08.01.2012 - 17:51 Uhr

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Expedition

Text: Sugodipomodoro

Expedition nach Österreich
Freitag 23 Uhr ins  Bett. Samstag 5 Uhr  läutet der Wecker. Ich denke, die Welt geht unter. Was soll’s. Ich raus aus den Federn. Unters Wasser, Kaffee, packen, Fahrrad, Fa. R. Geplante Abfahrt 6 Uhr 15. Scheiß Bus hat Verspätung, 15 Minuten. Ich muss warten. Bin müde. Warten auf Godot. (Kameramann). Kommt nicht. Hat sicher verschlafen, der Penner. Der Bus ist jetzt da. Steige ein. Suche mir einen Platz. Expedition, Gefunden. Genau hinter dem Fahrer. Fehlentscheidung. Wo ist der Gurt? . Keiner da. Fängt alles gut an. Wochenende. Halleluja. Busfahrer unfreundlich, nervös. Denke an Mord. Gedanken verfliegen. Wer sollte dann den Bus fahren? Tante Waltraud vielleicht? Frauen können keine Busse fahren. Wir fahren los. 18 Personen in Bewegung. Und das bei der Fa. R. Phantastisch. Im Bus ist es ruhig. Dämmerzustand. Irgendwo auf der Strecke machen wir halt. Kleine Pause. Sich langsam bewegende Gestalten. Gegenseitige Kontaktaufnahme morgens sehr schwierig. Egal. Lapidare Wortfetzen ohne Inhalt. Fahren weiter. Endlich, wir sind da. Salzburg, die Stadt meiner Träume. Stadtführung. Interessante Frau, und wir mittendrin. Erfahren höchst wissenswertes über die Knödelputzer. Hier ist es so schön, hier will ich bleiben. Aber wir müssen wieder weiter. Leider. Wohin? Ich wusste es nicht. Damals wenigstens.
Der Busfahrer sucht, findet aber nichts. Weiß alles besser. Verdreht die Augen. Vermutlich Gehirnschlag. Typisch Wiesent.
Kommen doch an. Salzbergwerk. Schon wieder eine Führung. Diesmal ist es aber anders. Für mich einfach überwältigend.      
Das schönste an diesem Salzbergwerk aber war, das immer alles genau so stehen blieb. Nichts bewegte sich, außer dem Boot, das über den Salzsee gezogen wird. Man hätte hundert tausendmal hingehen können, und die Steine hätten immer noch an der gleichen Stelle gelegen, es währen immer noch die gleichen Filme vorgeführt worden. Die Bergarbeiterpuppen hätten immer noch an der gleichen Stelle nach Salz gegraben, die Keltendorfbewohner in den Glaskästen hätten immer noch versucht, Feuer zu machen. Nichts währe anders gewesen. Nur man selber wurde anders. Nicht das man plötzlich viel älter war oder so. Das meine ich eigentlich nicht. Man war einfach nur anders. Man hatte diesmal eine andere Hose an. Oder das Kind, das beim letzten Mal neben einem her gegangen war, hatte jetzt  Scharlach, so das ein anderes Kind neben einem ging. Oder die Gruppenführerin hatte eine andere Uniform an. Oder man hatte auf der Straße gerade eine Pfütze mit Ölringen in allen Regenbogenfarben gesehen. Man war einfach irgendwie anders- ich kann nicht erklären, was ich damit meine. Und wenn ich es könnte, hätte ich wahrscheinlich keine Lust dazu.
 Habe meinem Sohnemann noch eine Postkarte geschickt, kaufte ihm noch einige Steine, die, die so schön glänzen und funkeln in der Sonne.
Fahren wieder weiter mit dem Bus. Zu unserem Quartier. Gefunden, nach langem Suchen. Kirchenwirt in Gosau/Dachstein. Geheimtipp. Absolut. Check In. Zimmerverteilung. Gehe rauf. Wo ist der Föhn? Vergessen. Leihe mir einen von der Bedienung. Ruhe mich etwas aus. Duschen. Später Essen. Großzügige Entschädigung für die Stunden im Bus. Später gehen wir in die Dorfdisco. Tanze mir die Seele aus dem Leib. Tut gut. Brauche es. Tanze weiter. Exzessiv. Endorfinausschütung vom Feinsten. Schwebe, hebe geschmeidig ab. Noch ein letztes Lied. Gehen zurück zum Kirchenwirt. It’s raining Cats and Dogs. Volle Pulle. Fast den ganzen Tag schon, und die ganze Nacht. Bin auf der Suche nach Holz, wegen einer Arche Josef.. Expedition. Nix gefunden, ist zu finster. Gehe schlafen. Ist 4 Uhr morgens. Sonntag, Tag des Herrn. Frühstück. Check out. Abfahrt. Suchen wieder so einen Berg. Gefunden. Aussteigen. Gondelfahrt. Langer Fußmarsch. Wir bitten um Einlass in den Berg. Keine Chance. Türen verschlossen. Für immer? Nein. Leider. Weiter warten. Nach etwa einer Stunde kommt doch noch so ein Almöhi, und führt uns durch den Berg. In ganz Österreich gibt es anscheinend nur Führer. Erinnert mich an Braunau/Inn/ A   20.04. 18 -hundert-nowas.
Eishöhle. Elektronische Lichterspiele im ewigen Eis. Louis Trenker’s Nachkommen erklimmen die Stufen zur absoluten  Glückseligkeit. Mir zieht’s die Schuhe aus. Nepper- Schlepper- Bauernfänger. Abzocke vom Feinsten.
Fertig mit der Führung. Almabtrieb ca. 100 Km. Gondelabfahrt. Wieder zum Bus.
Weiter geht’s. Auf nach Deutschland.
Jetzt sind wir geliefert, ausgeliefert der Willkür  eines Primaten. Wir fahren nach Dachau. So kommt es mir vor. Der Busfahrer furzt rum wie die Sau.
Kommen zurück nach S. Heimat- Grüß Gott. Aussteigen. Frische Luft. Wir leben noch. Halleluja.
Haben es mal wieder geschafft.
Erklimme mein Fahrrad, bin auf dem Weg nach Hause.
Keine besonderen Vorkommnisse.
Das war die Fahrt von S. nach Österreich und zurück am 24. und 25.6.2000.                                                                                             ©by J.T.Haslbeck
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