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notan
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Mag ich Mag ich nicht

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16.01.2012 - 22:44 Uhr
notan

einfach geil!

Eine_junge_Frau
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Mag ich Mag ich nicht

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17.01.2012 - 00:55 Uhr
Eine_junge_Frau

Diese fünf Blogs sind einfach mal wieder x-te Versionen von http://www.thesartorialist.com/ Das ist okay, aber nicht "shaking up the online fashion world", wie die NYT rühmt.

@Etikettenschwindel "Street-Style"
Die abgebildeten Leute in den sogenannten Street-Style Blogs sind ausnahmslos alle im Dunstkreis der Modeindustrie tätig und fotographiert werden sie zwar auf der Straße, aber nicht beim Brötchenholen an einem x-beliebigen Tag, sondern dann, wenn sie damit rechnen müssen, dass ihre Modekompetenz von relevanten Leuten wahrgenommen wird und sie daher besonderen Wert auf die Wahl ihres Outfits legen müssen. Also etwa wenn sie berufsbedingt auf dem Weg zu einem Mode-Event sind, meist im Rahmen von Mode-Wochen und -Messen. Im Fall der Männer ist das allen voran die Pitti Uomo in Florenz. Vorteil für Blogger: Viele Motive an einem Termin und Ort auf dem Silbertablett gereicht. Mühsame und zeitaufwendige Motivsuche? Das war mal.

Auf den ersten Blick denkt man dann, oh was für ein entzückender alter Mann. Und die Kleidung. Und das auf der Straße! Tolles Foto. - In Wahrheit ist es dann ein Beppo Modenese auf dem Weg zur Prada-Show.

http://images.thesartorialist.com/photos/92610BMod_8474Web.jpg

Der vermeintliche "alternde Musiker, der komplett in Tweed gekleidet ist" wurde im Rahmen der Pitti Uomo in Florenz, "outside Gilli" "entdeckt". Und bei Daks hat der gute Musiker zufälligerweise auch mal gearbeitet.

Liebe NYT, buddel' mal echte Neu-Blogs aus, vielleicht was verrücktes, z.B. wo es um echte Niemands-Menschen von der echten Nirgendwo-Straße geht, die aber dennoch zufälligerweise richtig gut oder interessant oder inspirierend gekleidet sind.

Henriettesbimmelbahn
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17.01.2012 - 10:25 Uhr
Henriettesbimmelbahn

@Eine_junge_Frau:
Verstehe nicht, wo das Problem ist, sich die Motive fuer einen Fashionblog bei Veranstaltungen zu suchen, bei denen potentiell viele stylische Menschen unterwegs sind. Was haette das fuer einen Mehrwert, wenn die Fotos in irgendeinem niederbayrischen Kaff entstanden waeren? Ganz abgesehen davon: Wer wuerde das bitte sehen wollen??

wollmops
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17.01.2012 - 13:00 Uhr
wollmops

@Henriettesbimmelbahn
es geht nicht um einen Motivzwang zu bayrischen Käffern, es geht um den Schwindel.

Rubinstein füllt sein Blog hauptsächlich mit Outfit-Fotos von der Straße. Keine unübliche Methode für einen Fashionblogger. Dafür sind die Motive umso unüblicher: Oft sind es kernige Typen oder alte Männer und sie tragen zum Teil wilde Kombinationen aus zu kurzen Hosen, Jacketts und Hüten. Eine Fotostrecke widmet Rubinstein einem alternden Musiker, der komplett in Tweed gekleidet ist.


Und eben, der Typ ist "kein kerniger alternder Musiker von der Straße".

Eine_junge_Frau
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17.01.2012 - 14:05 Uhr
Eine_junge_Frau

@Wollmops: genau.

Henriettesbimmelbahn sagte:
Verstehe nicht, wo das Problem ist, sich die Motive fuer einen Fashionblog bei Veranstaltungen zu suchen, bei denen potentiell viele stylische Menschen unterwegs sind.


Ich habe damit keineswegs ein Problem:

Eine_junge_Frau sagte:
Das ist okay.


Denn natürlich ist es interessant zu sehen, was Giovanna Battaglia & Co. tragen, wenn sie zu einem Termin stiefeln. Sehr sogar. Nur: ein solcher Blog ist eben weder neu, noch einzigartig. Diese Blogs gibt es seit Jahren und zwar in Mehrzahl.
Und gerade auch der speziell auf "Macho-"Männer fokussierte Blickwinkel ist nicht neu. Scott Schumann hat genau damit angefangen: mit Männern wie Beppo Modenese, lange bevor er sein Spektrum auf Mädels wie Giovanna Battaglia erweitert hat.
Und Exkurse zu Fragen aus der Kategorie wer die besten soft collar Hemden herstellt und wer die besten 7-Fold-Krawatten schneidert und welche Bügeleisen eigentlich die besten sind und wie man eine Barbour-Jacke wachst usw, gab es da auch schon immer. Mitnichten hat das also der Blogger von A Continious Lean erfunden.
Selbst der erweckte Eindruck, dass aber jedenfalls die Protagonisten neuerweise echte Männer von Straße sein sollen erweist sich als falsch. (@Etikettenschwindel nach wie vor).

Mein Problem ist daher die Frage: was bitteschön IST an diesen fünf Blogs denn so neu, dass die Formulierung der NYT "shaking up the online fashion world" rechtfertigt?

Mir scheint: auch Qualitätsmedien wie die NYT sind nicht vor dem ökonomisch sehr verständlichen Zwang gewahrt, bei Nachrichten-Mangel in die Do-it-yourself-Trickkiste zu greifen und einfach selbst Nachrichten zu fabrizieren, indem sie einem Sachverhalt mal flott den Stempel "NEU" aufdrücken.

Henriettesbimmelbahn sagte:
Was haette das fuer einen Mehrwert, wenn die Fotos in irgendeinem niederbayrischen Kaff entstanden waeren?


Nun, DAS wäre jedenfalls mal neu, weil bisher in keinem Mode-Blog erschienen.

Henriettesbimmelbahn sagte:
Wer wuerde das bitte sehen wollen??


Niemand. Es sei denn: es ist eine Person abgebildet, deren Outfit eben herausragend gut ist. Dann aber wäre das Ganze erst so richtig interessant. Und zwar für viele.

Henriettesbimmelbahn
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17.01.2012 - 14:46 Uhr
Henriettesbimmelbahn

Also wer schwindelt? Die Nadja, der Blog oder die NYT? Ich werde irgendwie bei Deinem Kommentar den Verdacht nicht los, dass es dabei weder um Blogs noch um Journalisten, sondern um vermeintlich fehlende Authentizitaet geht. Wenn es "kein Problem" ist, dann macht es doch auch nix aus, wenn der Blog von irgendwelchen Journalisten fehinterpretiert wurde?
Ich persoenlich finde halt die Frage nach (vermeintlicher) Authentizitaet in Sachen Mode, aber auch Musik oder so, ziemlich entbehrlich. Wo soll das denn bitte hinfuehren? Alles was nicht zufaellig unter dem Bett gefunden wurde, darf nicht getragen werden, weil sonst nicht "echt"? Sei mir nicht boes, aber ich kann diesen Gedankengang ueberhaupt kein Bisschen nachvollziehen. Ich persoenlich wuerde sogar soweit gehen, zu sagen, dass es etwas "Echtes" gar nicht gibt.

Eine_junge_Frau
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17.01.2012 - 19:16 Uhr
Eine_junge_Frau

@Henriettesbimmelbahn

Du hast mich missverstanden, Authentizität meinte ich nicht, die steht auf einem völlig anderen Blatt. (Wie kommst Du denn jetzt auf dieses Thema..?)

Ich meinte:

1. Gute Modeblogs im allgemeinen sind super.

2. Gute Street-Style-Blogs im speziellen sind großartig.

3. Gute Modeblogs, vor allem auch gute Street-Style-Blogs gibt es schon seit langer, langer Zeit & es gibt sehr, sehr viele davon.

4. Punkt 3. macht aber nix und ist total okay. (Weil: das Alter z.B. der FAZ ist ja deren Qualität auch nicht abträglich.)

5. Der Artikel der NYT ist dennoch Schmarrn, weil:

Im Artikel ist davon die Rede, dass es fünf bahnbrechende neue Blogs gibt, die die Männer-Mode aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachten.
Das trifft auf die dort erwähnten fünf Blogs aber nicht zu. (Warum nicht, beschreibe ich in meinen beiden ersten Kommentaren).

6. Über Punkt 5. bin ich enttäuscht, weil:

a) Mich fünf bahnbrechende neue Blogs, die die Männer-Mode aus einem völlig neuen Blickwinkel betrachten sehr interessiert hätten.

b) Ich von der NYT Anspruch, Fachkunde und höhere investigative Qualität erwarte.

7. Immerhin: Auf die fünf Blogs aus dem Artikel der NYT trifft Punkt 1 und 2 zu.

Mehr wollte ich damit nicht sagen.

ReneSchallerBlog
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30.01.2012 - 23:42 Uhr
ReneSchallerBlog

Spannend ist, dass hier (jetzt.sued....) Männermodeblogs erst auffallen, wenn die NYT darüber berichtet. Deren Artikel bezieht sich übrigens auf ein Interview in der GQ, in dem die fünf angeführten Blogger über Mode sprechen... Der hier zu lesende Artikel ist ziemlich zusammengeschustert und was die hiesige Bloggerlandschaft betrifft auch schlecht recherchiert. Da wurde nicht geschaut was der Sinn von Lynn&Horst ist oder welche Blogger es noch gibt, neben dem rüpelhaften Dandy Diary.

Zur Kritik, die in den Kommentaren angeführt wird: Ja, natürlich ist die Dichte an gut angezogenen Männern während der Pitti größer und The Sartorialist hat sich vor vier Jahren mehr Mühe gegeben und auch mal Männer auf dem New Yorker Fischmarkt bei der Arbeit fotografiert. Mit dem zunehmenden Erfolg lies die Kreativität nach. Aber es geht um Mode und die ist eben während der Schauen in Mailand und Paris eher zu finden.

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nadja-schlueter

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