Bewegung. Bewegen. Und Ruhe auch.
Ich glaube nicht an Schicksal. Und die Tatsache, dass ich meine Geschichte ganz alleine schreibe, macht mir Angst.
Manchmal würde sich vieles einfacher gestalten, wenn man wüsste, dass die Dinge dazu bestimmt sind, so zu geschehen, wie sie geschehen – dass zu unserem Leben irgendwo eine Art Drehbuch existiert, oder zumindest eine Skizze, welche die Eckpfeiler des Weges markiert.
Mit diesem in gewisser Weise damit verbundenen Gefühl der Machtlosigkeit könnte ich vielleicht besser umgehen, als mit dem unguten Gedanken im Hinterkopf, jederzeit etwas verpassen zu können, oder mit der Angst, später womöglich einmal zu bereuen, bestimmte Dinge nicht getan zu haben.
Vielleicht aber will ich mich auch einfach nur einer Art Verantwortung entziehen, um auch mit gutem Gewissen einmal 'falsches' Handeln oder vermeintliche Fehlentscheidungen rechtfertigen zu können.
Aber na gut, ich gebe zu, ganz alleine schreibe ich meine Geschichte nicht: Irgendwie mischen sich immer wieder Akteure in mein Leben – oder es ergeben sich eben gewisse Umstände – die mir den Stift aus der Hand nehmen und meine Finger vorübergehend lähmen. Sie zeichnen einen Weg vor, den ich alleine wahrscheinlich nie gegangen wäre und führen mich letztendlich an Orte, an die ich nie gedacht hätte, jemals zu gelangen.
Im positiven Sinne haben sich mir auf diese Weise schon komplett neue Wege eröffnet, im negativen Sinne aber kann es auch vorkommen, dass man am Ende erschrocken feststellen muss, wie viel Zeit eigentlich verstrichen ist, während man beinahe verloren ging.
Gerade halte ich den Stift fest in der Hand! Es juckt mich wie wild in den Fingern! Nichtsdestotrotz bin ich nicht dazu in der Lage, loszuschreiben, nichtsdestotrotz finde ich keinen Punkt, an dem ich ansetzen könnte. Oder ich finde einfach zu viele... Vielleicht beobachte ich auch nur zu gern.
Eine Geschichte ohne konkrete Anhaltspunkte zu beginnen fällt allerdings auch schwer. Noch schwerer wird es, wenn es darum geht, in einer Unmenge von Möglichkeiten nicht komplett die Orientierung zu verlieren und genau die Gelegenheiten nicht einfach an sich vorbeiziehen zu lassen, die sich später als richtig herausstellen.
Und gut.
Ja, gut soll es sich anfühlen. Und richtig.
Ich möchte den Stift über Papier gleiten lassen. Alles ausprobieren und trotzdem die richtige Spur halten. Frei sein von der Angst, gerade etwas zu verpassen oder später womöglich einmal zu bereuen.
Ich möchte erkennen, welche Opfer es sich lohnt zu erbringen, oder woran es besser wäre, festzuhalten – Bewegung, Bewegen, und Ruhe auch.
Ich möchte Vertrauen. In mich selbst und in den Rest der Welt.
Dann wird es schon richtig.
Und hoffentlich gut!
- Kyra. Januar 2011 bis 04.April 2012 05.04.2012
- Kluge Männer in der ARD 13.03.2012
- Unterlagenungetüm 01.03.2012
- Wohin man geht 27.02.2012
- HormoneHormoneHormone 02.01.2012






