atzen" gerappt wird und wie es "hier" "früher" war, trieft das vor Kiez Credibility. :)
Sagen wir's mal etwas "netter": Es scheint mir ein bisschen spät, dem Stadtteil jetzt noch hinterher zu weinen.
was m.e. aber gerne übersehen wird beim wohlfeilen p'berg-bashing ist, dass das ein stadtteil ist, in dem es z.b. so gut wie keine großen ketten gibt, sondern dass geprägt ist von kleinen, inhabergeführten läden.leuten, die sich hier mit ihren cafes,kneipen,buchläden,restaurants,schmuckläden etc.etc. einen traum erfüllen und die dementsprechend gut gemacht sind.
die läden laufen hier auch, weil hier eben viele leute wohnen, die da einkaufen können und wollen.dass ist letztendlich ein ganz gesunder stadtteil mit ner fast schon altmodischen infrastruktur.ich hab jetzt gerade vergessen, warum dass nochmal alles so schlimm ist. aber irgendwer hilft mir hier sicher gleich auf die sprünge :-)
ich hab halt den eindruck dass die leute, die am lautesten über den prenzlauer berg herziehen die gleichen sind, die mit tränen in den augen vom sterben des einzelhandels in deutschen städten salbadern, kombiniert mit wut auf starbucks,mcdonalds und lidl.
alcofribas sagte:
Das Problem ist vielmehr, dass diejenigen, die man in anderen Zusammenhängen gern mal "Wutbürger" nennt, in Blockwartmanier für sich in Anspruch nehmen, einfach mal gegen alles zu sein und aus einem puren Egoismus heraus ihre Umwelt nach ihren Vorstellungen zu gestalten trachten. Da zieht man dann gern mal in Flughafennähe und klagt dann gegen Fluglärm oder nach Prenzlauer Berg und klagt gegen Clubs. Das ist kein Kulturkampf oder eine Soziale Frage, das ist purer, materialistischer Egoismus.
Hübsch. Ich bin mir sicher, alle Clubs haben brav ihre Anwohner gefragt, als sie vor 15 Jahren aufgemacht haben. Oder haben sie auch nicht einfach aufgemacht und ihr Recht durchgesetzt?
Meine Güte. Dieses Geheule "oooh, da verändert sich was, mein Stamm-Club macht dicht" ist doch genauso spießig wie die Leutchen, die ihre Ruhe fordern. Eine lebendige Stadt verändert sich. Das ist doch meist mehr Chance als schlecht. Ich war bisher immer froh, wenn es mal wieder irgendwo eine neue location gab und bin sicherlich nie 15 Jahre in den selben Club gegangen. Langweiliger und vorhersagbarer gehts ja kaum mehr.
"es muss immer alles komplett verwertet werden, weil es komplett verwertet werden kann."
Warrior242 sagte:
Wenn interessiert das? Berlin ist 600 km von München weg und liegt außerhalb Bayerns im Osten von Deutschland. Oder habe ich da was verpasst? Verlegt der Süddeutsche Verlag seinen Sitz nach Berlin? Dann sollte er sich aber umbenennen.
warum soll denn nur über dinge aus münchen berichtet werden?
majia sagte:
Warrior242 sagte:
Wenn interessiert das? Berlin ist 600 km von München weg und liegt außerhalb Bayerns im Osten von Deutschland. Oder habe ich da was verpasst? Verlegt der Süddeutsche Verlag seinen Sitz nach Berlin? Dann sollte er sich aber umbenennen.
warum soll denn nur über dinge aus münchen berichtet werden?
don't feed the troll.
shafty sagte:
geprägt ist von kleinen, inhabergeführten läden
...du meinst sowas wie der Metzger auf der Schönhauser, der schließen musste, weil sich Mieter über den Geruch beklagt haben?
Sorry, konnte es mir nicht verkneifen.
transworld sagte:
hehe, ökoschwaben klatschen und den bauernfotzen den kinderwagen abfackeln ;)
IgorK sagte:
Ruhig, Brauner. Fangen wir doch erstmal mit Autos anzünden an
Na, wenn sonst keiner den spießigen Blockwart macht, muss ich halt wieder:
Huhu, @juri-gottschall, hier wird zu Straftaten aufgerufen. Und noch schlimmer: Die Intellektuellen-Nachbarschaft jetzt.de wird schon wieder von geistigen Flachzangen übervölkert.
alcofribas sagte:
Wer Ruhe will, soll von mir aus an den Stadtrand ziehen und nicht aus einem innerstädtischen Bezirk ein familienfreundliches Småland machen.
warum? ist das so ne variante von logan's run? sobald man kinder hat, muss man in die vororte ziehen und dann darf man mit seinen 2 autos immer in die städte pendeln, zur arbeit, zum kindergarten, - oder darf man dann die städte nur noch zum shoppen am wochenende betreten? das beste, was städten passieren kann, ist eine infrastruktur zu bauen, die familienfreundlich ist und wenig individualverkehr benötigt. und mit familie meine ich alles vom zwei personen ohne kinder haushalt bis hin zu alten menschen.
23.01.2012 - 10:33 Uhr
anagramm
alcofribas sagte:
shafty sagte:
geprägt ist von kleinen, inhabergeführten läden
...du meinst sowas wie der Metzger auf der Schönhauser, der schließen musste, weil sich Mieter über den Geruch beklagt haben?
Sorry, konnte es mir nicht verkneifen.
wir leben nicht mehr im 19. jahrhundert - eine metzgerei muss nicht stinken.
ich habe auch schon mal über einer metzgerei gewohnt, deren besitzer sich weigerten, die lüftunsanlagen und müllanlagen zu modernisieren. nach zwei jahren kampf mit der gewerbeaufsicht (gesundheitsamt oder ordnungsamt, was weiß ich) mussten sie dann doch schließen, weil die kakerlakenplage nicht mehr einzudämmen war.
Ständig lamentieren irgendwelche dahergelaufenen Berliner Hipster darüber, dass irgendwelche anderen dahergelaufenen Stuttgarter Hipster ihnen ihre tollen asozial-hippen Wohngegenden gentrifizieren.
Und dann lamentieren die zugezogenen Stuttgarter Hipster, die sich mittlerweile natürlich als Berliner Hipster verstehen, darüber, dass irgendwelche dahergelaufenen Böblinger Hipster ihr hippen Viertel total gentrifizieren.
Ihr und eure verpissten Viertel seid nur halb so cool, wie ihr glaubt!
anagramm sagte:
immer wieder erstaunlich, wie schnell bei diesen debatten alle in einen ätzenden und beleidigenden tonfall verfallen. als ob man das thema nicht diskutieren kann, ohne menschen zu beschimpfen. faszinierend.
Heul doch!
KingPin sagte:
anagramm sagte:
immer wieder erstaunlich, wie schnell bei diesen debatten alle in einen ätzenden und beleidigenden tonfall verfallen. als ob man das thema nicht diskutieren kann, ohne menschen zu beschimpfen. faszinierend.
Heul doch!
wow. so lässig.
30Seconds sagte:
Der Bio-Berliner besetzt die Stuttgarter Altstadt. Currywurst statt Spätzle!
Passiert doch schon. Frag mal @rotfront. :-D
JoergAuch sagte:
Passiert doch schon. Frag mal @rotfront. :-D
hehe du wirst lachen:
bald erscheint in den stuttgarter nachrichten ein artikel über mich in der serie "stuttgarter weltweit"
(kein witz)
anagramm sagte:
alcofribas sagte: Wer Ruhe will, soll von mir aus an den Stadtrand ziehen und nicht aus einem innerstädtischen Bezirk ein familienfreundliches Småland machen.warum? ist das so ne variante von logan's run? sobald man kinder hat, muss man in die vororte ziehen und dann darf man mit seinen 2 autos immer in die städte pendeln, zur arbeit, zum kindergarten, - oder darf man dann die städte nur noch zum shoppen am wochenende betreten? das beste, was städten passieren kann, ist eine infrastruktur zu bauen, die familienfreundlich ist und wenig individualverkehr benötigt. und mit familie meine ich alles vom zwei personen ohne kinder haushalt bis hin zu alten menschen.
Mein Punkt ist immer noch nicht deutlich geworden, glaube ich. Ich bin nicht pro / contra entlang von Lebensentwürfen, dem Status als Zugezogener oder Einheimischer, entlang von Haushaltsgröße oder Familienstand, ich verstehe nur nicht, wie Leute für sich in Anspruch nehmen, jeden Pups, der als störend empfunden wird, möglichst umgehend und möglichst umfassend beseitigen zu wollen. Siehe diese unsägliche Flughafen-Diskussion: Die Leute, die sehr vehement dafür waren, Tempelhof als innerstädtischen Flughafen zu erhalten, plärren sich jetzt den Hals gegen Flugrouten wund, solange die Einflugschneise in Tempelhof jedoch nur die armen Schlucker in Neukölln betroffen hat und das in weit größerem Ausmaß, als es jetzt im Südosten oder Südwesten der Fall wäre, war es ihnen mehr oder weniger scheißegal. Diese Haltung geht mir auf die Ketten. Wer sich den besseren Anwalt leisten kann oder eine höhere Mobilisierungsmacht aufbringt, sagt, welche Musik gespielt wird, St-Florians-Prinzip.
rotfront sagte:
hehe du wirst lachen:
bald erscheint in den stuttgarter nachrichten ein artikel über mich in der serie "stuttgarter weltweit"
(kein witz)
Cool! Sag mal bescheid, wenn er raus ist.
rotfront sagte:
hehe du wirst lachen:
bald erscheint in den stuttgarter nachrichten ein artikel über mich in der serie "stuttgarter weltweit"
(kein witz)
Nachrichten oder Zeitung?
Grrmpf sagte:
transworld sagte:
hehe, ökoschwaben klatschen und den bauernfotzen den kinderwagen abfackeln ;)IgorK sagte:
Ruhig, Brauner. Fangen wir doch erstmal mit Autos anzünden an
Na, wenn sonst keiner den spießigen Blockwart macht, muss ich halt wieder:
Huhu, @juri-gottschall, hier wird zu Straftaten aufgerufen. Und noch schlimmer: Die Intellektuellen-Nachbarschaft jetzt.de wird schon wieder von geistigen Flachzangen übervölkert.
Danke für den Hinweis, @Grrmpf. Ich werde jetzt trotzdem nicht sofort intervenieren - ein bisschen Ironieverständnis traue ich unseren Lesern dann doch zu.
Trotzdem wäre es schön, wenn die Diskutierenden hier mal ein wenig über ihre Wortwahl nachdenken würden, damit diese Diskussion auch noch länger bestehen bleiben kann. Danke.
;)
übersehen. Mein Fehler.
Ick freu mir schon so, wen sich dann zum Schluß alle auf freiem Feld in der Lüneberger Heide treffen und sich gegenseitig und dem ganzen Gentrifizierungsspuk ein Ende bereiten!
Grrmpf sagte:
Hab' ich doch glatt wieder dieses alles entschuldigende;)übersehen. Mein Fehler.
Zwar geht mir die Hyper-Political-Correctness mancher Nutzer und der unbedingte Wille zur Zensur der Redaktion auch auf die Nüsse, aber dennoch sollte man nicht jede grobe Beleidigung mit ein paar Satzzeichen versehen können, um sie vordergründig zu ironisieren, wo sie eigentlich todernst gemeint ist.
Ihr Arschlöcher! :-)
Gelegenheitsente sagte:
rotfront sagte: hehe du wirst lachen:bald erscheint in den stuttgarter nachrichten ein artikel über mich in der serie "stuttgarter weltweit"(kein witz)Nachrichten oder Zeitung?
nachhrichten.
für die zeitung reichts noch nicht.
Das Problem ist, dass sich die Clubszene in Berlin gefährlich auf einen schmalen Strich konzentriert. Wer im Nordwesten wohnt hat nur noch den Wedding (ich selbst war da noch nie feiern) und wer im Südwesten wohnt hatte eh verloren. Nun fällt also auch der Prenzlauer Berg, damit konzentriert sich die Partyszene auf einen dünnen Strich vom Kotti über den Hermannplatz zum Ostkreuz (und dann noch am Ostbahnhof - Jannowitzbrücke). Die guten Clubs driften in Richtung außerhalb des Ringes.
Soll Berlin also so traurig werden wie München wo es in meiner Jugend ein Areal gab und die Innenstadt war leer (außer dem McDonalds am Stachus). Das ist doch traurig für eine Stadt. Ich sage nicht, dass irgendwer aus dem PRenzl Berg vertrieben wurde oder gebe Schuldzuweisungen an Schwaben und nicht-Schwaben. Die Berliner Politik muss eine Diversifizierung der Clublocations betreiben. Berlin lebt von seinem Ruf als die In-City neben London, die Stadt in der man feiern kann, das Epizentrum der Hipster und der elektronischen Musik in Europa und zieht damit Menschen aus aller Welt an - nicht zuletzt deshalb verzeichnet man hier ein unglaubliches Bevölkerungswachstum und ein Wachstum der Touristenströme.
pigou sagte:
Die Berliner Politik muss eine Diversifizierung der Clublocations betreiben.
Soweit ich weiß, war "die Politik" zuletzt in den 80er Jahren für die Zuteilung von Locations zuständig, und auch da nur im Osten der Stadt.
JoergAuch sagte:
pigou sagte:
Die Berliner Politik muss eine Diversifizierung der Clublocations betreiben.
Soweit ich weiß, war "die Politik" zuletzt in den 80er Jahren für die Zuteilung von Locations zuständig, und auch da nur im Osten der Stadt.
Ich vergaß, dass es sich um ein süddeutsches Blatt handelt. Ich habe 19 Jahre in München gelebt, ich weiß dass man das nicht verstehen kann. Es geht nicht um Zwangszuteilung sondern um Anreizsetzung. Man kann sehr wohl durch Stadtplanerische Entwicklung die Clubszene in Vierteln fördern. Nehmen wir das Fuchs und Elster am Hermannplatz. Das liegt mitten im Wohngebiet und ist auch in einem Wohnhaus. Der Club ist aber perfekt lärmisoliert im Keller. Hab da noch nie etwas von Ärger mit den Anwohnern mitbekommen.
Man könnte vermutlich auch versuchen die Lärmisolierung zu unterstützen wenn ein Club in der direkten Nachbarschaft liegt. Die Stadt kann sich auch bemühen locations zu stellen die Clubs langfristig anmieten können (ohne dass es jetzt niedrigere Mietpreise gäbe oder so). Ein Problem ist auch dass die Clubs in vielen Gegenden nicht länger als 2 Jahre bleiben können. Kater Holzig soll einen Vertrag von nicht mehr als 2 Jahren haben, wie soll man da etwas großartiges aufziehen.
pigou sagte:
Ich vergaß, dass es sich um ein süddeutsches Blatt handelt.
Was die Aussage zu bedeuten haben soll, ist mir ebenso schleierhaft wie der Rest deines Kommentars.
Das geht die Politik doch alles gar nichts an. Die haben wirklich Wichtigeres zu tun.
Ich erinner mich an ein Schreiben in meinem Briefkasten in Stuttgart (ca 1998) @rotfront @Gelegenheitsente das als Inhalt hatte, man solle sich doch zusammentun und gegen die Bäckerei im Nachbarhaus vorgehen, denn schließlich würde der Geruch doch sehr belästigen und zudem würde in der Backstube für 5 Filialen gebacken. Das Schreiben kam aus einem Nachbarhaus, was gar nicht direkt an die Bäckerei angrenzte.
Ich kann immer nur als Beispiel geben, dass ich, als ich in das Haus in Hamburg zog, in dem ich immer noch wohne, genau wusste, dass gegenüber die Alkoholambulanz und die Drogenstrichberatungsstelle ist. Damit wusste ich auch, da hängen nicht immer die schönsten Menschen in der Umgebung rum. Infolge von Innensenator Schill verschob sich durch Polizeipräsenz erst die Drogenszene und dann zog irgendwann die Ambulanz aus. Jetzt ist das Haus saniert mit Neuanbau und es ist Eigentum mit selbstgegründeter Genossenschaft. Alles friedlich und auch ok. Das ist normale Stadtentwicklung.
Anders auf der Langen Reihe, wo die vielen kleinen Läden nach über 20 und mehr Jahren aufgeben mussten, weil durch neue Besitzer die Mieten aufs dreifache erhöht wurden und nun zum Teil Ketten in die Läden eingezogen sind.
JoergAuch sagte:
pigou sagte:
Ich vergaß, dass es sich um ein süddeutsches Blatt handelt.
Was die Aussage zu bedeuten haben soll, ist mir ebenso schleierhaft wie der Rest deines Kommentars.
Das geht die Politik doch alles gar nichts an. Die haben wirklich Wichtigeres zu tun.
Das ist doch ganz einfach. Anders als in einem Flächenstaat wie Bayern oder Niedersachsen ist Berlin ein Stadtstaat. Hierbei trägt die Tanzszene viel zu dem wirtschaftlichen Auskommen bei, weil sie Touristenscharen anzieht. Ziel der Politik muss es sein diese externen Effekte zu nutzen und die Rahmenbedingungen zu verbessern.
Und was die Politik damit zu tun hat. Sie hat es doch selbst in der Koalitionsvereinbarung erwähnt:
"Die international beachtete, junge, dynamische Tanzszene prägt das Gesicht der Kulturmetropole Berlin ähnlich wie die seltene Dichte an Literaturhäusern und Literatur-wie Poesiefestivals. Nicht zuletzt diese Vielfalt ästhetischer Positionen macht die Attraktivität Berlins aus. Sie gilt es auch weiterhin zu ermöglichen und zu fördern."
Nachzulesen hier: http://www.berlin.de/rbmskzl/koalitionsv...
pigou sagte:]http://www.berlin.de/rbmskzl/koalitionsv...
JoergAuch sagte:
pigou sagte:
Ich vergaß, dass es sich um ein süddeutsches Blatt handelt.
Was die Aussage zu bedeuten haben soll, ist mir ebenso schleierhaft wie der Rest deines Kommentars.
Das geht die Politik doch alles gar nichts an. Die haben wirklich Wichtigeres zu tun.
Das ist doch ganz einfach. Anders als in einem Flächenstaat wie Bayern oder Niedersachsen ist Berlin ein Stadtstaat. Hierbei trägt die Tanzszene viel zu dem wirtschaftlichen Auskommen bei, weil sie Touristenscharen anzieht. Ziel der Politik muss es sein diese externen Effekte zu nutzen und die Rahmenbedingungen zu verbessern.
Und was die Politik damit zu tun hat. Sie hat es doch selbst in der Koalitionsvereinbarung erwähnt:
"Die international beachtete, junge, dynamische Tanzszene prägt das Gesicht der Kulturmetropole Berlin ähnlich wie die seltene Dichte an Literaturhäusern und Literatur-wie Poesiefestivals. Nicht zuletzt diese Vielfalt ästhetischer Positionen macht die Attraktivität Berlins aus. Sie gilt es auch weiterhin zu ermöglichen und zu fördern."
Nachzulesen hier: [link=http://www.berlin.de/rbmskzl/koalitionsv...
naja, berlin will aber auch weg von diesem billig sauf-krawall partyvolkmekka image, welches jedes wochenende in friedrichshain, kreuzberg und in einigen ecken in mitte einfällt. schönes beispiel, dass auch das partyvolk infrastruktur kaputt machen kann ist die mehringdamm ecke - da verschwinden läden wie waschsalons um platz für dönerbuden und spätis zu machen.
pigou sagte:
Das ist doch ganz einfach. Anders als in einem Flächenstaat wie Bayern oder Niedersachsen ist Berlin ein Stadtstaat.
Dafür ist es doch völlig egal, wo die Zeitung herkommt ...
Hierbei trägt die Tanzszene viel zu dem wirtschaftlichen Auskommen bei, weil sie Touristenscharen anzieht. Ziel der Politik muss es sein diese externen Effekte zu nutzen und die Rahmenbedingungen zu verbessern.
Und was die Politik damit zu tun hat. Sie hat es doch selbst in der Koalitionsvereinbarung erwähnt:
"Die international beachtete, junge, dynamische Tanzszene prägt das Gesicht der Kulturmetropole Berlin ähnlich wie die seltene Dichte an Literaturhäusern und Literatur-wie Poesiefestivals. Nicht zuletzt diese Vielfalt ästhetischer Positionen macht die Attraktivität Berlins aus. Sie gilt es auch weiterhin zu ermöglichen und zu fördern."
Mag sein, aber die Attraktivität kommt doch nicht dadurch zustande, dass die Politik einzelne Locations fördert. Die können die Gesetzgebung so gestalten, dass es für Gastronomen interessant ist, dort tätig zu werden, also z. B. keine Sperrstunde, gute öffentliche Verkehrsmittel in der Stadt gewährleisten. Alles andere ist meiner Meinung nach albern.
pigou sagte:
Hierbei trägt die Tanzszene viel zu dem wirtschaftlichen Auskommen bei, weil sie Touristenscharen anzieht.
Digi, Du hier?
Tut mir leid für dich. Bist leider nicht zu Hause, wo deine Eltern dir jeden Wunsch erfüllen
;)
http://www.facebook.com/pages/Anleitung-...
Man beachte den 7. Punkt:
"Berlin ist ständig in Wandel. Wohin die Reise geht, kann noch keiner genau vorhersagen, aber ein Trend zeichnet sich deutlich ab: Berlin wird zunehmend wie ein zweites München, nur eben größer und lauter."
23.01.2012 - 13:43 Uhr
IgorK
Dann lass du mich bitte auch in Ruh.
(ohne ;)
octopussy sagte:
Ich erinner mich an ein Schreiben in meinem Briefkasten in Stuttgart (ca 1998) @rotfront @Gelegenheitsente das als Inhalt hatte, man solle sich doch zusammentun und gegen die Bäckerei im Nachbarhaus vorgehen, denn schließlich würde der Geruch doch sehr belästigen und zudem würde in der Backstube für 5 Filialen gebacken. Das Schreiben kam aus einem Nachbarhaus, was gar nicht direkt an die Bäckerei angrenzte.
und genau diese Haltung, Hopp oder topp, schwarz oder weiß, für mich oder gegen mich führt auf die Dauer zu einem Klima, in dem ich nicht leben möchte. nicht in Prenzlauer Berg, nicht in Friedrichshagen, nicht in Hintertupfing und nicht in sonstwo. Wenn der Baustadtrat von Pankow (siehe der von mir oben zitierte Artikel) feststellt, es gäbe "ein erhöhtes Ruhebedürfnis" dann fasse ich mir nur an den Kopf. Was sind das bitte für Leute, die in eine Metropole ziehen (oder auch schon dort sind), zehn Minuten vom Stadtzentrum weg wohnen und dann feststellen, sie hätten "ein erhöhtes Ruhebedürfnis". Wenn ich ein "erhöhtes Ruhebedürfnis" habe, ziehe ich doch woanders hin. man mags schon mitten in der Stadt, wegen der kurzen Wege und der Bequemlichkeit und so, aber bitte ruhig. und das sind zwei Dinge, die nicht zusammengehen. oder dann zusammengehen, wenn man sich den richtigen Anwalt leisten kann und sich seine innerstädtische Idylle auf dem Rechtsweg herstellt.
Ich sehe das genauso: wenn ich in die Stadt ziehe, dann weiß ich auch, dass das da anders zugeht als aufm Land. Ich käme nie auf die egoistische Idee, dass sich mein Umfeld an mir orientieren müsse.
Das wäre so, als würde man in ein Haus ziehen, wo kleine Kindern wohnen und dann darauf bestehen, dass morgens bis um 1000 Uhr Ruhe ist und bitte auch keine Spielgeräusche oder Geweine den Tag über zu hören ist.
pigou sagte:
Das Problem ist, dass sich die Clubszene in Berlin gefährlich auf einen schmalen Strich konzentriert. Wer im Nordwesten wohnt hat nur noch den Wedding (ich selbst war da noch nie feiern) und wer im Südwesten wohnt hatte eh verloren. Nun fällt also auch der Prenzlauer Berg, damit konzentriert sich die Partyszene auf einen dünnen Strich vom Kotti über den Hermannplatz zum Ostkreuz (und dann noch am Ostbahnhof - Jannowitzbrücke).
Seh ich genau so....irgendwann gibt es nur noch ein - zwei Partystriche, wo dann alle hingehen. Ich find/fand es ja gerade sehr divers und toll an dieser Stadt, dass man sagen kann: "Heute geh ich mal zum Tanzen nach Mitte (Schokoladen, Bassys), nächste Woche nach Prenzelberg (Duncker - NOCH!), dann wieder Kreuzberg etc." ... dann verliert man auch etwas das Kiezdenken...
23.01.2012 - 15:41 Uhr
WestendKanacke
23.01.2012 - 15:41 Uhr
WestendKanacke
Wie der Westender hier schön demonstriert, gibt es natürlich auch in Berlin reichlich ignorante Egoisten, aber die sind nicht der Grund.
Jene Leute, die bereit sind, ab 8 Euro/qm aufwärts Nettokaltmiete zu bezahlen, machen es für Investoren interessant, aus einem 2-stöckigen Gebäude mit Klub ein 5-stöckiges mit Schicki-Komfort-Wohnungen zu machen (bzw. Ersteres abzureissen um Letzteres zu bauen).
Es ist also nicht nur das Gemecker der Zugezogenen,
sondern die Bereitschaft, sich für Geld ein Statussymbol zu gönnen.
Dafür gibt's in Prenzl.Berg eher wenig SUVs ... naja, immerhin.
Oe.
transworld sagte:
es fehlt den leuten einfach an toleranz und verständniss für andersdenkende/lebende. ich bin nachwievor der meinung das alteingesessene stadtbewohner mehr toleranz (nicht unbedigt verständniss) für unzunz läden oder metzgereien an der ecke aufbringen als menschen die aus ländlich/konservativen gegenden zugezogen sind. ich kenne leute die nach berlin gezogen sind weils da dreckig ist, weils da laute unzunz läden im keller gibt und man bis in den frühen morgen mit atzen in der eckkneipe saufen kann.........und eben diese leute berichten das diese konformität und (spiessigkeit) erst dann kam als der zuzug aus dem reichen süden (NICHT dem armen osten oder westen) spür- und erlebbar geworden war, also so vor 6-7 jahren.......
Blablabla. Und ich kenn Leute, die halten Dich für einen Vollhonk.
transworld sagte:
was ist ein vollhonk? ich kenne das wort leider nicht....
Frag die Atzen, Keule.
anagramm sagte:
lass ma sehen - wenn man seine umwelt gerne voller utzutzutz schuppen hat und sie danach gestalten will - asi kneipen, dreckig, etc. wie transworld da so schön romantisch heraufbeschwört - dann muss der rest der umwelt das tolerieren. wenn aber andere menschen ihre umwelt gerne sauber und ruhig gestalten wollen, dann ist das scheiße?
'türlich! Alles NaziÖkoSchwaben mit Porsch-Kinderwagen.
transworld sagte:
nee , da legst du mir was in den mund, nur warum können die dies gern dreckig haben nicht in berlin wohnen und die dies gerne sauber haben in böblingen oder rosenheim bleiben.........bzw wenn der böblinger nach berlin zieht warum passt er sich nicht (ein bischen) der stadt an sondern versucht berlin ein bischen mehr böblingerisch zu machen.......
Das Prinzip Mobilität bei der Arbeitsplatzssuche ist Dir geläufig?
23.01.2012 - 17:41 Uhr
Grrmpf
Grrmpf sagte:
Das Prinzip Mobilität bei der Arbeitsplatzssuche ist Dir geläufig?
Hey, Du kannst ja auch lustig! Der Figur mit sowas wie "Arbeitsplatzsuche" zu kommen, das ist ja richtig feinperliger Humor!
alces sagte:
Grrmpf sagte:
Das Prinzip Mobilität bei der Arbeitsplatzssuche ist Dir geläufig?
Hey, Du kannst ja auch lustig! Der Figur mit sowas wie "Arbeitsplatzsuche" zu kommen, das ist ja richtig feinperliger Humor!
Du, ich glaub' der transworld ist gar nicht so. Der arbeitet Mo-Sa in der Bank und hat sich dann am Wochenende das herumatzen aber so richtig verdient.
alces sagte:
Grrmpf sagte:
Das Prinzip Mobilität bei der Arbeitsplatzssuche ist Dir geläufig?
Hey, Du kannst ja auch lustig! Der Figur mit sowas wie "Arbeitsplatzsuche" zu kommen, das ist ja richtig feinperliger Humor!
Nee, der eigentliche Witz ist "Arbeitsplatzsuche" & "Berlin" zu verknüpfen.
transworld sagte:
dieser feine schwabenhumor, hochklassik!
Alta, schon mal überlegt ne neue Platte aufzulegen?
ach, schade.
wenn ja, dann vor dem mauerfall vielleicht.
schon ganz bald sind die ganzen sübwestdeutschen arschlocher in p berg unter sich. das ist strafe genug.








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22.01.2012 - 18:53 Uhr
moqui